Diözese feiert Patron hl. Hippolyt
Hippolyt - der Mann mit dem Ypsilon
- Büstenreliquiar des hl. Hippolyt, geschaffen um 1700. Am Sonntag, 10. August, feiert die Diözese St. Pölten ihren Patron, den heiligen Hippolyt.
- Foto: Diözese St. Pölten
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Am 13. August ist der Festtag des heiligen Hippolyt. Ihm zu Ehren wird es am Sonntag, 10. August, neben einer Bischofsmesse im Dom auch ein buntes Programm der Diözese und der Stadt St. Pölten geben, um den gemeinsamen Patron zu feiern. Schon seit vielen Jahrhunderten wird der hl. Hippolyt hier verehrt. Eine Spurensuche durch den Dombezirk und die Landeshauptstadt!
Woran erkennt man den hl. Hippolyt? Dafür muss man zunächst etwas über sein Leben herausfinden: Hippolyt dürfte im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. gelebt haben und ein Schriftsteller und Gelehrter gewesen sein. Als sein Rivale Kallistus zum Papst gewählt wurde, kritisierte er diesen stark und gründete eine eigene Kirchengemeinde. Oft wird Hippolyt sogar als erster Gegenpapst angesehen. Während der Christenverfolgung wurden jedoch sowohl Hippolyt wie auch der neue Papst Pontian nach Sardinien verbannt, wo sie Zwangsarbeit im Steinbruch leisten mussten und schließlich auch starben. Ihre Körper wurden später nach Rom überführt. Aufgrund dieser Lebensgeschichte wird Hippolyt manchmal als spätantiker Gelehrter mit Schriftrolle dargestellt. Viel häufiger sind allerdings die Darstellungen als Soldat in Rüstung.
Kirchenlehrer – Soldatenheiliger?
Die Abbildung des heiligen Hippolyt als römischer Soldat mit Brustpanzer, Fahne und Schild ist viel populärer und geht auf die sogenannte „Offizierslegende“ zurück: Laut dieser wäre er ein Kerkermeister gewesen, der den während der Christenverfolgung inhaftierten heiligen Laurentius bewachen sollte. Durch das Gespräch mit diesem soll Hippolyt selbst zum Christ geworden sein und wenig später wie Laurentius das Martyrium erlitten haben – er ist also für seinen Glauben gestorben.
Tegernsee und St. Pölten
Egal ob Gegenpapst oder römischer Soldat: Wie kommt der hl. Hippolyt eigentlich nach St. Pölten? Der Legende nach sollen Adalbert und Ottokar, zwei bayrische Herzöge, im 8. Jahrhundert Reliquien als Geschenk erhalten haben. Mit diesen haben sie die Klöster Tegernsee (Reliquie des hl. Quirinus) und St. Pölten (Hippolyt) gegründet. Die Hippolytreliquie befindet sich bis heute hier und ist 1.200 Jahre später noch am Hochaltar des Domes, der ehemaligen Stiftskirche, zu finden. Im Seitenschiff ist ihm ein Altar geweiht: Das Altarbild zeigt den Heiligen wieder als Soldat. Das Ypsilon auf seinem Schild ist übrigens wie das Logo Hippolyts: Es steht stellvertretend für seinen griechischen Namen „Yppolitus“. Das Fresko in der Kuppel darüber wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Hans Alexander Brunner geschaffen und zeigt den Tod des Diözesanpatrons: Er soll von Pferden zu Tode geschleift worden sein, eine Anspielung auf seinen Namen, der übersetzt „Pferdebefreier“ bedeutet. Auch das große Deckenfresko der Domkirche ist Hippolyt gewidmet, umgeben von verschiedenen Heiligen.
Das Ypsilon ist wie das Logo Hippolyts: Es steht stellvertretend für seinen griechischen Namen „Yppolitus“.
Verlässt man den Dom über das Seitenportal und tritt in den Kreuzgang, findet man hier ein Zeugnis der jahrhundertelangen Verehrung. Das Epitaph der Familie Hagenauer stellt neben einer Kreuzigung im oberen Bereich und dem heiligen Augustinus auch Hippolyt dar. Die Grabplatte dürfte aus dem Jahr 1337 stammen und zeigt wahrscheinlich eine der ältesten Darstellungen in Niederösterreich. Älter dürfte nur ein Wachssiegel aus dem 13. Jahrhundert sein, das Hippolyt mit Toga und Schriftrolle – also als Kirchenlehrer – darstellt. Dieses Siegel wird heute im Museum am Dom aufbewahrt.
Im Brunnenhof weist eine Kartusche (Zierrahmen) auf den Patron dieser Anlage hin. Nicht weit entfernt in der Durchfahrt versteckt sich die nächste Hippolyt-Darstellung: Bei der Bischofsstiege wird ein äußerst kunstfertig geschmiedetes Gitter, das die Datierung 1727 trägt, von einer kleinen Statuette des Heiligen bekrönt.
Hippolyt in allen Gassen. In St. Pölten begegnet man immer wieder Figuren, Symbolen und Namen, die auf Hippolyt und die jahrhundertelange Verehrung und Tradition verweisen – vom Bildungshaus St. Hippolyt über einen Grenzstein und Reliefs von Adalbert und Ottokar in der Klostergasse, die alle das Ypsilon zeigen, bis hin zum großen Wandbild in der Brunngasse, um nur ein paar wenige zu nennen.
Der Name St. Pölten geht auf den heiligen Hippolyt zurück
Auch an der Dreifaltigkeitssäule am Rathausplatz darf Hippolyt nicht fehlen: Er blickt gemeinsam mit dem Landespatron, dem heiligen Leopold, in Richtung Rathaus. Auch der Name St. Pölten geht auf ihn zurück. Im Mittelalter hieß diese Siedlung nämlich zunächst „Treisma“, erst im Lauf der Jahrhunderte setzte sich der Name des von Adalbert und Ottokar gegründeten monasterium sancti ypoliti durch. Aus Sant Ypoelten wurde schließlich in der Neuzeit der heutige Name. Maximilian Zach
Programm
Das Hochfest des heiligen Hippolyt wird am Sonntag, 10. August, mit einer Bischofsmesse und einem umfangreichen Rahmenprogramm gefeiert.
Namenstagsfrühstück. Der Tag startet mit einem Vitalfrühstück im Bildungshaus Hippolyt (Kosten für Kinder ab 4 Jahren € 8, für Erwachsene € 13,50). Reservierung erwünscht unter Tel. o2742/352104, E-Mail: hiphaus@dsp.at.
Festmesse: Um 10.30 Uhr feiert Bischof Alois Schwarz die Festmesse im Dom.
Hippolyt-Eis: Nach dem Festgottesdienst kann im Brunnenhof ein eigens von der Firma Bachinger kreiertes St. Hippolyt-Eis („Blutorange-Topfen“) verkostet werden (so lange der Vorrat reicht).
Schauschmiede: Im Kreuzgang des Doms kann man nach dem Festgottesdienst die Kunst des Schmiedehandwerks in einer Schauschmiede entdecken (11.30–16 Uhr).
Gratis ins Dommuseum: Das Museum am Dom kann am 10. August gratis besucht werden. Um 12 Uhr wird durch die Jahresausstellung „In Feuer geboren“ und um 15 Uhr durch den ehemaligen Luftschutzkeller geführt. Auch diese Angebote sind kostenlos.
Weitere Programmpunkte: Um 13 Uhr (Treffpunkt vor dem Dom) kann man mehr über die aktuelle Domrenovierung erfahren. Auch Veranstaltungen im Stadtmuseum mit kostenlosen Führungen stehen auf dem Programm sowie XR-Brillen-Touren durch das mittelalterliche St. Pölten (kostenvergünstigt um € 20, um 14 und um 14.30 Uhr, buchbar bei St. Pölten Tourismus unter www. stpoeltentourismus.at). Und um 17 Uhr startet im Museum am Dom ein Wanderkonzert mit „Cappella Splendor Solis“ (Eintritt frei). Dauer: eine Stunde.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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