Über das Thema wird oft geschwiegen
Obdachlose Frauen: Sozialminister besucht Emmaus-Einrichtung

Sozialminister Wolfgang Mückstein hat das St. Pöltner Wohnheim „Brot und Rosen“ besucht. Die Einrichtung für obdachlose Frauen wird von der Emmausgemeinschaft geführt. Mückstein würdigte die Einrichtung und plädierte dafür, sich verstärkt für wohnungslose Frauen einzusetzen. „Über Obdachlosigkeit wird oft geschwiegen. Speziell, wenn Frauen davon betroffen sind, spricht man oft von einer sogenannten versteckten Obdachlosigkeit“, so der Minister.

Die Hemmschwelle, Unterstützung zu suchen, sei bei Frauen um ein Vielfaches höher. Das Gefühl von Scham und von persönlichem Versagen spiele eine „große Rolle“, so Mückstein. Viele der Betroffenen kämen nur kurzfris­tig bei Bekannten oder Verwandten unter. Einrichtungen wie das Wohnheim „Brot und Rosen“ seien wichtig, weil sie Frauen ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Hygiene anbieten, aber auch die Zeit, um seelische Wunden heilen zu lassen.

„In den Jahren 2004 bis 2020 wurden insgesamt 1.102 Frauen von uns begleitet und unterstützt. Über 3.000 Anfragen erlauben Rückschlüsse auf die Not“, erklärte Rita Olah, die Leiterin des Frauenwohnheims. Das Haus vereint eine Notschlafstelle (4 Plätze), ein Tageszentrum und ein Wohnheim (5 Plätze für akut von Obdachlosigkeit bedrohte Frauen, 12 Plätze für Frauen mit psychischen Erkrankungen) und bietet außerdem Hilfe für Frauen, die in Not geraten sind. Ziel ist laut Emmaus die Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstbestimmung im Wohn-, Alltags- und Freizeitbereich sowie der Zugang zum Arbeitsmarkt. Eine Tagesstruktur hilft bei der Rehabilitation und trainiert individuelle Fähigkeiten.

Die Emmausgemeinschaft betreibt an sieben Standorten in St. Pölten Einrichtungen zur Unterstützung für Menschen in Krisensituationen. Die Gründung durch den Theologen und Sozialarbeiter Karl Rottenschlager als Auffangnetz für Haftentlassene liegt inzwischen knapp 40 Jahre zurück. Heute bietet der Verein Wohnheime, Tageszentren, Notschlafstellen, eine Beratungsstelle sowie Arbeits- und Beschäftigungsplätze für Männer, Frauen und Jugendliche.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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