Meinung
Zur Gendermedizin

Mark Regnerus (50) ist Religionssoziologe an der Universität von Texas in Austin/ USA und Vorstandsmitglied am Austin Institut für Familien- und Kulturwissenschaften.
  • Mark Regnerus (50) ist Religionssoziologe an der Universität von Texas in Austin/ USA und Vorstandsmitglied am Austin Institut für Familien- und Kulturwissenschaften.
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Die menschliche Person – Geist, Körper und
Seele – ist zunehmend ein Haus, das in sich
gespalten ist.

Im Westen hat das zu einer Explosion der Geschlechtsdysphorie geführt: Immer mehr junge Menschen sind davon überzeugt, dass sie in den falschen Körper hineingeboren wurden. Die Vereinigten Staaten sollten an dieser Stelle als Warnung dienen. Die Amerikaner waren früher vorsichtig damit, Minderjährigen Hormone und chirurgische Eingriffe in Aussicht zu stellen, damit sie zu einer besseren Übereinstimmung ihres Geistes und Körpers finden. Nicht mehr! Wir haben kürzlich 40.000 Online-Spendenaufrufe für doppelte Brustamputationen bei jungen amerikanischen Frauen gezählt – und nein, sie waren nicht für die Behandlung von Brustkrebs.

Vorsicht ist unerwünscht! Dies wird deutlich, wenn amerikanische Behörden versuchen, die Hürden für Hormontherapien und Operationen zu senken – und sogar Verfahren vor dem 18. Lebensjahr ermöglichen wollen. Das ist nicht empathisch. Es ist rücksichtslose experimentelle Medizin.

Die Sterilisation Minderjähriger, selbst mit Zustimmung der Eltern, galt lange Zeit als Menschenrechtsverletzung. Jetzt wird sie als „lebensrettende“ Behandlung bezeichnet. Und das in einer Phase, in der die bei Transgender-Jugendlichen üblichen Depressionen und Angstzustände zunehmend dem Anti-LGBTQ+-Stigma zugeschrieben werden und nicht dem Trauma, das zu ihren psychischen Erkrankungen geführt hat. Daher ist keine psychologische Hilfe mehr erforderlich, wenn man eine Hormonspritzenbehandlung beantragt. Sie wird lediglich empfohlen!

Wir sind nicht an diesen Punkt gekommen, weil wir der Wissenschaft gefolgt sind. Stattdessen haben wir uns von einer Ideologie überrollen lassen. In den Vereinigten Staaten bedeutet dies, dass die akademischen Zeitschriften und Berufsverbände bestimmten Schlussfolgerungen verpflichtet sind. Und das ganz unabhängig davon, wie die Datenlage ist. Die Gender-Ideologie zeigt sich auch in der Umerziehung im Sprachgebrauch, durch die Zunahme von Gender-Kliniken – in den USA gibt es fast 300 – und durch die Unterdrückung abweichender Meinungen. So sollten Medizin und Sozialwissenschaften nicht funktionieren.

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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