Glaubenszeugnis
„Mein Glaube ist kein abgeschlossenes Projekt“

Hilfsgüter für die Ukraine, die vom Zentrum JP II. organisiert wurden, hat Jesse (2. von links) unlängst nach Polen an die Grenze zur Ukraine transportiert. | Foto: privat
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  • Hilfsgüter für die Ukraine, die vom Zentrum JP II. organisiert wurden, hat Jesse (2. von links) unlängst nach Polen an die Grenze zur Ukraine transportiert.
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In seiner Gemeinde ist Jesse Werner für das sogenannte BeFree-Ministry mitverantwortlich, ein Gottesdienst am Samstagabend für junge Leute mit anschließendem Get-together.

Aus dem Zentrum Johannes Paul II. hört man, du seist ein Mann fürs Praktische. Ist dem so?
Jesse Werner (lacht): Ja, das stimmt. Ich bin vom Land und bin es gewohnt, dass man Dinge selber repariert und baut. Mein letztes großes Projekt war, eine Holzbühne für die Musiker in der Kapelle im Zentrum zu bauen. Statt die Holzbretter auf Amazon zu bestellen, habe ich sie daheim zugeschnitten – was viel billiger war. Zu Weihnachten organisiere ich auch den Christbaum für das Zentrum aus dem Wald eines Freundes. Das Handwerkliche und Praktische macht mir Spaß. Manche nennen das auch mein „Hausmeister-Ministry“.

Das Get-together nach der Messe ist Jesse Werner besonders wichtig.

Du besuchst meist den Gottesdienst am Samstagabend, der sich BeFree-Messe nennt und viele junge Leute anzieht.
Ich bin dort sehr gern, weil ich mit vielen Gleichaltrigen die Messe feiern kann. Die Stimmung, die Musik, das Zusammensein nach der Messe: Das stelle ich mir ein bisschen vor wie im Urchristentum, wo man Gottesdienst gefeiert und Gemeinschaft gelebt hat. Besonders das Get-together nach der Messe ist so wichtig. Da wünscht man sich nicht einfach einen schönen Sonntag und ist sofort weg. Wir essen, trinken, hören voneinander, was sich im Leben der anderen tut. Und heißen die Neuen willkommen.

Fällt es dir leicht, auf neue Menschen zuzugehen?
Es fällt mir von meinem Wesen her leicht, ja. Trotzdem braucht es immer auch ein Stück Überwindung, weil das dann ja bedeutet, dass ich nicht mit meinen Freunden reden kann. Neue Leute zu begrüßen, sie zu fragen, was sie herführt, wer sie sind, ist aber etwas ganz Essentielles. Das ist auch ein Dienst am Volk Gottes.

Das Zentrum Johannes Paul II. wird in den zweiten Bezirk übersiedeln, in ein mehrstöckiges Gebäude in der Praterstraße.
Es ist schön für mich zu sehen, dass die Kirche im 21. Jahrhundert nicht nur auf dem Rückzug ist. Wir ziehen von einem kleineren in ein größeres Gebäude, weil so viele Leute kommen. Wir wollen größer denken, wobei es nicht nur um ein größeres Gebäude, sondern um mehr Entfaltung geht. Ich denke und entwickle da ein Stück weit mit. Zum Beispiel überlege ich, wie wir das BeFree-Ministry dort organisieren werden.

Du hast den Glauben von klein auf mitbekommen, dich dann als Jugendlicher ganz bewusst für ein Leben mit Gott entschieden. Wie bleibst du heute mit ihm in Verbindung?
Der Messbesuch ist mir sehr wichtig, darüber hinaus meine Kleingruppe, die sich zweiwöchentlich trifft. Dort beten wir und tauschen wir uns aus. Außerdem habe ich mir vorgenommen, an meinem Glauben zu arbeiten. Ich will ihn nicht als abgeschlossenes Projekt betrachten, sondern mich fragen, wo ich mich weiterentwickeln kann, was gerade dran ist, wie mein Dienst aussehen kann. Vor allem der Dienst ist für mich eine zentrale Säule. Ich bin keiner, der einfach nur kommt, drinnen sitzt und dann wieder geht.

Hilfsgüter für die Ukraine, die vom Zentrum JP II. organisiert wurden, hat Jesse (2. von links) unlängst nach Polen an die Grenze zur Ukraine transportiert. | Foto: privat
Das Get-together nach der Messe ist Jesse Werner besonders wichtig. | Foto: Zentrum Johannes Paul II.
Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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