Geheimnisvolle Kraftorte in Wien
Von versteckten Kirchen beim Lainzer Tiergarten

Wegweiser zeigen uns den Weg zur sogenannten „Bildeiche“: ein gewaltiger Baum, geschmückt mit Zeichnungen, Kreuzen aus Ästen gebunden und Rosenkränzen.
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  • Wegweiser zeigen uns den Weg zur sogenannten „Bildeiche“: ein gewaltiger Baum, geschmückt mit Zeichnungen, Kreuzen aus Ästen gebunden und Rosenkränzen.
  • Foto: Andrea Harringer
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Von der Wotrubakirche, über die Bildeiche im Maurer Wald und durch den Maurer Wald bis nach Laab im Walde. Ein Ausflug für Fans architektonischer Blickfänge, spiritueller Kraftorte, und von Wäldern, die einen die Hektik des Alltags komplett vergessen lassen.

Wir starten unseren zweiten Ausflug bei der Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit im 23. Wiener Gemeindebezirk, besser bekannt unter dem Namen Wotrubakirche. Die Kirche wurde Mitte der siebziger Jahre nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba und Plänen des Architekten Fritz Gerhard Mayr aus 152 unverkleideten Betonblöcken erbaut und ist in jedem Fall – auch wenn es erst der Anfang der Wanderung ist – einen Blick wert.

Wir bleiben heute hier aber nicht lange. Die Wotrubakirche haben wir schon öfters besucht – heute aber gilt unser Interesse einem anderen spirituellen Ort ganz in der Nähe. Von der Wotrubakirche gehen wir deshalb in Richtung Pappelteich. Am sogenannten Sternengarten vorbei (nähere Infos dazu unter www1.astroverein.at) führt ein geschotterter Weg direkt in den Wald. Binnen weniger Minuten sind wir tief drinnen im dichten Grün und gefühlt unendlich weit von jeglicher Zivilisation – wunderbar kühl und wunderbar schattig.

Immer an der Mauer entlang

Wegweiser zeigen uns den Weg zur sogenannten „Bildeiche“: ein gewaltiger Baum, geschmückt mit Zeichnungen, Kreuzen aus Ästen gebunden und Rosenkränzen. Hier kann man es gut aushalten – eine kurze Andacht machen, ein Gebet sprechen. Doch uns zieht es weiter – wir haben heute noch viel vor.

Der Planetenweg an der Lainzer Tiergarten Mauer entlang ist unser nächstes Ziel. Der ist nicht schwer zu finden: Von der Bildeiche folgt man dem Weg links bis zur Schießstätte, an der vorbei geht es links weiter durch den Wald und immer geradeaus, bis man auf eine Mauer trifft – das ist jene, die rund um den Lainzer Tiergarten verläuft. Wir gehen links, immer entlang dieser Mauer. Unserem Sonnensystem entsprechend finden sich hier in regelmäßigen Abständen maßstabsgetreue Abbildungen der Planeten und kurze Informationen dazu.

Nach etwa 30 Minuten Weg kommen wir an eine Straße – die Gütenbachstraße, die, wenn wir rechts gehen, direkt zum Gütenbachtor geht, eines von 4 Toren, die in den Lainzer Tiergarten hineinführen. Wieder einmal stehen wir vor der Qual der Wahl: Gehen wir in den Lainzer Tiergarten und so nach Laab im Walde. Oder gehen wir lieber weiter – mehr oder weniger – an der Lainzer Tiergarten Mauer entlang und suchen das Ende des Planetenwegs. Wir entscheiden uns für Zweiteres. Denn schließlich wollen wir alle Planetentafeln noch sehen.
Der weitere Weg führt uns zunächst eine Wiese entlang, wenig später tauchen wir wieder in den Wald ein. Wie schon den gesamten Weg, geht es bergauf und bergab. Langweile kommt so nicht auf, allzugroße Erschöpfung auch nicht. Nach etwa 60 Minuten sind wir beim Laaber Tor angelangt.

Bratwürstel und Brombeermarmelade

Bevor wir aber nun wirklich den Weg zurück antreten, haben wir in Laab noch ein ganz spezielles Ziel: das Kloster der Barmherzigen Schwester vom heiligen Vinzenz von Paul bzw. den dazugehörigen Bioladen. Blöderweise habe ich mich bei den Öffnungszeiten verschaut und wir kommen außerhalb dieser am Bioladen an. So bleibt uns „nur“ der Automat, der rund um die Uhr ein kleines Sortiment biologischer Köstlichkeiten bereit hält. Mit Bio-Bratwürstel fürs Abendessen und einem Glas Brombeermarmelade machen wir uns auf den Rückweg.

Sollten Sie mal vorbeiwandern wollen – die Öffnungszeiten des Bioladens sind Donnerstags 13-18 Uhr, Freitags 9-18 Uhr, Samstags 9-13 Uhr.

Wer möchte, kann in Laab einfach den Bus zurück nach Wien-Liesing nehmen – von wo aus sich praktisch alle Möglichkeiten auftun (Schnellbahn, Züge, weitere Autobusse). Oder man geht, so wie wir, zurück. Etwa 90 Minuten dauert der Rückweg. Mit dem genauen Studieren des Planetenweges, einer kurzen Mittags-Rast und dem Stop beim Bio-Automaten waren wir über 5 Stunden unterwegs.

Da darf man dann schon mal ein bisschen müde sein. Schön war es aber allemal. Denn der Weg ist wirklich ausgesprochen abwechslungsreich: Bergauf und bergab, zum absolut überwiegenden Teil durch den Wald. Es gibt unzählige Baumstämme zum Balancieren. Das einzige, was es auf dem Weg kaum gibt, sind Bänke, um auszurasten oder Einkehrmöglichkeiten. Wir haben deshalb ganz einfach einen dicken Stamm am Weg als Rastplatz genommen – das hat auch funktioniert.

Für jeden Geschmack ist etwas dabei

Das Allerschönste aber ist, dass man in dieser Gegend so viele verschiedene Wege gehen kann. Und ein kleiner Hinweis noch: Wer gerne mit dem Rad fährt, der ist hier auch genau richtig. Zahlreiche Radrouten – leichtere und schwerere – führen durch den Wald. Nur im Lainzer Tiergarten selbst sind Räder nicht erlaubt.

Zum Thema kinderwagentauglich: Vor allem der Weg durch den Wald vom Gütenbachtor zum Laaber Tor ist nichts für Kinderwägen! Aber den Maurer Wald durchziehen viele, viele Wege, die wunderbar auch mit einem Kinderwagen befahren werden können. Auch zur Bildeiche führen viele flache, breite, gute befestigte Waldwege. Am besten ausprobieren und schauen, wohin sie einen sonst noch führen.

Urlaub im Kleinen

Autor:

Andrea Harringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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