29. Sonntag im Jahreskreis | 17. Oktober 2021
Kommentar

Es geht ums Dienen, nicht ums Verdienen

Wohin es führt, wenn jemand mit unbedingtem Willen an die Macht strebt und ihm dabei fast jedes Mittel recht ist, um sein Ziel zu erreichen, das ist uns in den politischen Ereignissen der letzten Tage deutlich vor Augen gestellt worden. Dabei bleiben der Respekt vor den Menschen, die Wahrhaftigkeit und die Transparenz auf der Strecke.
Vor Karrieregelüsten und dem Gerangel um privilegierte Plätze sind auch die Jünger Jesu nicht gefeit. Solche Verhaltensmuster tauchen wohl in jeder Gemeinschaft auf. Der Wunsch, etwas Besonderes zu sein, von anderen bewundert und angehimmelt zu werden, wurzelt tief in der menschlichen Seele. Der Keim dieses Strebens ist ein schwaches Selbstwertgefühl, der Gedanke, sich durch das Erreichen einer Spitzenposition Anerkennung, Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdienen zu können. Es entspringt der Sehnsucht, geliebt zu werden.
„Bei euch soll es nicht so sein“, sagt Jesus zu seinen
Jüngern. Denn sie sollen in dem Bewusstsein leben, dass sie schon vor jeder Leistung, unabhängig von ihrem sozialen Status und ihrer gesellschaftlichen Position geliebt sind. Für Gott ist jeder Mensch im innersten Kern seines Wesens wertvoll.
Wer diese Erfahrung gemacht hat, muss nicht um jeden Preis vor den Menschen gut dastehen und mit Verdiensten prahlen, sondern ist innerlich frei, um für die Menschen einzustehen und ihnen zu dienen, damit auch sie spüren, dass sie geliebt sind. Er oder sie wird dann nicht auf die vordersten Plätze aus sein, sondern nach dem Platz suchen, den Gott ihm oder ihr zugedacht hat.

Alfred Jokesch

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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