Glaubenszeugnis
Doppeltes Start-up

Armin Kammerlander hört den Menschen gerne zu und versucht sie für Gott zu begeistern.
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  • Armin Kammerlander hört den Menschen gerne zu und versucht sie für Gott zu begeistern.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Wolfgang Linhart

Armin Kammerlander baut sein eigenes Unternehmen auf. Und das Gemeinde-Start-up, das sich an kirchenferne Menschen wendet.

Der 29-jährige Armin Kammerlander engagiert sich beim Gemeinde-Start-up, das Menschen erreichen will, die von sich aus nicht in die Kirche kommen. Am Yppenplatz in Ottakring hat die junge Gemeinde seit Kurzem eine Location. Dem SONNTAG erzählt Armin, wie dort zum Beispiel rund um ein Flipchart Begegnungen, Gespräche und auch Beziehungen entstehen.

Armin, du gründest dein eigenes Start-up und hilfst mit, ein weiteres Start-up – wenn auch in einem ganz anderen Bereich – aufzubauen. Wie kommt es dazu?

Mein eigenes Unternehmen heißt ‚Perception Gap‘. Die Idee dahinter ist, dass die Menschen, mit denen man arbeitet, die eigenen Stärken und Schwächen wahrnehmen und dass man als Führungskraft davon lernen kann. Und dann bin ich beim ‚Gemeinde-Start-up‘ dabei, das gerade rund um den Yppenplatz im 16. Bezirk entsteht. Mit dem Initiator des Gemeinde-Start-ups, dem Priester Wolfgang Kimmel, habe ich mir die Küche im Pfarrhof geteilt, in dem ich eine Garconniere bewohne. Dort sind wir ins Reden gekommen, und er hat mich eingeladen, mit zu machen.

Worum geht’s beim Gemeinde-Start-up? Anders gefragt: Wozu braucht es eine neue Gemeinde, es gibt ja bereits überall in Wien viele Pfarren und Gemeinden?
Uns geht es um eine urbane Gemeindegründung an einem nichtkirchlichen Ort. Unser Ort ist der Yppenplatz, wo viele sind, die mit Kirche gar nichts zu tun haben. Die werden den Weg kaum in ein typisches Kirchengebäude finden. Das sind sehr alternative Menschen, sehr divers. So wie auch wir in unserem Team. Wir passen selber sehr gut dorthin. Was uns eint: Die Sehnsucht nach einer zeitgemäßen Kirche. Zeitgemäß bedeutet für uns: Wir gehen zu denen, die Jesus nicht kennen und die nicht von sich aus kommen würden. Wir sprechen sie an, lernen sie kennen. Das tun wir ganz niederschwellig: So sind wir beispielsweise jeden Samstag am Yppenplatz mit einem Flipchart und einer Wochenfrage wie ‚Was ist für dich die wahre Liebe?‘. Da entstehen Begegnungen, Gespräche – teils sehr lange Gespräche – und dann auch Beziehungen. Wenn es angebracht ist, laden wir die Menschen dann zu Alpha ein.

Ihr orientiert euch im Gemeinde-Start-up an mehreren wichtigen Werten?

Drei unserer Werte sind: Divers statt exklusiv, Leidenschaft vor Regel und Gemeinschaft vor Bekenntnis. Das bedeutet: Bei uns kann jeder so sein wie er ist, niemand muss sich verbiegen. Mit der katholischen Kirchen verbinden viele, dass man sich zuerst einmal an Regeln, die eigentlich keinen Spaß machen, halten muss, um dazuzugehören. Uns ist wichtig zu vermitteln: Es geht um eine Leidenschaft für die Menschen und für Gott. Und dass wir zuerst einmal zuhören statt zu belehren.

Kommst du selber aus einem solchen nichtkirchlichen Umfeld?
Nein, gar nicht. Ich komme aus einer traditionellen Tiroler Familie, in der es gang und gäbe ist, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Meine Oma war eine wichtige Person für mich, was den Glauben betrifft. Sie war eine Frau, bei der man gespürt hat: Christsein ist ihre Identität. Ich habe sie oft auf dem Balkon gesehen und gedacht, dass sie dort einfach nur die Sonne genießt. Irgendwann hat sie mir dann erzählt, dass sie dort beim Hin- und Hergehen still den Rosenkranz betet. ‚Gebet ist befreiend‘, hat sie mir gesagt. Dieser familiäre Hintergrund ist für mich ein ganz wichtiges Fundament. Der Glaube ist dabei sehr mit der Kultur und dem Brauchtum verschmolzen. Gesprochen, wie man die Beziehung zu Gott aufbauen kann, haben wir aber wenig. Ich wollte dann noch mehr in die Tiefe gehen und wissen, ob der Glauben wirklich was für mein Leben ist.

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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