Gedanken zum Evangelium: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
Leben mit Überraschungen

Foto: iStock/Oleksiy Mark

Lukas 1,26–38

Überraschung 1: Da feiert die Kirche Maria, die von allem Anfang an von jedem Schaden der Erbsünde bewahrt worden ist, aber liest ein Evangelium, in dem es nicht um die Empfängnis Marias geht, sondern um die von Jesus. Warum dieser „Generationensprung“? Weil keine Evangelienstelle näher dran ist an der Erwählung Marias als eben Lukas 1,26-38.

Überraschung 2: Maria erschrickt, aber nicht über die Erscheinung des Engels, sondern über die Anrede „Du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ Damit gibt ihr der Engel quasi einen neuen Namen, denn er hätte ja auch „Sei gegrüßt, Maria“ sagen können. Nachdem aber der Engel – und damit Gott selber! – es nicht nötig hat, jemandem durch unwahre Aussagen zu schmeicheln, muss man die Bedeutung dieser Worte sehr ernst nehmen: Maria ist eine Begnadete, und der Herr ist mit ihr – nämlich ganz grundsätzlich und nicht erst durch diese Begegnung. Da hat Sünde keinen Platz. Daher reden wir vom Freisein Marias von der Erbschuld.

Überraschung 3: Der Engel spricht über eine Schwangerscha†ft, verliert aber kein Wort über Josef. Bei
aller Schilderung der Großartigkeit des zu erwartenden Kindes, stellt Maria die eher nüchterne und direkte Frage, wie das denn gehen soll. Sie ist zwar dem Josef schon fix versprochen, aber das Zusammenleben hat noch nicht begonnen. Der Engel hat kein Problem damit, dass und wie Maria nachfragt; er gibt ihr einfach Einblick in das Vorhaben Gottes.

Überraschung 4: Elisabet ist schwanger, obwohl sie nach menschlichem Ermessen keine
Ho’ffnung mehr auf ein Kind zu haben brauchte. Auch hier liegt der letzte Grund in den Möglichkeiten
Gottes, denn †für ihn „ist nichts unmöglich“. Angesichts all dieser Faktoren ist es keine so große Überraschung, dass Maria Gott eine Zusage macht und sich ihm und seinem Wirken anvertraut. Er ist einfach der stärkste Partner †fürs Leben.

Apropos Überraschungen: Wer kennt sie nicht? Es gibt die leicht verdaulichen und die, die einem im
Magen liegen. Schnell kommen einem Fragen: Wie hätte ich reagiert, wenn ich Maria wäre? Wie als Josef? Wie als Eltern von Maria? Wie als Schwiegereltern? Oder: Was werde ich den Leuten sagen? Was wird aus meinen Plänen? Schaffe ich das finanziell? Wo kriege ich eine größere Wohnung her? …
Vielleicht sollten wir eine neue Anrufung einf†ühren: Maria, du Helferin bei den Überraschungen Gottes: Bitte f†ür uns!

Autor:

Markus Muth aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ