Gedanken zum Evangelium:Ostersonntag
Apostelin der Apostel

Maria bekommt den Auftrag zu erzählen, was sie erlebt und wen sie angetroffen hat, nämlich den auferstandenen Herrn „höchstpersönlich".
  • Maria bekommt den Auftrag zu erzählen, was sie erlebt und wen sie angetroffen hat, nämlich den auferstandenen Herrn „höchstpersönlich".
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In meiner Kartensammlung habe ich alte und neue Darstellungen dieser Begegnung zwischen Jesus und Maria von Magdala. Was hat Menschen über die Jahrhunderte hinweg immer wieder so auf diese Geschichte hingeführt?

Ich glaube, dass es vor allem der Wandlungsweg dieser geheimnisvollen, schönen Frau war, die später die „Apostola apostolorum“ genannt wird. Sie war die erste, die Jesus als den Auferstandenen angetroffen hat. Deshalb ist sie die Apostelin der Apostel.

Es ist eine Geschichte mit vielem, was über das Vorstellbare hinausgeht, eine Geschichte mit vielen Wendungen; vielleicht sind es sogar viele Wandlungen: Noch gezeichnet von den verwirrenden und schmerzlichen Erfahrungen der letzten Tage beugt sich Maria von Magdala, richtet ihren Blick in das Grab hinein und stellt fest, dass es leer ist. Auch das noch: „Man hat meinen Herrn weggenommen.“ Nicht einmal ein Ort, ein Berührungspunkt, an den man sich klammern kann.

Maria wendet sich um und weint enttäuscht. Gefangen in ihrer Traurigkeit wendet sie sich vom Grab weg und sieht den vermeintlichen Gärtner. Wie soll Maria von Magdala denn wissen, dass es Jesus ist? Wie soll ein Toter, dessen schreckliches Sterben man nur wenige Tage zuvor hautnah mitbekommen hat, plötzlich wieder da sein? Große Irritation – mit allem Schrecken und aller Trauer.

Jesus wendet sich nun Maria zu und spricht sie mit ihrem Namen an: „Maria“. Sie richtet sich auf, wendet sich zu ihm hin und erkennt ihn, geht auf ihn zu und nennt ihn beglückt ihren „Meister“.

Der Text lässt offen, ob Maria Jesus berührt, vielleicht umarmt und umklammert hat – und er sich dann von ihr löst: „Halte mich nicht fest.“ Oder ob sie sich einfach sehnsüchtig zu ihm hin ausstreckt: „Rühr mich nicht an.“

Jedenfalls löst sich Jesus von ihr und schickt sie zu ihren Brüdern und Schwestern. Es geht nicht nur um eine innige Begegnung, sondern Maria bekommt den Auftrag zu erzählen, was sie erlebt und wen sie angetroffen hat, nämlich den auferstandenen Herrn „höchstpersönlich".

Es ist eine Geschichte über alles Vorstellbare hinaus, und das ist staunenswert und beglückend. Und so bitte ich Gott in diesen festlichen Tagen, mich etwas von seiner Auferstehung, von seiner Gegenwart als verwundeter Heiland begreifen zu lassen. Es ist auch eine Geschichte voller Wendungen und Wandlungen – um endlich in allem, was einem im Leben widerfährt, klarer zu sehen und den auferstandenen, gegenwärtigen Herrn zu erkennen.
Das tröstet mich: Wenn sich Maria von Magdala ganz neu zu Jesus wenden, wenn sie ihm neu und anders begegnen und sich dadurch wandeln konnte, dann darf es wohl auch mir so ergehen. Und ich denke an das Wort von Karl Rahner: „Leben heißt: Sich wandeln und oft gewandelt werden.“

Ostern ist der Inbegriff einer Wandlungsgeschichte: Ein Wandel vom Leben zum Tod und wieder neu zurück ins Leben. Der Wandel Jesu und auch die Einladung an mich, mich immer mehr zum Leben hin zu wandeln. Das ist wahrlich ein Grund zum Feiern! Halleluja!

Impuls

inspiriert vom Evangelium

  • Trauer in meinem Leben und das Mich-Aufrichten und Erkennen …

  • Wandlungswege in meinem Leben und das Begreifen: Neues Leben …
  • Ostererfahrungen in meinem Leben und das Staunen über den verwundeten, gegenwärtigen Erlöser
Evangeliumskommentar als PDF
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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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