Und dann kam Corona
Schule zuhause

Hausunterricht
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 Michaela Necker (c) Laurent Ziegler@bildrecht.at
Michaela Necker ist Schauspielerin, arbeitet als Clownin mit Alzheimer-Patienten und ist Journalistin bei radio klassik Stephansdom.

Plötzlich ist bei uns Zuhause alles anders. Denn unser Küchentisch ist nun ein Schultisch, unser Wohnraum das Schulgebäude und ich die Lehrerin meiner beiden Kinder.


Das andere Klassenzimmer

Ein Erfahrungsbericht nach zwei Wochen Hausschule.

Manchmal haben mein Mann und ich damit kokettiert, unsere beiden Kinder Felix (11 Jahre alt) und Veronika (9 Jahre alt) selbst zu unterrichten und uns irgendwohin für einige Monate abzusetzen. Sehnsuchtsorte gab es genug, Nizza, La Gomera, Susak. Homeoffice für uns, Homeschooling für die Kinder. Aber dann haben wir es doch nicht durchgezogen. Die Schule als sozialer Ort, wo man mit und an den anderen lernt, ist einfach unersetzlich. So waren wir uns einig.

Manchmal gibt es Krach

Und dann kam Corona. Und mit Corona der Hausunterricht. Und wie geht es uns jetzt damit? Wechselhaft, wie das Wetter dieser Tage. „Ich finde es läuft ganz gut, nur manchmal krache ich mit meiner Schwester aneinander“, sagt Felix. Kein Wunder, die beiden Geschwister sitzen nun gemeinsam im gleichen „Klassenzimmer“ und haben ganz unterschiedliche Lerninhalte. Da stört schon mal der eine den anderen. Und wie ist die Mama so als neue Lehrerin? „Ich finde, sie macht das gut. Besonders cool ist, dass wir jetzt immer Schule mit Bewegung beginnen“, so Veronika.

Der Hausschule-Plan hängt an der Kühlschranktür. Dort ist zu lesen, dass die tägliche Schuleinheit mit körperlicher Aktivität beginnt. Dazu gehört auch eine Runde zügiges Laufen durch den Wald, der bei uns hinter dem Haus liegt. Ein Glück. Aber Laufen gehen kann man Gott sei Dank überall. Auch Gymnastik im Wohnzimmer gehört dazu.

Schulfreunde werden vermisst

Es klappt also. Auch ich als Mutter und Neo-Lehrerin bin zufrieden, denn ich sehe wie meine Kinder konzentriert arbeiten. Und manchmal bekomme ich Stress, wenn ich meine eigenen „Hausaufgaben“ noch nicht erledigt habe und mit den Kindern über Stunden beschäftigt bin. Hilfreich finde ich, dass ich mich mit meinem Mann abwechsle. Dann bin ich freigeschaufelt. „Ich finde es gut, dass wir wissen, was zu tun ist“, meint Felix. „Nur meine Schulfreunde vermisse ich, das ist richtig blöd.“ Das stimmt. Das Fehlen sozialer Kontakte ist hart. Deshalb haben wir jetzt täglich Videoschaltungen mit den Freunden organisiert. Das gehört eben jetzt auch zur Schule.

Hausunterricht
Michaela Necker ist Schauspielerin, arbeitet als Clownin mit Alzheimer-Patienten und ist Journalistin bei radio klassik Stephansdom.
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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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