Jahr des heiligen Josef
Das Corona-Jahr im Kindergarten

Die Kindergartenpädagoginnen Cherish Schabasser und Ulrike Geißberger im Praxiskindergarten der BASOP St. Pölten.
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  • Die Kindergartenpädagoginnen Cherish Schabasser und Ulrike Geißberger im Praxiskindergarten der BASOP St. Pölten.
  • Foto: Patricia Harant-Schagerl
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Im „Jahr des heiligen Josef“ stellen wir Menschen vor, die während der Corona-Pandemie in system­relevanten Berufen an „vorderster Front“ stehen. Die Kindergärten hatten und haben auch während der Lockdowns durchgehend geöffnet – so wie der Praxiskindergarten der BASOP St. Pölten.
Von einem Tag auf den anderen war alles anders. Mit dem Beginn des ersten Lockdowns vor einem Jahr war der Kindergarten plötzlich leer: Stille statt fröhlichem Kinderlachen. Mittlerweile ist der Praxiskindergarten der BASOP St. Pölten wieder gut besucht. „Ab Jänner sind die Kinder wieder vermehrt in den Kindergarten gekommen – und waren bis vor Ostern wieder fast alle da“, erzählen die Pädagoginnen Cherish Schabasser und Ulrike Geißberger.
Das Corona-Jahr hat gezeigt, dass auf die Kindergärten Verlass ist. Durchgehend geöffnet vermitteln sie Kindern und ihren Familien ein Stück „Normalität“ im Auf und Ab der Pandemie. Sie sind sys­temrelevant – nicht nur weil sie für berufs­tätige Eltern die Kinderbetreuung übernehmen, sondern als Bildungs- und Lebensraum sind sie auch systemrelevant für die Kinder selbst.

Die Kinder sollen möglichst wenig belastet werden
Sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, fällt Kindern leicht. „In den Ellenbogen niesen, das haben sich die Kinder schneller angewöhnt als ich“, meint die gebürtige Amerikanerin Cherish Schabasser lachend. Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Alltag waren und sind zwar Thema im Kindergarten, allerdings sollte der Fokus nicht permanent darauf liegen, ist Ulrike Geißberger überzeugt: „Die Kinder sollen hier einen möglichst normalen, entspannten Alltag erleben und möglichst wenig belastet werden.“
Trotzdem ist Corona nicht spurlos am Kindergarten vorübergegangen – auch wenn bisher niemand von den Kindern und Betreuerinnen daran erkrankt ist. Eltern dürfen das Gebäude nicht betreten, was die Eingewöhnung neuer Kinder und den Kontakt zwischen Eltern und Pädagoginnen erschwert. Kein Händereichen im Sitzkreis oder beim Begrüßen, die Gruppen sind streng voneinander getrennt. Das Personal muss sich regelmäßig testen lassen und früher den Dienst beginnen, damit die Kinder gleich in die eigene Gruppe gehen können.

Zu den Kindern Abstand halten ist nicht möglich
Im Umgang mit den Kindern ist es den Pädagoginnen nicht immer möglich, eine Maske zu tragen oder die Abstandsregeln ständig einzuhalten. Und auch wenn die Betreuerinnen Türgriffe und Möbeloberflächen sorgfältig desinfizieren, gäbe es doch Kolleginnen, die mitunter Angst haben vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Obwohl immer wieder einzelne Mitarbeiterinnen als K1-Personen in Quarantäne gewesen sind, gab es bisher keinen Personalengpass im Praxiskindergarten, weil in diesen Zeiten meistens ohnehin weniger Kinder zu betreuen waren. Ein positiver Effekt der verstärkten Hygienemaßnahmen: Es gab kaum Krankenstände, keinen Schnupfen, keine Grippe.
Die Stimmung der Eltern sei im Vergleich zum Frühjahr 2020 entspannter: Damals sei schon bei einem Verdachtsfall Aufregung entstanden, heute sei das Testen ein Stück Normalität. Während des zweiten Lock­downs im Herbst/Winter habe man jedoch immer wieder die Anspannung der Eltern gespürt. Einige riefen im Kindergarten an und baten um Tipps: „Ich weiß nicht mehr, was ich mit meinem Kind zuhause machen soll.“ Weil man als Familie mit Kleinkindern im Lockdown bald an Grenzen stoße, „schätzt die Gesellschaft die Bildungseinrichtung Kindergarten jetzt mehr“, meint Ulrike Geißberger.
Befragt nach ihren Wünschen an Gesellschaft und Politik, antworten die beiden Pädagoginnen: mehr Anerkennung für ihre Arbeit und weniger Kinder pro Gruppe, um individueller auf Kinder eingehen zu können.

Autor:

Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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