300.000 Birnbäume blühen derzeit
Prachtvolle Schöpfung Gottes

Basilika Sonntagberg im blühenden Mostviertel.
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  • Basilika Sonntagberg im blühenden Mostviertel.
  • Foto: Hermann Dorninger
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Der Anblick beeindruckt immer wieder: Überall entlang der 200 Kilometer langen Moststraße blühen Birnbäume und setzen duftig weiße Akzente in die sanfthügelige Landschaft. Zu dieser Zeit ist es ein besonderes Erlebnis, die Natur zu erkunden und zu Fuß oder auf dem Fahrrad Eindrücke zu sammeln – soweit es eben die Ausgangsbeschränkungen durch die Coronavirus-Krise erlauben. Über 300.000 Birnbäume verzaubern das westliche Mostviertel in der Zeit zwischen Mitte und Ende April in ein weißes Blütenmeer. Die Birnbaumblüte wird übrigens von der Apfelblüte abgelöst, welche die Landschaft noch einige Tage nach der Birnenblüte vereinzelt in ein zartrosa Kleid hüllt.

Zahlreiche Wegkreuze „erblühen“ derzeit regelrecht, außerdem sind viele Kapellen liebevoll mit Blumen geschmückt.

Die Heilige Schrift erzählt vom „Garten Eden“, dem Paradies, als Ort der Sehnsucht. Wenn die Bäume blühen, empfinden zahlreiche Mostvierter und Waldviertler Dankbarkeit für Gottes prachtvolle Schöpfung. Im Waldviertel freuen sich viele über die Blüte von Flieder oder Kriecherlbäumen und über das Farbenspiel der Kräutergärten. Ein besonderer Magnet für Naturliebhaber ist jedes Jahr das eindrucksvolle Blühen des Mohns Anfang Juli. Selbiges gilt in der Wachau für die Marillenbaumblüte im Frühjahr.

Die Bibel berichtet vom Paradies nur als verlorenem Paradies. Die Genesis erzählt, wie der Mensch aus dem Paradies ausgewiesen wurde. Das einzige Verbot, nämlich vom Baum der Erkenntnis zu essen, übertreten die beiden Bewohner des Paradieses, Adam und Eva. Sie naschen vom Baum der Erkenntnis. Das verlorene Paradies ist ein Symbol für die Gebrochenheit des Menschen und nicht wortwörtlich zu verstehen.

Die Vorstellung vom Paradies kommt aus dem Altiranischen und meint einen umfriedeten Park. Im Alten Orient sind Paradiese mit Bäumen, Gärten und Wasserströmen meist das Zentrum einer heilen Umwelt. Die Idee eines heilvollen Lebensraums gibt es in zahlreichen Kulturen: als Reich der Toten im Alten Ägypten, als Aussteigen aus dem mühsamen Kreislauf der Wiedergeburt im Buddhismus, als Glückseligkeit im Islam.

Nach babylonischer Mythologie war der Hauptgrund für die Erschaffung der Menschen, Nahrung für die Götter anzubauen. In der Bibel ist es umgekehrt: Gott schafft die Pflanzen als Nahrung für den Menschen, die Tiere als seine Gefährten gegen das Alleinsein.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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