Hilfe in der Corona-Krise
Familien und Pfarren können Unterstützung beantragen

Die momentane Situation zeigt: Kinder und ihre Versorgung und Betreuung sind nicht nur Privatsache.
  • Die momentane Situation zeigt: Kinder und ihre Versorgung und Betreuung sind nicht nur Privatsache.
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Familien wurden und werden durch die Corona-Krise vor enorme Herausforderungen gestellt. „Die Krise zeigt einmal mehr: Kinder und ihre Versorgung und Betreuung sind nicht nur Privatsache“, sagt dazu Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes: „Damit ist es auch das Mindeste, die Arbeit der Eltern besonders jetzt wertzuschätzen, ihnen jegliche Unterstützung zukommen zu lassen und in Härtefällen auch finanziell zu helfen.“

Eltern in ganz Österreich beweisen derzeit im 2. Lockdown – einmal mehr – bemerkenswerte Fähigkeiten, viele Dinge unter einen Hut zu bringen: Sie gehen ihrer Erwerbsarbeit in gewohnter Art und Weise oder – wo möglich – im Homeoffice nach. Sie organisieren die Betreuung ihrer Kinder oder betreuen sie selbst daheim – was bedeutet: Sie helfen beim Homeschooling, spielen mit ihren Kindern und sind ganz besonders als Ansprechpartner in allen Lebenslagen gefragt. Zudem führen sie den Haushalt, putzen, kochen. Und kümmern sich vielleicht noch um die eigenen Eltern und ältere Verwandte.

„Das Leben in der Corona-Ausnahmesituation funktioniert auch deswegen, weil Eltern ganz selbstverständlich einspringen und doppelte und dreifache Arbeit verrichten“, sagt Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes in diesem Zusammenhang: „Viele Familien stoßen in dieser Situation an die Grenzen des Machbaren.“ Wer seine Arbeit verloren habe oder in Kurzarbeit ist, kämpfe zudem mit finanziellen Einbußen. „Niemand, der nicht in der Situation ist, weiß, was die Corona-Krise den Eltern, den Familien tatsächlich abverlangt. Wenn schon immer wieder von ,Heldinnen und Helden des Alltags‘ gesprochen wird, ist dieser Ausdruck unbedingt und ohne Frage auch auf Eltern anzuwenden“, sagt Alfred Trendl.

Katholischen Familienverband
Die momentane Situation zeige zudem einmal mehr: Kinder und ihre Versorgung und Betreuung sind nicht nur Privatsache. „Nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem auch Familien benötigen Unterstützung. Ich bin froh, dass es über den Corona-Familienhärtefonds diese Unterstützung gibt und sehe auch die Sonderzahlungen der Familienbeihilfe im Herbst als wichtiges Zeichen“, so Alfred Trendl. Er ist überzeugt davon, dass die finanzielle Hilfe, die derzeit geleistet wird, ankomme. „Die Hilfe kommt denen zu Gute, die sie brauchen, keine Frage. Auch wenn der Start recht holprig war – die Antragsteller warteten zum Teil recht lange auf ihr Geld. Jetzt läuft es, meiner Einschätzung nach, gut.“

Den Familien, die sich noch keine Unterstützung geholt haben, rät Alfred Trendl dringend, das noch zu tun und einen Antrag beim Corona-Familienhärtefonds zu stellen. Unterstützung bekommen hier selbstständig und unselbstständig erwerbstätige Familien, deren Einkommen einen bestimmten Betrag nicht überschreitet – bei Alleinerzieherhaushalten mit einem Kind sind das etwa 1600 Euro netto, bei einem Paar mit mehreren Kindern 3600 Euro netto. Natürlich werden auch arbeitslose Familien hier berücksichtigt. Außerdem kann man unter bestimmten Umständen auf die Verlängerung der Familienbeihilfe für in Ausbildung befindliche Jugendliche ansuchen. Grundsätzlich gibt es keine Frist für die Antragstellung.

Eine Unterstützung kann bei Auftreten von finanziellen Schwierigkeiten im direkten Zusammenhang mit der Corona-Krise beantragt werden.
Nähere Informationen unter www.bmafj.gv.at/Services/News/Coronavirus/Corona-Familienhaerteausgleich.html

Sonderbetreuungszeiten können vereinbart werden
Generell rät Alfred Trendl Familien dazu, sich umfassend zu informieren, was möglich ist. Auch das Thema Sonderbetreuungszeiten sei da zu nennen. „Derzeit gibt es ja einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeiten. Er kann dann geltend gemacht werden, wenn die Schulen und Kindergärten geschlossen sind – etwa wenn eine Klasse wegen Quarantäne geschlossen wird oder wenn ein Kind daheim bleiben muss, weil es eine Kontaktperson aus der Kategorie K1 ist. Aber auch wenn es nicht um einen so klaren Fall geht, würde ich raten:

Reden Sie mit Ihrem Arbeitgeber. Sonderbetreuungszeiten können vereinbart werden – auch schon stunden- oder tageweise. Insgesamt vier Wochen pro Elternteil bis Anfang Juli 2021“, sagt Alfred Trendl: „Künftig wird der Bund dafür die Kosten zur Gänze übernehmen – nicht nur wie bisher ein Drittel. Ich hoffe, dass damit auch künftig mehr Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zustimmen können.“
Nähere Informationen
auch dazu unter bmafj.gv.at/Services/News/Coronavirus.html

Unterstützung für Pfarren und kirchliche Vereine
Sich über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren, rät Alfred Trendl im übrigen auch Pfarren. „Pfarrgemeinden und kirchliche Vereinen können mit Hilfe des Non-Profit-Organisation-Unterstützungsfonds finanzielle Verluste zum Teil ausgleichen.“ Da gerade sie auch jetzt in Zeiten der Krise enorm wichtige Arbeit leisten und gleichzeitig in ihren Möglichkeiten enorm eingeschränkt sind, sei es besonders begrüßenswert, dass auch hier von Seiten des Staates geholfen wird.

Den Antrag für den NPO-Unterstützungsfonds einzubringen sei einfach. „Man kann hier noch bis zum 31.12. den Antrag stellen. Wer das noch nicht gemacht hat, sollte das unbedingt noch tun.“
Nähere Informationen bekommen Sie unter www.npo-fonds.at

Autor:

Andrea Harringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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