7.Sonntag Osterzeit: P. Resch
Das Wort der Verkündigung hat die Dynamik...
- Gott offenbart dem Mose seinen Namen aus dem brennenden Dornbusch heraus und gibt so sein innerstes Wesen zu erkennen. Mose zieht die Sandalen aus, verhüllt sein Angesicht und wirft sich zu Boden. Bei der Darstellung handelt es sich um ein Webbild aus den Beständen des Museum am Dom St. Pölten.
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Am letzten Sonntag vor Pfingsten wird jedes Jahr ein Abschnitt des „Hohepriesterlichen Gebetes“ verkündet (Joh 17).
Es gliedert sich in drei Teile: Jesus bittet für sich (V. 1-8), für die Jünger (V. 9-19) und schlussendlich für alle, die durch sie zum Glauben kommen (V. 20-26). Es ist Abschluss und Höhepunkt des Abschiedsgebetes Jesu. Er ist zu seinem Vater heimgekehrt – und ist überräumlich und überzeitlich für alle Menschen da!
Alle sollen eins sein
Es ist das Gebet für alle, die durch die Verkündigung der Jünger gewonnen wurden, also auch für kommende Generationen von Christen. Im Gebet drückt sich die unübertreffliche Verbundenheit Jesu mit seinem Vater aus, das volle Einssein. Es ist vollendete Liebe.
Die Jünger und alle, die durch ihr Wort zum Glauben gefunden haben, sollen in diese göttliche Einheit eingebunden sein. Die Einheit der Christen bleibt oft bruchstückhafte Wirklichkeit. Dennoch ist sie gleichermaßen in großen Feiern der Weltkirche wie auch im Beten kleiner Gemeinschaften erlebbar – überall dort, wo die Gemeinschaft mit dem liebenden Gott gesucht wird! Das Wort der Verkündigung – von wem und wo auch immer – hat die Dynamik, zu Jesus zu führen und somit in das Herz Gottes hinein.
Gemeinschaft im Leben einer Pfarrgemeinde kann mitunter sehr fordernd sein, da man eben oftmals nur mit wenigen Personen wirklich enger verbunden ist. Einssein im Heiligen Geist ist jedoch mit allen Menschen guten Willens möglich, denn der Geist der Liebe weitet das Herz.
Herrlichkeit geben – Herrlichkeit sehen
Gott möchte den Menschen groß machen, selbst dem Geringsten Größe und Würde verleihen, weil er sein Abbild ist. Das mag schwer vorstellbar sein, doch schreiten wir im Gebet und in der Betrachtung des Wortes Gottes voran, dann weitet sich unser Herz: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen, was Gott jenen bereitet hat, die ihn lieben“ (Jes 52,15). Weitergedacht geht es dabei um die Werke der Barmherzigkeit: Werden diese gelebt, umgeben wir diese Personen mit einem Funken an Herrlichkeit. Ein Leben unter offenem Himmel wird möglich.
Einssein im Heiligen Geist ist mit allen Menschen guten
Willens möglich, denn der Geist der Liebe weitet das Herz.
Jesus weiß um die Liebe des Vaters von Anfang an. Diese Liebe sollen die Seinen erkennen und daran auch teilhaben. Mit „Herrlichkeit“ ist das Unbeschreibliche einer Gottesbegegnung gemeint, die uns in Sternstunden des Glaubens geschenkt wird. Es ist ein Wandeln in der Liebe Gottes, eine Teilhabe an der göttlichen Liebe, wie sie zwischen Gott-Vater und Sohn seit Ewigkeit besteht. Sie ist der unsichtbare „göttliche Lichtglanz“ der an Christus Glaubenden. Sie ist die innere Freude, wenn Menschen sich schlicht Gott anvertrauen und dabei etwas vom ewigen Leben erahnen.
Hoffen auf Leben in Fülle
Mit „Verherrlichen“ sind nach Johannes vor allem der Tod Jesu und seine Auferstehung gemeint. Die Herrlichkeit wird auf einzigartige Weise Christus zuteil. Der Weg Jesu war ein Weg zu den Menschen. Dieser führt ihn in das Leiden und Sterben hinein in die Herrlichkeit Gottes. In ihr findet seine Hingabebereitschaft an die Menschen und an Gott, seinen Vater, die ewige Vollendung. Wer immer sich dem auferstandenen Herrn Jesus Christus anvertraut, wird ein „Leben in Fülle“ geschenkt und darf die Herrlichkeit Gottes schauen.
Im Schlusslobpreis des Hochgebetes der heiligen Messe dürfen wir gleichsam eine Zusammenfassung des hohepriesterlichen Gebetes erkennen: „Durch und mit ihm und in ihm ist dir Gott, Allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit!“
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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