Zeit für meinen Glauben
Einzigartig für den anderen

„Was Rudi und mir bisher immer wichtig gewesen ist: Sich bewusst zu verabschieden, wenn einer der beiden das Haus verlässt. Denn man weiß ja nie, was passieren kann. (Theresia Dastl)
  • „Was Rudi und mir bisher immer wichtig gewesen ist: Sich bewusst zu verabschieden, wenn einer der beiden das Haus verlässt. Denn man weiß ja nie, was passieren kann. (Theresia Dastl)
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Theresia Dastl und ihr Mann Rudolf sind seit mehr als sechzig Jahren verheiratet. Auch in den schweren Zeiten sind sie abends nie eingeschlafen, ohne sich zu vertragen.

Resi, es gibt nur einen Rudi für dich. Rudi, es gibt nur eine Resi für dich.“ Müsste Theresia Dastl eine Überschrift für ihre Ehe aussuchen, dann würde sie wohl so lauten. Diesen Satz sagt der Trauungspriester zu Theresia und ihrem Mann Rudolf vor mehr als 60 Jahren, als sie einander das Ja-Wort geben. Die beiden kennen sich aus der Schule, der Priester, der sie traut, hat sie unterrichtet.

Bald nach der Hochzeit kommen die Kinder, insgesamt sechs. Heute hat sie sechs Enkelkinder und fünf Urenkel. Für ihre Ehe ist die 84-Jährige „jeden Tag dem Herrgott dankbar. Natürlich hat es auch bei uns schwere Zeiten gegeben, aber wir sind nie schlafengegangen, ohne uns wieder zu vertragen“. Was ihr und ihrem Mann immer wichtig gewesen ist: Sich bewusst zu verabschieden, wenn einer der beiden das Haus verlässt. „Man weiß ja nie, was passiert“, sagt Theresia.

Abwechselnd in die Heilige Messe
Der Glaube, sagt Theresia, ist ihr immer schon wichtig gewesen. „Ich hab’ mich in der Kirche immer wohlgefühlt und hab mir von dort Kraft geholt, damit ich gut durch die ganze Woche komme. Die Kirche war und ist meine Zuflucht.“

Mit ihrem Mann wechselt sich Theresia als junge Mutter ab: Sie besucht die Heilige Messe um halb acht, während ihr Mann zu Hause die Kinder beaufsichtigt. Ihr Mann geht um zehn und Theresia passt auf die Kinder auf. „Ich bin extra früh aufgestanden, damit ich schon in der Früh alles fertig gemacht habe, um dann in die Messe zu gehen.“

Obwohl es damals nicht üblich ist, nimmt Theresia ihre Kinder ab zwei Jahren mit in den Gottesdienst. „Mir war das wichtig, dass sie mitgekommen sind. Auch wenn die alten Leute gesagt haben, dass sie keine Ruhe geben. Das war aber nicht so. Ich hab’ die Kinder dort Gott anvertraut.“

Auch in der Natur fühlt sich Theresia Gott nahe. „Ich brauche es, in der Natur zu sein. Wenn ich draußen bin, bedanke ich mich bei ihm für all das Schöne.“

Muttergottes-Anhänger für die Urenkel
Die momentane Situation in der Coronapandemie macht Theresia zu schaffen, weil sie ihre Enkel und Urenkel nicht so sehen kann, wie sie es gerne hätte. „Das tut schon weh, vor allem, weil man sie jetzt nicht umarmen und trösten kann.“ Aber jeden Abend betet sie für ihre Familie. Ihren Urenkeln hat sie vor Kurzem einen Anhänger mit der Muttergottes geschenkt – mit der Bitte an die Muttergottes, sie zu schützen. Einen solchen trägt sie selber.

Auch von ihren Enkeln hat sie vor einiger Zeit etwas bekommen, worüber sie sich sehr gefreut hat: „Zum Hochzeitsjubiläum haben uns die Enkel eine Tafel mit unserem Leitspruch – Resi, es gibt nur einen Rudi für dich. Rudi es gibt nur eine Resi für dich – geschenkt. Immer wenn wir daheim daran vorbeigehen, sehen wir den Spruch und sind dankbar.“

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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