Gedanken zum Evangelium: Sonntag der Barmherzigkeit
Hinter verschlossenen Türen

Seliggepriesen werden von Jesus all jene, die nicht sehen und doch glauben . Ich muss hier unwillkürlich an unsere eigene Situation während dieser Corona-Krise denken. Auch wir sitzen hinter verschlossenen Türen und fürchten uns – wenn auch aus anderen Gründen.
  • Seliggepriesen werden von Jesus all jene, die nicht sehen und doch glauben . Ich muss hier unwillkürlich an unsere eigene Situation während dieser Corona-Krise denken. Auch wir sitzen hinter verschlossenen Türen und fürchten uns – wenn auch aus anderen Gründen.
  • Foto: Hans Braxmeier auf Pixabay
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Johannes 20,19–31

Die Jünger haben Angst und halten die Türen verschlossen. Sie haben sich verkrochen und abgekapselt. Doch das Leben findet sie trotzdem. Der Auferstandene tritt durch verschlossene Türen in ihre Mitte. Er wünscht ihnen Frieden, dann sendet er sie aus. Nur einer ist nicht dabei: Thomas sieht nicht und glaubt nicht. Aber auch für ihn gibt es eine zweite Chance.

Beim Lesen des heutigen Evangeliums sprang mir sofort die Tatsache ins Auge, dass die Jünger sich eingesperrt haben. Sie halten aus Furcht die Türen verschlossen. Wie trostlos muss die ganze Situation für sie sein! Jesus ist hingerichtet worden. Sie haben all ihre Hoffnung auf ihn gesetzt, doch was ist geblieben?

Zwar kam Maria Magdalena „zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.“ (Joh 20,18) Aber haben sie ihr geglaubt? Bei Lukas heißt es, die Frauen hätten die Jünger mit ihrer Behauptung, Jesus lebe, „in große Aufregung versetzt“. (Lk 24,22) Von dieser Aufregung ist hier bei Johannes nicht viel zu spüren. Die Jünger fürchten sich…

Da tritt das Leben selbst in Gestalt des Auferstandenen in ihre Mitte und wünscht ihnen Frieden. Die verschlossenen Türen konnten ihn nicht abhalten. Die Jünger erkennen Jesus an seinen Wunden und „freuen sich“. Was muss das für eine Freude gewesen sein! Was könnte größer sein als die Freude über das Leben, über die Auferstehung?

Die Jünger werden von Jesus ausgesandt und empfangen (quasi als „Ausrüstung“) den Heiligen Geist. Sie dürfen sich nicht weiter hinter verschlossenen Türen verstecken, sie sollen hinausgehen und furchtlos allen Menschen von seiner Auferstehung erzählen.

Thomas ist nicht da an diesem Tag. Was ihm die anderen erzählen, will er nicht glauben. Zu haarsträubend scheint es ihm. Für ihn gibt es eine zweite Chance: Thomas darf sehen und glauben. Doch seliggepriesen werden von Jesus all jene, die nicht sehen und doch glauben . Ich muss hier unwillkürlich an unsere eigene Situation während dieser Corona-Krise denken. Auch wir sitzen hinter verschlossenen Türen und fürchten uns – wenn auch aus anderen Gründen.

Auch uns findet der Auferstandene in einer scheinbar hoffnungslosen Lage vor. Auch uns will die Freude herausreißen – mit der Botschaft, dass das Leben stärker ist als der Tod. Auch wir dürfen neu glauben lernen wie Thomas. In diesem Jahr wohl auf ganz besondere Weise.


Zum Sonntag der Barmherzigkeit etwas zum Nachlesen:

Autor:

Franziska Madl aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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