Sozialer Influencer
Eine Portion Hoffnung und Zuversicht

Mit seinem Buch "Gut, Mensch zu sein" hat sich Klaus Schwertner viel von der Seele geschrieben.
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  • Mit seinem Buch "Gut, Mensch zu sein" hat sich Klaus Schwertner viel von der Seele geschrieben.
  • Foto: Harald Eisenberger
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Das Match Gut gegen Böse ist noch nicht entschieden! Mit seinem ersten Buch „Gut, Mensch zu sein“ will Klaus Schwertner den Menschen in Krisenzeiten Lust auf das Gute machen. Es ist ein Buch, das viel über die Caritas und auch über ihn selbst verrät.

Klaus Schwertner engagiert sich. Der Generalsekretär der Caritas Wien kommt 2015 mit „dirty body“ zum Life-Ball, um auf das Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam zu machen. Zu Neujahr 2018 startet er den weltweiten #flowerrain gegen die Hasspostings, die die Familie des Wiener Neujahrsbabys mit Migrationshintergrund erleben muss. 2020 besucht er Flüchtlingslager in Griechenland.

Nun hat er das Buch „Gut, Mensch zu sein“, geschrieben. Dem SONNTAG erläutert er die Hintergründe.

  • Warum haben Sie Ihr erstes Buch gerade jetzt geschrieben?

KLAUS SCHWERTNER: Ich habe mir gesagt, jetzt in der Pandemie könnten die Leute Ermutigung und eine Portion Hoffnung und Zuversicht gebrauchen, auch aus der Erfahrung in der Caritasarbeit, dass Veränderung zum Guten möglich ist.

  • Warum der Buchtitel: „Gut, Mensch zu sein“?

Zuallererst glaube ich, müssen wir uns selber immer die Frage stellen, ob wir lieber ein guter oder ein böser Mensch sind. Ich denke, diese Frage ist relativ leicht zu beantworten. Ich kenne keinen Menschen, der von vornherein sagt, er möchte ein böser sein.

Es ist natürlich auch die Idee, diesen Begriff, dieses Schimpfwort „Gutmensch“ wieder ein Stück weit zurück zu erobern und zu dem zu machen, was es eigentlich bedeutet, nämlich sich jeden Tag aufs Neue zu fragen:

  • Was kann ich beitragen?
  • Wie kann ich Teil einer positiven Veränderung sein?

Das möchte ich bewusst machen.

  • Sie sind viel in sozialen Netzwerken unterwegs. Was unterscheidet ein Buch von Postings in "Social Media"?

Das ist doch eine intensivere Auseinandersetzung, eine Anregung zum Reflektieren. Warum mache ich das, was ich mache? Wie mache ich es? Wie ist es dazu gekommen? Und welche Weichen hätte es im Leben geben können, dass ich heute ganz woanders wäre.

  • Wie sind Sie selber für das Miteinander geprägt worden?

Ich war ein schüchternes Kind. Mich hat das schon von Kindheitstagen an beschäftigt, wenn ich mit Ungerechtigkeiten konfrontiert war. Sowohl wenn ich selber betroffen war, als auch wenn es um andere Menschen gegangen ist. Das hat mich sicher begleitet auf meinem Lebensweg.

  • Kommen wir zur Arbeit der Caritas. Wie motivieren Sie sich persönlich?

Das halte ich für eine der spannenden Herausforderungen, dass man nicht weiß, was einen erwartet. Es gibt ständig neue Situationen. Das ist manchmal auch belastend. Mich fragen viele: Wie hält man Leid und Not aus, die man im Caritasalltag erlebt? Dann sage ich immer: Natürlich sehe ich ganz viel Armut. Ich komme an Orte in Ländern weltweit, wo Armut, Hunger und Not nochmals ganz extrem sichtbar, spürbar und fühlbar werden.

Aber gleichzeitig spüre ich an all diesen Orten auch die Veränderungen, die möglich sind. Und an all diesen Orten erlebe ich "Mutmachprojekte" von Menschen, die Veränderungen vorantreiben.

  • Wie geht es Ihnen mit dem Glauben? Caritasarbeit ist oft ja auch politisches Tun?

Ich habe von meinem Chef, Caritas­präsident Michael Landau, gelernt, dass Glaube ganz viel mit Hoffnung und Zuversicht zu tun hat.

Ich habe ein eigenes Kapitel auch dem Thema Kirche und Glaube gewidmet, das auch provokant formuliert ist: Der Erlöser wird nicht kommen, wenn wir nicht selbst Teil der Erlösung sind.

Ich meine damit, wir sollen es uns nicht zu bequem machen, sondern uns selber einbringen. Ich habe das in der täglichen Arbeit der Caritas gelernt, von unseren Mitarbeitern, in der Obdachlosenhilfe, im Nachtstreetwork, oder in der Auslandshilfe. In der Ostukraine war ich in Kriegsgebieten, im Südsudan traf ich hungernde Mütter und Kinder.

  • Was ist da wichtig?

Es braucht Empathiefähigkeit und professionelle Abgrenzung. Sollte ich doch irgendwann von dieser Not erdrückt werden, muss ich den Job wechseln. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass das passieren wird. Meine Familie gibt mir auch viel Kraft und Geborgenheit.

Wichtig sind mir zumindest kleine Zeitinseln, wo ich Sport betreiben und alleine in der Natur sein kann, um dann wieder für andere da sein zu können.

Autor:

Stefan Hauser aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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