Stift Seitenstetten
„Seel.Sorge“: Sehnsucht, Heilung und Stille zu erfahren
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Mit dem Sonderprogramm „Seel.Sorge“ wird das Benediktinerstift Seitenstetten bis Allerheiligen aus einer neuen Perspektive erlebbar – nicht nur als Ort barocker Kultur, sondern als Raum für Einkehr, Inspiration und neue Kraft.
„Seel.Sorge“ verbindet bis 31. Oktober die klassische Stiftsführung mit spirituellen Impulsen. Besuchende begegnen den Räumen des Klosters nicht nur als Prunksäle mit großer Geschichte, sondern als Resonanzräume für Fragen, die das Leben berühren. Mit folgenden Themen: Geborgenheit, Dankbarkeit, Glaube, Selbsterkenntnis, Lebenskraft und Mut.
Das Haus öffnet damit seine spirituelle Dimension, die den Gästen einen unverstellten, zeitgemäßen Zugang zum Klosterleben ermöglichen will. „Als Gastmeister ist es mir ein Herzensanliegen, dass Menschen bei uns einen Ort erleben, an dem ihre Seele zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen darf“, so P. Andreas Tüchler.
Verbindung zur Landesschau
Inhaltlich ergibt sich dabei auch eine Verbindung zur Niederösterreichischen Landesausstellung 2026 in Mauer bei Amstetten: Während dort Fragen rund um Mensch, Psyche und Gesundheit im Mittelpunkt stehen, ergänzt Seiten-stetten diesen Themenkreis um eine spirituelle und existenzielle Perspektive. Gerade diese Verbindung macht einen Besuch besonders lohnend. Abt Petrus Pilsinger hofft, dazu „geistliche Inputs“ geben zu können. Neben Hilfe für Menschen in Not biete das Stift auch Räume für „Tage der Stille“ an: etwa für Exerzitien oder Kloster auf Zeit.
Eingebunden sind mit ausdrucksstarken Fotografien und prägnanten Texten u. a. der Hofgarten, das Stiftsgymnasium oder die Stiftsbibliothek. Diese enthält Interessantes zu Heilkräutern und das Stift kündigt an, dieses alte Wissen auf den neuesten pharmazeutischen Wissensstand abzuklären – ob also diese alten Kräuter-Erfahrungen auch heute als heilend eingestuft werden können.
Besucher können das Stift individuell besichtigen oder mit einem Audioguide auf Entdeckungsreise gehen; geführte Rundgänge finden an Samstagen, Sonn- und Feiertagen (10 Uhr und 14.30 Uhr) statt, Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich.
Gottvertrauen auf Heilung
Eingebunden in die Landesausstellung ist auch die von den Benediktinern betreute Basilika Sonntagberg – mit einem anderen Blick auf Heil und Gesundheit, nämlich auf seelische Not. Seit Jahrhunderten ist der Gnadenort geprägt von der Sehnsucht, Heilung zu erfahren. P. Benedikt Resch erwähnt – als eines von vier Schicksalen – eine junge Frau, die drei Wochen lang an Raserei und Tobsucht gelitten habe und nach Anrufung der Heiligen Dreifaltigkeit geheilt worden sei. Bei Wallfahrten seien Menschen unterwegs, um das Göttliche zu erfahren. Besonders stark sei das im 18. Jahrhundert ausgeprägt gewesen, so der Benediktinerpater. Aber auch in der heutigen Zeit würden Menschen noch Votivgaben auf den Sonntagberg oder anderen Orten hinbringen – aus Dank, geheilt worden zu sein.
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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