Sonntag göttl. Barmherzigkeit: KR Bühringer
Der Auferstandene lebt mitten unter uns
- Der Auferstandene bietet Thomas Berührung an und damit die Einsicht in die zentrale Grundlage der Jesusnachfolge: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“ Darstellung aus der Kathedrale Notre Dame in Paris (Aufnahme vor dem Brand des Domes am 15./16. April 2019).
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Wir haben Ostern gefeiert, das Fest des neuen Lebens in Jesus Christus; wir feiern Ostern weiter volle 50 Tage lang bis Pfingsten. Die Osterfreude breitet sich überallhin aus! Wir feiern die eine, alles umstürzende Großtat Gottes: Jesus Christus, der ausgelittene, gekreuzigte und begrabene Herr lebt, ER ist von den Toten auferweckt worden. Und: ER LEBT heute mitten unter uns – in seiner Kirche, in allen, die an IHN glauben, auf ihn hoffen und ihm vertrauen! Wir brauchen Christus; ER befreit und erlöst uns von unseren Sünden, denn er nahm sie mit auf sein Kreuz. Ohne IHN können wir nicht leben – wir brauchen immer neu seine Hilfe!
Das erfuhren auch die Apostel, von denen wir heute in der 1. Lesung aus der Apostelgeschichte lesen: Die Apostel konnten viele Zeichen und Wundertaten an kranken Menschen bewirken, aber nicht aus ihrem eigenen Können heraus. Zwei Kapitel zuvor in der Apostelgeschichte (Kap. 3-4) können wir lesen, dass Petrus und Johannes einen von Geburt an gelähmten Mann heilen. Viele Menschen kommen deswegen zu den Aposteln. Die Apostel betonen: Nicht aus unserer Kraft haben wir bewirkt, dass dieser Mann nun gehen und herumlaufen kann, sondern einzig und allein der Auferstandene und Auferweckte Herr Jesus Christus! Die Jünger waren ganz vom Geist ihres auferstandenen Herrn Jesus Christus erfüllt, sodass sie viele Kranke und von unreinen Geistern Geplagte heilen konnten. Ein interessantes Detail: Wenn auch nur der Schatten des Petrus auf einen der kranken Menschen fiel, so wurde er geheilt! Die Geheilten fanden zum Glauben an Jesus Christus! Der Glaube an den auferweckten, lebendigen Herrn ist die MITTE unserer Kirche! Nichts anderes ist bedeutsamer als Christus! IHM wollen wir niemals etwas anderes vorziehen.
Im Buch der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des Neuen Testaments, erfahren wir von einer Vision des Schreibers dieses Buches, von Johannes selbst. „Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen…“ Mit dem „Tag des Herrn“ ist durchaus der erste Tag der Woche von den Ostererzählungen (sprich Osterevangelien) gemeint. Der erste Tag ist der Ostersonntag! Jesus Christus offenbart sich dem Seher Johannes, indem er spricht: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch siehe ich lebe.“ Die vier Evangelien wurden von Ostern her geschrieben; sie haben ihren „Ursprung“ zu Ostern und in den Erzählungen über den Auferstandenen. Der Sonntag als Auferstehungstag ist der erste Tag der Woche. Von daher ergibt sich die alles überbietende Bedeutung des Sonntags heute als gemeinsam freier Tag!
Es ist wunderbar, an den Auferstandenen und die Auferstehung der Toten glauben zu können.
Die Evangelienstelle vom (un)gläubigen Thomas gehört zu Ostern dazu: Es ist am ersten Tag der Woche abends – Christus der Auferweckte erscheint den Jüngern, die hinter den verschlossenen Türen ihrer Angst und ihres Kummers sitzen. ER wünscht ihnen drei Mal den österlichen Frieden. Jesus sendet sie sodann durch seine Kraft aus! Auch verheißt er ihnen gleich den Heiligen Geist: „Empfangt den Heiligen Geist!“ Das finden wir nur beim Evangelist Johannes – er schreibt von Ostern und Pfingsten in einem „Atemzug“. Doch wer ist bei der Begegnung des Auferstandenen vor den Jüngern nicht dabei? – Thomas, der Zwilling. Thomas braucht Beweise, sonst kann er nicht glauben – und er bekommt sie am Sonntag darauf – also am 2. Sonntag der Osterzeit: Der auferweckte Christus begegnet besonders Thomas und spricht zu ihm (nach der Genfer Bibelübersetzung):
„Reich deine Hand her und leg sie in meine Seite! Und sei nicht mehr ungläubig, sondern glaube!“ Thomas bekennt sofort: „Mein Herr und mein Gott!“ Sein Bekenntnis ist großartig. Es ist tröstlich, dass es auch den Zweifler, den „Thomas“ in uns geben darf. Er braucht etwas länger, doch dann bekennt er sich voll zu Jesus Christus! Das gibt’s auch bei uns. Es ist wunderbar, an den Auferstandenen und die Auferstehung der Toten glauben zu können!
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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