Gemeinschaft, Partizipation und Mission
Wie sind wir Kirche?

Andrea Geiger in ihrem Kraftort im Wiener Stadtpark. Für sie ist der synodale Weg eine Kirche, in der wir erleben, dass es nur miteinander geht. | Foto: Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub
  • Andrea Geiger in ihrem Kraftort im Wiener Stadtpark. Für sie ist der synodale Weg eine Kirche, in der wir erleben, dass es nur miteinander geht.
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Zu einem Aufbruch als Kirche ruft uns Papst Franziskus in den kommenden zwei Jahren auf. Der sogenannte synodale Weg läuft weltweit. Unser Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn ist Rat im vatikanischen Synodensekretariat.

In Wien betreut Andrea Geiger seit 26 Jahren Erneuerungsprojekte und begleitet den Entwicklungsprozess „Apostelgeschichte 2.1“. Im Gespräch mit dem SONNTAG bekennt sie sich zu einer Kirche in Bewegung – passend dazu trafen wir sie im Stadtpark.

Zwei Tage nach dem offiziellen Start des weltweiten synodalen Prozesses geht Andrea Geiger für eine Nachdenkrunde in den Wiener Stadtpark: „Hier gehe ich immer hin, wenn ich Dampf ablassen muss“, lacht die 50-Jährige.

In diesem Fall tauschen wir uns darüber aus, was für die katholische Kirche Erneuerung bedeutet.

Andrea Geiger: Der Papst verordnet uns, etwas für uns tun. Ein Ehepaar muss nach mehreren Jahren auch einmal auf sich schauen. Und das tun wir jetzt und wir fragen uns: Wie sind wir Kirche? Ich stelle immer gerne die Zusatzfrage: Wen will ich denn in diese Kirche mitnehmen – meine Nachbarn, Freunde, Kollegen? Und wie ist eine Kirche, zu der ich gerne jemanden mitnehme?

  • Das klingt einfach, aber wie bricht man eigentlich gut auf?

In der Kirche geht es darum, dass wir gemeinsam für ein gutes Leben sorgen – für alle. Gott wirkt ja nicht einfach in die Welt hinein. Er wirkt mit uns. In Gemeinschaft ist es einfacher.

  • Haben die „heißen Eisen“: die Priester- und Diakonenweihe von Frauen, der Zölibat und die Finanzen der Kirche Platz im synodalen Prozess?

Ja, aber nicht nur. Das wäre eine Verengung, denn dann steht wieder das Amt im Mittelpunkt. Wir müssen vielmehr den Weg so bereiten, dass Frauen ihren Platz finden. Schubladisieren ist hier ein Problem. Wir sind doch eine Kirche, die sich verändern kann. Wandel gehört dazu. Tiefgreifende Reformen brauchen allerdings Generationen. Aber bedenken wir: Kirche verändert sich mit jeder Persönlichkeit, die dazukommt.

  • Was wirst du in den kommenden zwei Jahren beim synodalen Weg machen?

Ich werde mit allen diözesanen Kräften daran arbeiten, wie wir Kirche sein können. Was wir zeigen wollen, ist eine Kirche, in der alle erleben, dass es miteinander geht.


Alle veröffentlichten Texte zur Synode:
dersonntag.at/synodalerprozess

Autor:

Sophie Lauringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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