Nach Operation an Lunge
Freude in Kirche nach Rückkehr des Papstes aus Klinik

Papst Leo XIV. spricht zum ersten Mal nach seinem Krankenhausaufenthalt beim Angelus-Gebet am Fenster des Apostolischen Palastes am 18. Oktober 2026 im Vatikan.

 | Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
2Bilder
  • Papst Leo XIV. spricht zum ersten Mal nach seinem Krankenhausaufenthalt beim Angelus-Gebet am Fenster des Apostolischen Palastes am 18. Oktober 2026 im Vatikan.

  • Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
  • hochgeladen von Kirche bunt Redaktion

Papst Leo XIV. nimmt nach seiner Krebsoperation nach und nach seine Amtsgeschäfte wieder auf: Die wöchentliche Generalaudienz wird das Kirchenoberhaupt wie gewohnt am Mittwoch auf dem Petersplatz leiten, wie der Vatikan am Montag mitteilte. Dort hatte der 71-Jährige bereits am Sonntag das übliche Mittagsgebet geleitet. "Ich möchte mich bei allen bedanken, die in den letzten Tagen für mich gebetet haben", sagte Leo XIV. unter Jubel und "Viva-il-Papa"-Rufen der rund 15.000 auf dem Platz versammelten Menschen.

Anders als sonst zu Wochenbeginn fährt Leo XIV. nicht in seine Residenz nach Castel Gandolfo, wie aus Vatikan-Kreisen zu erfahren war. Der Papst werde im Apostolischen Palast seine Genesung fortsetzen. Normalerweise verbringt Leo XIV. in dem Bergort rund 25 Kilometer südöstlich von Rom seinen "freien Dienstag" mit Bewegung, Lesen und Beten.

Dem Papst wurde am vergangenen Dienstag (13. Oktober) im römischen Gemelli-Spital der rechte untere Lungenlappen entfernt, in dem sich ein bösartiger Tumor gebildet hatte. Am Samstag wurde er aufgrund seines guten Genesungszustands wieder aus dem Krankenhaus entlassen, drei Tage früher als zuvor vom Vatikan veranschlagt.

Laut seinen Ärzten steht Leos Südamerikareise aus medizinischer Sicht nichts im Wege. Der Papst will vom 6. bis 17. November Uruguay, Argentinien und Peru besuchen. Ob der Krebs "gestreut", also Metastasen gebildet hat, sollen Untersuchungen zeigen, deren Ergebnisse in diesen Tagen erwartet werden.

Seit 13. Oktober stand fest: Der Knoten, der Papst Leo XIV. aus der Lunge entfernt werden musste, war ein bösartiger Tumor. 

Noch am selben Abend teilten die behandelnden Ärzte des Papstes die Ergebnisse mit. Im Krankenhaus wurde schon am Tag darauf mit der Atemphysiotherapie begonnen. Dem Papst gehe es den Umständen entsprechend gut, er gehe bereits in seinem Zimmer umhe. Die Ergebnisse der für die Zeit nach dem Eingriff vorgesehenen und durchgeführten Blutuntersuchungen und einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs bestätigten einen regulären postoperativen Verlauf: "Die Werte liegen im Normbereich für die Art des durchgeführten Eingriffs", so die Mediziner. Leo XIV. habe normal gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Seine Genesung verlaufe wie erwartet. "Der Papst ist in guter Stimmung", sagte Vatikansprecher Matteo Bruni.

Welche Diagnose hat der Papst erhalten?

In dem Lungenlappen, der dem Papst entfernt wurde, befand sich ein Adenokarzinom, also ein bösartiger Tumor. Der Verdacht bestand laut Vatikanangaben bereits seit einer früheren Untersuchung. Leo XIV. hatte beim Angelus-Gebet am Sonntag von einem "begrenzten Knoten in meiner Lunge" gesprochen, der in einem "sehr frühen Stadium" entdeckt worden sei. Ärzte hätten ihm zu einem Eingriff geraten.

Völlig überraschend hatte Papst Leo XIV. am Sonntag, 11. Oktober, bekanntgegeben, dass er sich einer Lungenoperation unterziehen müsse. Für das Kirchenoberhaupt gab es Genesungswünsche aus aller Welt. Am Dienstagnachmittag begab sich das Kirchenoberhaupt zur Operation und Behandlung in der „Agostino Gemelli“-Klinik in Rom. 

Vor seinem anstehenden Klinikaufenthalt absolvierte das Kirchenoberhaupt noch einen vollgepackten Arbeitsalltag. Allein am Montagvormittag standen sechs Einzelgespräche und eine Gruppenaudienz auf dem Programm.

Welle an Genesungswünschen

Im Vorfeld der Operation gab es eine Welle an Genesungswünschen aus aller Welt. Neben Staats- und Regierungschefs, allen voran Italiens Premierministerin Giorgia Meloni und Perus Präsidentin Keiko Kujimori, baten Bischofskonferenzen aus aller Welt um das Gebet für den Papst. So rief auch der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, zum Gebet für Papst Leo XIV. auf. „Beten und bitten wir, dass der Eingriff gut verlaufen und die Genesung sich rasch einstellen wird“, bat der Salzburger Erzbischof. Lackner nimmt derzeit am großen internationalen Bischofstreffens zur Ehe- und Familienseelsorge im Vatikan teil, zu der Bischöfe aus aller Welt in Rom weilen. Ein Zusammentreffen mit dem Papst, wie ursprünglich geplant, wird es nicht geben.

„Beten und bitten wir, dass der Eingriff gut verlaufen und die Genesung sich rasch einstellen wird."

Bis 20. Oktober wurden alle Papst-Termine abgesagt. Auf besorgte Anfragen reagierten die Bischofskonferenzen in Uruguay, Argentinien und Peru. Die drei südamerikansichen Staaten will Leo vom 6. bis 17. November besuchen. Bisher seien keine Planänderungen vorgesehen, teilten die Bischöfe aus Uruguay mit. „Natürlich beten wir alle für die Gesundheit des Papstes und vertrauen darauf, dass alles gut gehen wird, dass er sich erholen wird und zum geplanten Termin hier sein kann“, so Montevideos Kardinal Daniel Sturla.

Neben den bangen Sorgen um die Gesundheit des Papstes beschäftigt viele Menschen noch eine andere Frage: Wie geht es weiter im Vatikan, wenn ein Papst ausfällt? Was in kürzeren oder längeren Ausfallzeiten des Papstes geschieht, ist in der katholischen Kirche relativ klar, aber nicht restlos geregelt. Dazu zählt der Grundsatz, dass es für den Kern des Papstamtes keine Stellvertretung gibt. Deshalb müssen wichtige Audienzen mit Staatsoberhäuptern oder Regierungschefs schlichtweg verschoben werden.

Im Krankenhaus und im Amt

Ansonsten wird erwartet, dass Leo XIV. in der vorerst auf eine Woche veranschlagten Erholungsphase die Weltkirche vom Krankenzimmer aus regiert. Erzbischof Paolo Rudelli, seit April als Substitut – eine Art Kanzleramtsminister – die Nummer drei im Vatikan kann dem Kirchen- und Staatsoberhaupt dringliche Ernennungen und Dekrete in der Gemelli-Klinik zur Unterschrift vorlegen. Ähnliches gilt auch für Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der Nummer 2 im Vatikan. Da Leo XIV. der erste Papst mit Smartphone-Kompetenz ist, könnte er zudem einige Dinge, die keine päpstliche Unterschrift erfordern, auch per Mail oder Messengerdienst regeln. Bei einer längeren Verhinderung des Papstes würde Parolin wohl eine Schlüsselfigur sein.
Der Stellvertreter des Papstes für die Diözese Rom, Kardinal Baldassare Reina, kündigte ein Rosenkranzgebet für Leo XIV. in der zentralen Kapelle der Klinik an. Doch nicht nur in Rom, wohl weltweit wird in diesen Tagen für die Gesundheit und baldige Genesung des Papstes gebetet! KAP/Red.

Papst Leo XIV. spricht zum ersten Mal nach seinem Krankenhausaufenthalt beim Angelus-Gebet am Fenster des Apostolischen Palastes am 18. Oktober 2026 im Vatikan.

 | Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
Papst Leo XIV. wird am 13. Oktober bei seiner Ankunft in der Gemelli-Klinik von deren medizinischem Direktor Andrea Cambieri begrüßt. | Foto: Christian Gennari/Romano Siciliani/KNA
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ