Gebetsanliegen für Sorgen und Nöte
„Gott wirkt, wo Menschen beten“

Es bietet großen Trost und Hoffnung, sich etwa Ordensfrauen mit den Anliegen, Sorgen und Nöten anzuvertrauen. 
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Es ist gute Tradition, sich klösterlichen Gemeinschaften bei Anliegen anzuvertrauen, aber auch Pfarren haben Anliegenbücher. Selbstverständlich bleibt alles vertraulich.

Das Gebet als Erhebung des Herzens zu Gott ist gleichsam der übernatürliche Lebensatem für uns als Christen. Das Fürbittgebet für andere hat in der Kirche eine lange Tradition und ist sehr wertvoll. Wir sind eine Gemeinschaft des Glaubens, in der einer den anderen trägt und begleitet“, so formuliert der Kleinhainer Theologe Prof. Josef Spindelböck die Bedeutung von Gebetsanliegen.

Christus ist der Mittler

Viele Pfarren sowie geistliche Gemeinschaften und Klöster sind in besonderer Weise offen für die Gebetsanliegen anderer. Auch von der Tageseinteilung her gibt es mehr Zeit für das Gebet, wie es gerade den „beschaulichen“ Klöstern zu eigen ist, etwa im im Frauenkloster oder im Karmel Maria Jeutendorf, von wo es heißt: „Da wir Schwestern sechs Stunden am Tag beten, vertrauen sich viele Menschen uns an.“ Die Ordensfrauen freuen sich immer über Rückmeldungen, wenn sich eine Situation oder Anliegen „gelöst“ hat. Auch die Benediktinerklöster Göttweig oder Seitenstetten kann man anschreiben. Hohes Ansehen bei Gläubigen haben Österreichs Anbetungsschwestern. Prof. Spindelböck: „Gläubige sind eingeladen, ihre Gebetsanliegen anderen Menschen anzuvertrauen. Ob wir Lebende auf Erden bitten, für gewisse Anliegen zu beten, oder ob wir auf die Fürbitte der Engel und Heiligen vertrauen – immer ist Jesus Christus der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen, und alle Gebete werden vom himmlischen Vater im Heiligen Geist letztlich durch ihn erhört.“

Manche Pfarren haben ein „Anliegenbuch“ in der Kirche, darin können Menschen ihre Sorgen und Freuden eintragen. Der Pfarrer von Amstetten-Herz Jesu, P. Hermann Sandberger, lädt etwa dazu ein „sich darin Gott anzuvertrauen“. Mancherorts ist es eine schöne Tradition, zu besonderen Tagen – etwa bei der „Nacht der 1000 Lichter“ am 31. Oktober oder am Karfreitag – Menschen einzuladen, ihre Bitten aufzuschreiben und dann im Rahmen einer Liturgie diese Papierstücke zu verbrennen.

Für viele zählt zum Bitte Sagen auch der Dank dazu. Davon zeugen etwa die tausenden Votivgaben in den „Schatzkammern“ der Wallfahrtskirchen Maria Taferl und Sonntagberg.
„Es ist gang und gäbe, dass Gebetsanliegen an uns Schwestern herangetragen werden. Manche rufen an, manche schreiben einen persönlichen Brief oder ein E-Mail (Kontaktformular auf der Website d-immaculata.net)“, sagt Sr. Marcellina Nickl von den Dienerinnen der Immaculata in Gerersdorf.

Vertrauen auf direkten Draht

Häufig seien es auch Familien, mit denen die Ordensfrauen Kontakt haben, die für sich oder andere ums Gebet bitten. Meist handle es sich um Krankheiten, Probleme oder Schwierigkeiten, die dem Gebet anvertraut werden. „Wir spüren, dass die Menschen darauf vertrauen, dass wir Schwestern einen direkten Draht zum lieben Gott haben“, so Sr. Marcellina.

Und weiter: „Gerne beten wir in der Gemeinschaft für die Anliegen, die vorgebracht werden und schließen diese in die heilige Messe ein.“ Man höre auch von Gebetserhörungen und freue sich dann mit denen, die die Hilfe Gottes erfahren haben. Und nicht selten heiße es dann: „Bitte beten Sie weiter für mich / uns“.

Wir wissen nicht, wie Gott die Bitten erhört, wir wissen nur, dass Er sie hört.

Als Missio-Referentin weist Sr. Marcellina auch darauf hin, dass Missio Österreich gerne Gebetsanliegen entgegennimmt. Unter fuerbitten@missio.at kann jeder und jede eine Fürbitte schreiben, die dann bei der Mittagsmesse möglicherweise auch vorgelesen wird (nicht alle Bitten können vorgelesen werden). Am Donnerstag wird in der Mittagsmesse auch von einer Gebetserhörung berichtet. Es gibt sogar ein Buch („Hilft mir Gott?“), wo viele Gebetserhörungen veröffentlicht sind.

Alles bleibt anonym

Auch beim Radiosender Radio Maria kann man persönliche Gebetsanliegen hinterlassen. „Alles, was Sie bewegt, ob Angst, Kummer, Schmerz, Einsamkeit, alle Sorgen um Mitmenschen, die Probleme unserer Welt, aber auch alle Freuden, Dankbarkeit oder Erleichterung können Sie mit uns teilen. Wir beten für Sie“, heißt es vom Sender. Immer montags werden alle Gebetsbitten zusammengefasst und im „Gebet um Zwei“ eingeschlossen. Natürlich bleiben die Anliegen – wie auch in den Pfarren und Stiften – anonym und vertraulich.
Tausende Beter der Hörerschaft legen die Anliegen vor Gott und bitten um die Fürsprache der Gottesmutter Maria. Dies ist ein Gebet – mit- und füreinander. Von Radio Maria heißt es weiter: „Wir wissen nicht, wie Gott die Bitten erhört, wir wissen nur, dass Er sie hört. Wir erfahren es täglich und das erfüllt uns mit Zuversicht. Gott wirkt, wo Menschen beten!“ W. Zarl

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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