Sommer 2020: Tagesausflug – Urlaub im Kleinen
Eine Aussichtswarte mitten im Wald

Der Spielplatz liegt im Schatten des Waldes und bietet kleineren und größeren Kindern eine Menge Möglichkeiten sich auszutoben
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  • Der Spielplatz liegt im Schatten des Waldes und bietet kleineren und größeren Kindern eine Menge Möglichkeiten sich auszutoben
  • Foto: Andrea Harringer
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Jetzt, da wir uns – mit aller gebotenen Vorsicht und Eigenverantwortung – wieder freier bewegen können, scheint uns kaum mehr etwas zu halten. Oder wann haben Sie das letzte Mal so viele Spaziergänger und Radfahrer gesehen?Auch unsere Sommerserie „Tagesausflug – Urlaub im Kleinen“ folgt diesem „Trend“.

9 Ausflugstipps stehen auf unserem Programm. Heute starten wir mit einer kleinen Wanderung vom Passauerhof über die Leopold-Figl Warte nach Tulbing.

Der Tag, den wir uns für unseren ersten Ausflug ausgesucht haben, verspricht schon in der Früh wettertechnisch ein idealer Tag zum Wandern zu werden: kein Regen, ein paar Wolken am Himmel, die der Sonne genau so viel Möglichkeit zum scheinen lassen, dass man keine große Angst vor einem Sonnenstich zu haben braucht.

Mit dem Regionalbus 450 fahren wir von Hütteldorf bis Mauerbach und steigen dort um in den Regionalbus 449 zum Passauerhof, dem Ausgangspunkt unserer kleinen Wanderung. Von der Bushaltestelle aus gehen wir ein kurzes Stück in nordöstlicher Richtung direkt an der Straße. Die Straße ist nicht stark befahren und Teil eines anderen Wanderwegs, des „Planetenwegs“.

Wer aber hier schon in „Natur pur“ eintauchen möchte, kann versuchen, zwischendurch auf den Weg durch den Wald auszuweichen. Die Gesamtgehzeit wird sich damit wohl ein wenig verlängern. Vor allem an sonnigen, heißen Tagen ist das bestimmt trotzdem die bessere Wahl.

Eine kleine Rast beim Spielplatz
Nach etwa 20 Minuten kommen wir beim Berghotel Tulbingerkogel an. Links am Berghotel vorbei geht ein Weg, der hinauf zur Leopold-Figl-Warte führt. Den nehmen wir. Wenige Meter weiter sieht man links einen Spielplatz. Der Spielplatz liegt im Schatten des Waldes und bietet kleineren und größeren Kindern eine Menge Möglichkeiten sich auszutoben – sei es beim Klettern oder beim Schaukeln. Auch Eltern finden hier Sitzgelegenheiten.

Wir wollen aber gleich weiter zur Leopold-Figl-Warte und gehen deshalb den Weg weiter bergauf. Bei der ersten Gabelung halten wir uns rechts. Wenn Sie den Weg nachgehen wollen, gönnen Sie sich doch hier auch einen kurzen Blick nach rechts in den Wald – dort stehen einige Bienenstöcke, zu denen man auch vorsichtig ein wenig hingehen kann. Das Summen der Bienen zu hören und die Tierchen ein wenig zu beobachten, wie sie ein- und ausfliegen, ist eine faszinierende Sache.

Leopold-Figl-Warte in Sicht
Wenn Sie sich von den Bienen lösen können und ein paar Meter weitergehen, können Sie die Warte bereits sehen – zur Motivation nicht so gehfreudiger Kinder vielleicht durchwegs hilfreich! Etwa 15 Minuten später stehen wir vor der Leopold-Figl-Warte. Die Warte wurde 1967 errichtet. Lange Zeit stand hier eine Warte aus Holz, die allerdings im 2. Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht zerstört wurde. 1967 wurde dann – nach einem Entwurf von Clemens Holzmeister – eine neue Warte in Stahlbetonbauweise erbaut. Eine Treppe windet sich schneckenartig nach oben.

Die Treppe ist wirklich sehr eng – wer hier auf „Social Distancing“ hofft, kann bei entsprechendem Besucheraufkommen enttäuscht werden. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es aber auch hier funktionieren kann, wenn alle mitspielen. Als wir den Ausflug gemacht haben, sind die zusammengehörenden Wanderer immer miteinander hinauf gegangen und auch miteinander wieder herunter. Erst dann gingen die Nächsten hinauf. Man musste dadurch natürlich ein wenig warten, aber das Warten lohnt sich auf alle Fälle, denn die Plattform der Warte bietet eine wunderbare Aussicht über das Tullnerfeld. An schönen, klaren Tagen reicht die Aussicht bis zu den Alpen und zur Donau.

Immer durch den Wald

Wieder herunten, kann man überlegen, wo man lieber hingehen möchte. Gleich von der Warte geht ein Weg hinunter nach Königstetten. Geht man den Weg in Richtung Berghotel Tulbingerkogel zurück, findet man aber auch leicht - rechterhand – einen Weg nach Tulbing.

Wir überlegen kurz: In Königstetten sind wir immer wieder mal und haben dort etwa auch schon den wirklich empfehlenswerten Bienenlehrpfad besucht, wo man auf einem wirklich feinen Rundwanderweg (etwa eine Stunde) allerlei Wissenswertes über das Leben und Wirken der Honigbiene erfährt (wir haben im SONNTAG darüber berichtet). Gerade weil wir dieses Gebiet aber ein bisschen besser kennen, entscheiden wir uns dieses Mal für den Weg nach Tulbing.

Der Weg ist ein Waldweg im besten Sinne: Sonnengeschützt und steil über viele Wurzeln und Steine – ein echter Spaß, ihn zu gehen. Allerlei seltsame Bäume fallen uns auf dem Weg auf – was den einen Baum wohl so einzigartig in die Höhe hat wachsen lassen?

Erst die letzten 10 bis 15 Minuten des Weges durch den Ort Tulbing gehen wir in der Sonne. Wer möchte, kann sich aber dann noch in der Pfarrkirche ein wenig abkühlen, die einem nicht selten anzutreffenden Heiligen geweiht ist: dem heiligen Mauritius.

Ab nach Hause

Von Tulbing fährt ein Autobus wieder nach Wien Hütteldorf – eine Haltestelle findet sich am Hauptplatz. Wer sein Auto beim Passauerhof hat stehen lassen, der muss den Weg wohl wieder zurückgehen. Das ist eine wirklich steile Angelegenheit – aber für Gehfreudige und Gehwillige absolut machbar. Und es geht ja auch größtenteils durch den schattigen Wald.

Vom Passauerhof nach Tulbing sind wir – mit der Unterbrechung bei der Leopold- Figl-Warte – etwa 2 Stunden gegangen. Der Weg zurück wird wohl, weil bergauf, ein wenig länger dauern. Hat aber auch den Vorteil, dass auf dem Spielplatz noch einmal geschaukelt werden kann.

Urlaub im Kleinen

Autor:

Andrea Harringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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