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Schneegestöber
- Schnee ist für das ökologische Gleichgewicht und das Klimasystem der Erde von zentraler Bedeutung.
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Schnee beeinflusst auch unser Weltklima.
Von Schneeflächen wird das Sonnenlicht zu 85 Prozent reflektiert. Der eisige Boden heizt sich kaum auf, was ein effektives Mittel gegen die durch Treibhausgase ausgelöste Erderwärmung darstellt. Das Meereis in der Arktis nimmt im Winter ein Viertel der mit Schnee bedeckten Erdoberfläche ein. Schmilzt es, landet der Schnee in den Ozeanen. Pufferwirkung und Sonnenlichtreflexion sind damit reduziert. Folge: Die Erwärmung wird weiter angekurbelt.
Wer begeistert ist über einen immer früher einsetzenden Frühling, sei gewarnt: Das Thema ist komplex. Der Trend zu einer am Ende des Jahrhunderts um einige Grad wärmeren Welt führt zu zehn Prozent weniger Schnee über ihrer Nordhälfte.
Zukünftig werden die zarten, kurzlebigen Schneekristalle bedingt durch Ruß, Staub, Algen und Mikroben anders aussehen. Auch wenn sich der Ruß zumindest in Europa mit schwindenden Emissionen verringert, verdunkelt sich das Weiß durch den Staub zunehmender Bodentrockenheit und Waldbrände. Die durch menschliche Aktivitäten erzeugten Luftteilchen, z. B. erzeugt durch Autoabgase, beschleunigen das Abtauen. So treten auf freigelegten Gletschern rötlich eingefärbte Flächen als Blutschnee zutage.
In Europa könnte Schnee für die Energiegewinnung wichtig werden, indem die extreme Reflexion in den Alpen auf stärker geneigten Fotovoltaikanlagen an schneebedeckten Hängen im Winter mehr Sonnenenergie einfängt.
Wogersien/Deike
Freuen Sie sich über Schnee!
Wenn Sie vom frühmorgendlichen Schneeschaufeln genervt sind, sollten Sie sich also eher freuen, denn in Wahrheit sind Sie Schneekönig oder -königin und werden mit jeder Schaufel reicher.
Schnee, lateinisch „nix“, ist für die Welt im Gegenteil viel. Nicht nur, weil unter der Isolationsschicht mit dem ersten Schneeglöckchen bereits der erste Frühlingsbote keimt.
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Market Gardening im Winter
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Löwenzahn Verlag
ca. 35 Euro.
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WINTER
Flocken fallen
Schnee polarisiert im wahrsten Sinne des Wortes: Von den Polen bis zum Äquator beeinflusst er auf weiten Flächen das Weltklima und kann den Planeten im Nu in eine weiße Kugel verwandeln. Sobald sich in den Wolken kleinste unterkühlte Wassertropfen kristallisieren, bilden sich je nach Lufttemperatur durch Verkleben mit Teilchen der Atmosphäre winzige Sterne oder Plättchen zu Flocken aus. In großen Mengen werden diese nach Struktur, Alter und Beschaffenheit zu Altschnee, Neuschnee, Firn oder Flugschnee.
Aufgrund der globalen Erwärmung fällt weltweit immer weniger Schnee. Kann eine Veränderung der Menge und eine Verlagerung der geografischen Vorkommen die Stabilität der Natur stören? In der wärmeren Atmosphäre hält sich mehr Feuchtigkeit. Dadurch schneit es in kalten Regionen wie der Antarktis seit dem 20. Jahrhundert mehr.
Über einigen antarktischen Regionen hat der viele Schnee einen Speicher gebildet, der den durch die Eisschmelze andernorts beschleunigten Anstieg des globalen Meeresspiegels über 100 Jahre lang ausglich und verlangsamte. Die Schneemassen in der Antarktis jedoch reichen nicht, das Abschmelzen des Eises in den Alpen und in Grönland komplett zu kompensieren.
Die Eisverluste an den Polen und in den Bergen sind gefährlich, weil das kalte Fundament für die Schneebedeckungen im Jahreszeitenwechsel Frühling und Herbst zerstört wird.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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