Pfarren in Corona-Zeiten
Die Pfarren helfen, wo's geht – auch jetzt

Seit Tagen häufen sich Anrufe verzweifelter Menschen bei der Caritas, die wegen Mangels an Geld oder an Personen, die für sie einkaufen gehen, in Notlagen kommen und auf Hilfe angewiesen sind. | Foto: pixabay
  • Seit Tagen häufen sich Anrufe verzweifelter Menschen bei der Caritas, die wegen Mangels an Geld oder an Personen, die für sie einkaufen gehen, in Notlagen kommen und auf Hilfe angewiesen sind.
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Die Menschen in unserem Land durchleben gerade schwere Zeiten. Alten Menschen wird empfohlen, ihre Wohnungen gar nicht mehr zu verlassen. Liebgewordene Routinen fallen weg, viele leiden unter Einsamkeit.

Manche trifft es noch schlimmer: Frau Susanne ist 80 Jahre alt. Als sie versuchte, das Haus zu verlassen, um einkaufen zu gehen, wurde ihr schwindlig und sie musste wieder kehrtmachen. Sie wandte sich an ihre Pfarre. Der Diakon kam sofort vorbei und brachte ihr Lebensmittel.

Ein Netz der Hilfe

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell Pfarren ein Netz der Hilfe geknüpft haben“, so Kerstin Schultes von der PfarrCaritas und Nächstenhilfe der Caritas der Erzdiözese Wien. „Sobald erste Berichte über Ausgangsbeschränkungen die Runde machten, meldete sich schon eine Vielzahl an Pfarren, die Einkaufsdienste übernehmen oder telefonisch mit den Menschen Kontakt halten.“

In allen Pfarren werden weiterhin Gottesdienste gefeiert und mit den Menschen und für die Menschen gebetet. Neben der seelischen und geistlichen Hilfe unterstützen die Pfarren auch praktisch: So gut wie jede der über 600 Pfarren der Erzdiözese Wien bietet Hilfe an, angefangen von Hilfe beim Einkauf bis hin zu einer Not-Wärmestube oder einer Ausgabe von Lebensmittelpaketen im Rahmen von Le+O. Pfarren bieten ihre Hilfe auf ihren Homepages an, über Aushänge, in einigen Pfarren werfen Firmlinge sogar Handzettel mit Hilfsangeboten in alle Postkästen.

Weiterhin Unterstützung für Notleidende

Pfarren sind immer auch Anlaufstellen für Menschen in materiellen Nöten. Wenn es auch keine klassische Sozialsprechstunde mehr gibt, so bieten die meisten Pfarren weiterhin telefonische Beratung an. Auch über offene Wärmestuben und Lebensmittelausgaben wissen die Ehrenamtlichen Bescheid und vermitteln weiter.

„Wir alle erleben jetzt Einschränkungen – für viele Menschen geht es aber um die Frage, ob für den nächsten Tag genug zu essen da ist, oder ob die Wohnung geheizt werden kann. Hier braucht es niederschwellige Anlaufstellen, und das sind weiterhin die Pfarren,“ so Kerstin Schultes. Vor Corona, währenddessen und danach.

Mehr Informationen unter www.pfarrcaritas.at

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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