Meinung
Fairer Fußball muss auch fair zu Kindern sein

Reinhard Heiserer: Nehmen wir das heurige „Jahr gegen Kinderarbeit“ zum Anlass und stärken wir mit unseren Einkaufsentscheidungen – auch bei Bällen – den fairen Handel.
  • Reinhard Heiserer: Nehmen wir das heurige „Jahr gegen Kinderarbeit“ zum Anlass und stärken wir mit unseren Einkaufsentscheidungen – auch bei Bällen – den fairen Handel.
  • Foto: Jugend Eine Welt – Don Bosco Entwicklungszusammenarbeit.
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Reinhard Heiserer (56) ist Geschäftsführer der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt – Don Bosco Entwicklungszusammenarbeit.

Der Fußball – das bekannteste Mannschaftsspiel – begeistert bei der diesjährigen Europameisterschaft wieder viele Menschen. Der Fußball – das Sportgerät – ein Hightechprodukt der Sportindustrie – zog millionenfach die Blicke auf sich.

Leider unbeachtet fristet der leistbare Fußball der Massen sein Dasein. Millionenfach gekauft ist er ein Spiel- und Sportgerät, das vor allem den Alltag unzähliger Kinder prägt. Gut aussehen muss er und gut zu spielen muss er sein. Und billig! Herstellungsbedingungen interessieren den Konsumenten – leider – kaum. Dabei sind bei der Produktion der Bälle, die zumeist aus der Region Sialkot in Pakistan stammen – vielfach noch immer ausbeuterische Arbeit und Kinderarbeit anzutreffen.

Kontrolliert werden von den Prüfern Betriebe, welche die Bälle für den Export fertigstellen. Zulieferbetrieben, Kleinproduzenten und Familienbetrieben wird keine Beachtung geschenkt. Doch genau hier stößt man auf unwürdige Arbeitsbedingungen! Noch immer ist der bezahlte Preis je Ball für die schwer arbeitenden Familien viel zu gering, um in Würde leben zu können.

Daher ist beim Kauf von Bällen auf die Herstellungsbedingungen zu achten. Eine FAIRTRADE-Zertifizierung gibt dem Käufer Auskunft, dass solcherart gekennzeichnete Bälle unter menschenwürdigen Bedingungen und frei von Kinderarbeit hergestellt werden. Noch gibt es diese Bälle nur im EZA-Fachhandel, in Weltläden oder bei der Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt zu kaufen.

Nehmen wir das heurige „Jahr gegen Kinderarbeit“ zum Anlass und stärken wir mit unseren Einkaufsentscheidungen – auch bei Bällen – den fairen Handel. Vor allem aber: Lassen wir bitte nicht nach, weiteren Druck auf Politik und Wirtschaft aufzubauen, um gesetzliche Regelungen zu erreichen! Denn Vorgaben wie das Lieferkettengesetz müssen Übel wie ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit an der Quelle verhindern!

Im aktuellen SONNTAG-Rätsel  können Sie einen fair produzierten Fußball gewinnen. jugendeinewelt.at

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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