Meinung
Mitleiden und verändern

Maria Jungk (30) kommt aus Oberösterreich. Die Religionslehrerin und Musikerin arbeitet derzeit im Team „Young Missio“ bei den Päpstlichen Missionswerken in Wien.
  • Maria Jungk (30) kommt aus Oberösterreich. Die Religionslehrerin und Musikerin arbeitet derzeit im Team „Young Missio“ bei den Päpstlichen Missionswerken in Wien.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sophie Lauringer

Krieg. Pandemie. Katastrophen.

Wo führt das alles hin? Wie umgehen mit dem Leid? Angesichts der aktuellen Weltlage gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Ich versuche Antworten zu finden, Lösungen zu suchen und schrittweise gelingt es.

Doch manches ­­ Mal stehe ich einfach da, ratlos und sprachlos und die „Warum-Frage“ bleibt. Was jetzt? Den Kopf in den Sand stecken oder ein „Kann man eh nichts machen“- Schulterzucken und im gewohnten Alltagstrott weitermachen? Oder ist es besser, die aufkommenden Gefühle der Unsicher­heit und Angst durch Aktionismus zu kompensieren, weil der Schmerz und das Leid einen sonst auffressen?

Durch meine Arbeit bei Missio Österreich bin ich tagtäglich mit Katastrophen konfrontiert. Die Frage nach dem richtigen Umgang damit kenne ich daher nur allzu gut. Meine Antwort ist der Blick auf das Kreuz, das Leid und Hoffnung ausstrahlt und Inbegriff der Liebe und der Hingabe ist. Und plötzlich entsteht aus meinem Gedanken-Karussell eine Herzenshaltung des Mitleidens. Mitleid, das nicht wegsieht, sondern mitfühlt. Mitleid, das demütig anerkennt, wer der wahre Sieger und Retter dieser Welt ist: Christus. Mitleid, das mich dann im Innersten bewegt, aufzustehen und zu handeln, im Gebet und im Vertrauen auf Jesus und im großen und kleinen Dienst an meinen Nächsten. Es ist die Herzenshaltung einer heiligen Mutter Teresa, die diese antrieb, unbegreifliche Werke zu vollbringen. Eine Haltung, die mich auffordert, ehrlich in den Spiegel zu schauen, meine eigenen Grenzen anzuerkennen und sie in die Barmherzigkeit Gottes zu legen.

Ich glaube, es ist die Haltung des Mitleidens, die die Welt verändern kann. Jede und jeder kann damit beginnen. Wir bei Young Missio versuchen, das im Kleinen zu leben. Etwa aktuell im Ukraine-Krieg, wo wir Kinder einladen, mit Gebet und Spende an unserer Aktion „Kinder für den Frieden“ teilzunehmen. Und das ganz nach unserer Gründerin, der bald seligen Pauline Marie Jaricot.

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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