Der Moment des Innehaltens hilft
Ich habe dein Haus geheiligt

Um dankbar zu leben, benötige man die bewusste und ständig wiederholte Entscheidung zugunsten des Vertrauens und gegen die Furcht.
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Was alles passieren kann, wenn man 100 Prozent auf Gott vertraut, davon erzählt die folgende Geschichte. In dieser sehr weihnachtlichen Geschichte hat sich eine junge Familie von Herzen ein Haus gewünscht. Der Wunsch wurde erhört. Wichtig dabei war der Moment des Innehaltens und eine große Portion Dankbarkeit.

Dankbarkeit ist die wesentliche christliche Haltung“, sagte Martin Luther. Für den Benediktiner David Steindl-Rast ist es die kürzeste Formel des Christentums. Wahrhaftig gelebte Dankbarkeit wäre die „Lösung der größten Probleme von heute, doch gibt es nichts, das uns so schwerfällt, wie einfach zu danken“, so Steindl-Rast.

Die Erfahrung, dass sich durch das Innehalten in Dankbarkeit entscheidende Momente ändern können, hat auch Maria Pössl, Kindergartenpädagogin aus Aspang am Wechsel, erfahren. Mit ihrem Mann Michael war sie etliche Jahre auf der Suche nach einer leistbaren Immobilie. Als nacheinander die beiden Kinder Elias und Joel zur Welt kamen, wurde die Sehnsucht nach einem Eigenheim immer größer.

Aussichtlos?
Am Hoffeld, einer Ansiedlung mit sonniger Hanglage, gab es ein kleines Haus, das einer mit der Familie verbundenen älteren Frau gehörte. Diese hatte Hauskirche und Gastfreundlichkeit in ihrem Haus immer gelebt. Es gab sogar eine eigene Hauskapelle. Als die Dame verstarb, wurde das Haus an 18 Verwandte vererbt.

Maria und ihr Mann interessierten sich sehr für das Objekt. „Wir hatten eigentlich keine finanziellen Reserven für eine Hausfinanzierung. Aber wir haben uns das Haus angeschaut und es hat uns gut gefallen. Klar war, dass wir einiges hineinstecken müssten in die Renovierung. Der Preis für das Haus überstieg unsere Möglichkeiten. Es war aussichtslos“, sagt Maria. Bei einem Telefonat mit einem der Erben wurde auch die Chance auf eine mögliche Preisreduktion zunichte gemacht.

Dankgebet
Maria legte den Hörer auf und hielt inne: „Ich entschied mich, hinein ins Dankgebet zu gehen. Ich habe laut begonnen zu danken, für die Kontakte, die durch das Haus entstanden waren, für die Erfahrungen, die wir gemacht haben und für die größere Zukunft, die auf uns wartet. Danke und Amen.“ Als Maria ihr Gebet zu Ende gesprochen hatte, läutete das Telefon. Besagter Erbe war am Apparat und machte ein neues Angebot, weniger als die Hälfte des Ausgangspreises.

Dankbarkeit sei der Schlüssel zur Freude, sagt der Benediktiner David Steindl Rast
Um dankbar zu leben, benötige man die bewusste und ständig wiederholte Entscheidung zugunsten des Vertrauens und gegen die Furcht. Erlernen könne man die Dankbarkeit nur dann, wenn man Gelegenheiten des Stillhaltens suche.

Erst die Stille ermögliche es, „hinzuschauen, hinzuhorchen und sich über die Gelegenheiten zu freuen, etwa an einem Atemzug“, so Steindl-Rast. Daraus gelte es dann das Handeln abzuleiten.

Gegenimpuls zur Trauer
Dieses Innehalten erlebte auch die junge Frau Maria, die im Moment der Ausweglosigkeit ruhig blieb. Als sie erfuhr, dass sie sich das Haus um diesen Preis niemals leisten würde können, begann sie zu danken. Sie setzte einen Gegenimpuls zur Trauer. Im nächsten Moment erhielt sie den Anruf vom Erben, sie könnte das Haus um die Hälfte des Preises bekommen. „Gott liebt, wenn wir ihm vertrauen. Er ist wie ein Vater, der uns beschenken möchte. Im Dankgebet widersage ich meiner Mutlosigkeit. Durch diesen Schritt habe ich gelernt und Gott konnte weitermachen“, ist Maria überzeugt.

Mit ihrem Mann Michael hatte Maria das Dankbarsein im Laufe ihrer Beziehung geübt. In der Gemeinschaft Loretto lernte sie den Lobpreis kennen. Diese Gebetsform habe für sie Türen geöffnet und sie hätten sich dadurch menschlich weiterentwickelt: „Dankbarkeit bedeutet Offenheit und Weite. Ich kann auf mein Leben glücklich blicken.“

Offene Türen
Weihnachten, das Fest des Wünschens, stand vor der Tür. Auch die junge Familie von Maria hatte einen großen Wunsch, den Wunsch nach einem Haus des Miteinanders. Schon jetzt fühlt sich Maria wohl und zuhause. „Ich möchte die Lebenseinstellung der Hausbesitzerin weiterführen. Wir werden hier eine Hauskapelle haben und wir werden unsere Türen für Gemeinschaft und Gastfreundschaft offen haben. So wollen wir leben!“

Autor:

Michaela Necker aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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