Pfarrer Rupert Grill über sein Hobby
Zwei Seelen in einer Brust: Theologie und Technik

Pfarrer Rupert Grill in der Sakristei
  • Pfarrer Rupert Grill in der Sakristei
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Betritt man die Zeillerner Pfarrkirche, fällt gleich der Händedesinfektionsautomat auf, der eine Desinfektion ohne Berühren eines Knopfes oder Hebels ermöglicht. Das passt zum dortigen, technikaffinen Pfarrer Rupert Grill. Der HTL-Absolvent beschäftigt sich viel mit Technik und setzt sie auch in der Praxis ein. Coronavirus-bedingt bot er zum Beispiel seine Predigten via Videoübertragungen an.

Grill, der auch die Pfarre Oed betreut, sieht sich als Autodidakt: Er mag es, so lange zu tüfteln bis etwas funktioniert. Und der 45-Jährige probiert auch gerne etwas aus: Einmal zerlegte er das komplizierte Objektiv einer Fotokamera. „Zwei Teile blieben nach dem Zusammenbauen über, aber es funktionierte dennoch wieder“, lacht er. Auch die Zeillerner Gläubigen profitieren von der Begabung ihres Pfarrers. So kann die Luftfeuchtigkeit in der Kirche vollautomatisch reguliert werden (siehe Bild). Diese sei früher mit bis zu 80 Prozent oft viel zu hoch gewesen. Jetzt wird automatisch gelüftet. Das ist nicht nur angenehm für die Gläubigen, sondern schützt auch die Orgel und bewahrt vor Schimmel. Bei diesem Projekt hat Grill federführend mitgewirkt. Mit einem Elektriker ging der Pfarrer die Programmierungssteuerung durch.

Den gebürtigen Konradsheimer, der fünf Jahre in Rom Theologie studierte, faszinieren Technik und die Naturwissenschaften: „Es schlagen zwei Seelen in meiner Brust: Theologie und Technik.“ Das zeigt sich auch in seiner kürzlich erschienenen Habilitationsschrift „Willensschwäche aus moraltheologischer und moralpsychologischer Perspektive“. Naturwissenschaftliche und philosophisch-theologische Ansätze seien zwar scheinbar oft widersprüchlich, aber in Wahrheit würden sie sich ergänzen.

Für ihn sei die Erkenntnis wichtig, dass wir sowohl in Naturwissenschaft als auch in der Theologie auf viele Grundlagen zurückgreifen könnten. Es sei großartig, „was der menschliche Geist hervorbringen kann“. Und da könne er ein Zitat des berühmten Kirchenlehrers Thomas von Aquin nur unterschreiben: „Nur wer groß vom Menschen denkt, kann Großes von Gott denken.“

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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