Diözesanpatron hl. Hippolyt
Von Legenden umrankter Diözesanpatron

Diese Figur in den Vatikanischen Museen wurde lange für eine Abbildung des heiligen Hippolyt gehalten. Heutige Forscher sind sich diesbezüglich weniger sicher.
  • Diese Figur in den Vatikanischen Museen wurde lange für eine Abbildung des heiligen Hippolyt gehalten. Heutige Forscher sind sich diesbezüglich weniger sicher.
  • Foto: Leopold Schlager
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Am 13. August feiert die Diözese St. Pölten ihren Patron, den heiligen Hippolyt von Rom. Als Theologe geriet er weitgehend in Vergessenheit, als erster „Gegenpapst“ ging er in die Geschichte ein.

Hippolyt von Rom wird stets in Soldatenkleidung dargestellt; er wird meistens zu den sogenannten „Soldatenheiligen“ gezählt. Diese legendenhafte Umwandlung des in Rom verehrten Märtyrers und Bischofs entbehrt jedoch jeder Grundlage. Wenn er ein Kämpfer war, dann einer für den Glauben an Jesus Christus und auch für die „Reinheit“ der Kirche. Dabei schoss er freilich auch übers Ziel hinaus und geriet deswegen sogar in Konflikt mit Papst Kalixtus (217-222), dem er Laxheit im Umgang mit Ehebrechern und Unstimmigkeiten in der Lehre über die Dreifaltigkeit Gottes vorwarf.

Brillianter Theologe mit elitären Tendenzen

Den Bischof einer elitären Gruppe aber als „Gegenpapst“ hochzustilisieren trifft kaum zu, auch weil das Papstamt selbst zu dieser Zeit nicht die dafür nötige Ausprägung hatte. Einen Unterschied machte auch Kaiser Maximinus Thrax (235-238), als er schon im ersten Jahr seiner Regentschaft führende Kirchenvertreter, darunter Hippolyt und den seit 230 amtierenden Papst Pontianus, nach Sardinien verbannte. Beide verzichteten auf ihr Bischofsamt und machten so den Weg für die Wahl eines neuen Bischofs in Rom frei.

Eine Statue in den Vatikanischen Museen zeigt einen auf einem (Lehr-) Stuhl sitzenden Mann, der als mutmaßliche Darstellung des heiligen Hippolyt gilt. Manche meinen in einer seitlich eingravierten Liste gar ein Verzeichnis seiner Schriften zu erkennen. Dem unvoreingenommenen Betrachter kommt eine solche Deutung doch ein wenig willkürlich vor.

Hippolyts „Waffe“ war nicht das Schwert, sondern die Schrift. Er gilt als einer der produktivsten Kirchenschriftsteller seiner Zeit. Um 170 wurde er im Osten des Römischen Reiches geboren und schrieb noch in griechischer Sprache. In der römischen Kirche setzte sich damals aber Latein immer mehr durch – mit ein Grund, warum Hippolyts Schriften in Vergessenheit gerieten. Zu den Werken, die ihm zugeschrieben werden, gehört neben einer Weltchronik und bibilischen Kommentaren die „Traditio apostolica“, eine frühchristliche Kirchenordnung. Das nunmehrige Zweite Hochgebet im Messbuch folgt in wesentlichen Teilen dem „Hippolyt-Kanon“. Eine solche Ehre wäre einem tatsächlichen Gegenpapst wohl nicht so schnell zuteil geworden. schl-

Hochfest des heiligen Hippolyt in der Dom- und Kathedralkirche St. Pölten
Musikal. Gestaltung: Das Ensemble Trio­sonett singt eine Messe von Peter Griesbacher.
Orgel: Elisabeth Klutz.
Sonntag, 9. 8., 9.30 Uhr

Autor:

Leopold Schlager aus Niederösterreich | Kirche bunt

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