14. Sonntag i. JK: Helene Renner
Geh und handle genauso

Die Geschichte des barmherzigen Samariters hat Gustave Doré, ein Künstler des 19. Jahrhunderts, auf berührende Weise dargestellt. Darauf lässt sich der von Räubern Misshandelte in die Arme seines Retters fallen, der ihn auffängt und in die Herberge bringt. Jesus fügt dieser Auslegung des Doppelgebots der Gottes- und Nächstenliebe hinzu: „Geh und handle du genauso!“ 
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  • Die Geschichte des barmherzigen Samariters hat Gustave Doré, ein Künstler des 19. Jahrhunderts, auf berührende Weise dargestellt. Darauf lässt sich der von Räubern Misshandelte in die Arme seines Retters fallen, der ihn auffängt und in die Herberge bringt. Jesus fügt dieser Auslegung des Doppelgebots der Gottes- und Nächstenliebe hinzu: „Geh und handle du genauso!“
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An den Wegrändern unserer Gesellschaft liegen viele Ausgeraubte, Verwundete, Hilflose … Sehen wir sie, oder gehen wir einfach vorbei, weil wir ja alle so viel zu tun haben und keine Zeit, uns von Fremden aufhalten zu lassen?

Vielleicht noch mit dem Handy ein Foto machen, das geht ja schnell und befriedigt die Sensationslust. Aber helfen sollen die, die dafür zuständig sind, die kann man ja vielleicht mit einer kleinen Spende unterstützen.
Das Evangelium, das uns Lukas heute erzählt, zeigt eine ähnliche Geschichte: Ein Fremder wurde ausgeraubt, schwer misshandelt und verletzt liegengelassen.

Der Priester und der Levit, die am Weg vorbeikommen, sehen den Verwundeten, gehen aber weiter, ohne zu helfen. Sie haben Wichtigeres zu tun und deshalb keine Zeit. Erst jemand einer anderen Kultur, ein von den Juden geringgeschätzter Mann aus Samarien, unterbricht seine Reise und hat Mitleid. Er tut, was notwendig ist, verbindet die Wunden und bringt den Mann in eine Herberge und so in Sicherheit. Er sorgt mit Geld sogar noch für die weitere Hilfe bis er zurückkommt, er übernimmt Verantwortung.

Jesus stellt mit seinem Gleichnis nicht nur dem fragenden Gesetzeslehrer, sondern uns allen diesen Samariter als Vorbild vor Augen. Auch wir kennen das Gebot der Nächstenliebe genau so gut wie der jüdische Gelehrte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben aus ganzem Herzen und mit all deiner Kraft, mit allen deinen Gedanken und deinen Nächsten, wie dich selbst.“

Gottesliebe und Nächstenliebe sind nicht zu trennen

Jesus sagt auch uns: „Handelt danach und ihr werdet leben.“ Gottesliebe und Nächstenliebe sind also nicht zu trennen. Niemand kann sagen, ich liebe Gott, aber die Menschen um mich sind mir egal. Ob wir wirklich Gott lieben, zeigt sich im Umgang mit unseren Brüdern und Schwestern und da besonders mit denen an den Wegrändern unserer Gesellschaft, die wir ja auch selbst mit unserem falschen Handeln oft dorthin gebracht haben.

Wir sind aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, und wir dürfen dabei nicht unterscheiden zwischen denen, die uns nahestehen und den Fremden, die Hilfe brauchen. Es gibt keine Rangordnung, für wen wir verantwortlich sind.

Der Nächste, die Nächste ist immer der Mensch, der gerade Hilfe nötig hat. Das Evangelium zeigt mir, dass dafür nicht alle meine Pläne verändert werden sollen, aber ich muss meine „Lebensreise“ unterbrechen und sehen, wo gerade ich gefragt bin, wo ich die Nächste, der Nächste für einen Mitmenschen werden muss. Entschuldigungen mit ganz dringenden Vorhaben sind Ausreden und gelten nicht. Jede und jeder muss tun, was er oder sie tun kann.

Wir sind aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen. Es gibt keine Rangordnung, für wen wir verantwortlich sind. Rund um uns gibt es viele Wunden zu verbinden, Hilflose und Ausgeraubte sehen wir überall, wenn wir die Augen und das Herz öffnen.

Manches können wir mit persönlicher Zuwendung heilen, manches muss man großen Organisationen übergeben und diese dann auch finanziell unterstützen.

Liebe in die Welt bringen als Aufgabe von Christinnen und Christen

Mit all unseren Gedanken, mit all unserer Kraft Liebe in die Welt zu bringen, wäre unsere Aufgabe als Christinnen und Christen. Wir schaffen es nur in Bruchstücken, aber wir müssen es immer wieder neu versuchen und mit Gottes Hilfe gelingt es auch immer wieder, darauf dürfen wir vertrauen.

Es gibt das Wort: „Wir werden staunen, was Gott mit den Bruchstücken unseres Lebens, unserer Liebe für ein wundervolles Bild macht, wenn wir ihm diese überlassen.“

Sammeln wir also Bruchstücke durch unser Bemühen im Umgang mit unseren Schwestern und Brüdern, mit denen am Wegrand unseres Lebens. Nehmen wir uns den Mann aus Samarien als Vorbild.

Dann sagt auch Jesus zu uns: „Wenn du das ewige Leben gewinnen willst, geh hin und handle genauso!“

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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