Ökumenischer Gottesdienst für die ...
... Einheit der Christen

Auf dem Foto v. l.: Daniela Wiedl (Ökumenischer Arbeitskreis), Pastor Wolfgang Grabensteiner (Altkatholik), Pfarrer Catalin Soare (rumänisch-orthodox), H. Mauritius Lenz (Stift Herzogenburg), NÖ Superintendent Michael Simmer, Pfarrerin Baukje Leitner (evangelisch), Ruslan Stetsyk (ukrainisch-griechisch-katholisch), Angelika Beroun-Linhart, Vorsitzende Katholischer Akademikerverband, und KA-Präsident Reinhard Länger. | Foto: Sonja Planitzer
  • Auf dem Foto v. l.: Daniela Wiedl (Ökumenischer Arbeitskreis), Pastor Wolfgang Grabensteiner (Altkatholik), Pfarrer Catalin Soare (rumänisch-orthodox), H. Mauritius Lenz (Stift Herzogenburg), NÖ Superintendent Michael Simmer, Pfarrerin Baukje Leitner (evangelisch), Ruslan Stetsyk (ukrainisch-griechisch-katholisch), Angelika Beroun-Linhart, Vorsitzende Katholischer Akademikerverband, und KA-Präsident Reinhard Länger.
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Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarre St. Johannes Kapistran in St. Pölten feierten Christinnen und Christen aus mehreren Konfessionen die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die am 18. Jänner begann. Die Texte zur Gebetswoche stammen dieses Jahr aus Armenien. „Das Motto lautet: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“, so Superintendent Michael Simmer in seinen einleitenden Worten. Er betonte: „Die Texte laden dazu ein, sich mit dem geistlichen Reichtum der christlichen Tradition in Armenien zu beschäftigen.“

Debatte um die christliche Kultur
in Europa


Auch H. Mauritius Lenz nahm in seiner Predigt Bezug auf Armenien. „Dieses Land im Vorderen Orient, das vielen von uns fremd sein mag, ist stark vom Christentum geprägt“, so der Herzogenburger Augustiner Chorherr mit Verweis auf die Tatsache, dass Armenien die erste christliche Nation der Weltgeschichte ist. Eine Nation, die viel Leid erlitt: In den letzten Jahren des Osmanischen Reiches kam es zum Genozid an Armeniern. Ab 1915 wurden zwischen 600.000 und 1,5 Millionen Armenier getötet, Überlebende flüchteten. Heute ist die politische Lage im Land angespannt, geprägt durch den anhaltenden Konflikt mit Aserbaidschan um das Gebiet Bergkarabach
H. Mauritius verwies aber auch auf die Debatte um die christliche Kultur in Europa und zitierte Aussagen von US-Präsident Donald Trump über einen angeblichen „kulturellen Niedergang“ in Europa. Der Chorherr stellte die Frage, was christliche Kultur eigentlich bedeute. Die Antworten, so H. Mauritius, seien unterschiedlich: Für die einen stehe sie für Offenheit, Gastfreundschaft und soziale Gerechtigkeit, für andere sei sie das Festhalten an traditionellen Werten, sichtbaren christlichen Symbolen und teils auch Abgrenzung gegenüber Nichtchristen. „Da stehen verschiedene Strömungen einander gegenüber und die Brüche gehen durch die Kirchen, eigentlich bei allen Konfessionen“, konstatierte H. Mauritius. Mit Verweis auf die Worte von Papst Johannes Paul II., der bei seiner Antrittsrede 1978 vor dem Hintergrund eines geteilten Europas sagte: „Non avete paura“ (Habt keine Angst). H. Mauritius: „Worte, die auch für uns heute gelten! Wir brauchen keine Angst haben! Das Licht Christi macht uns Mut.“

Eingeladen zum Gottesdienst hatte  u. a. der Katholische Akademiker/innenverband der Diözese St. Pölten. Dessen Vorsitzende Angelika Beroun-Linhart begleitete den Gottesdienst auf der Orgel. Für schwungvolle musikalische Begleitung sorgte darüber hinaus der Arche Noah-Chor Böheimkirchen unter der Leitung von Michael Ammann.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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