Meinung
Bereit für eine synodale Kirche – mit den Frauen

Angelika Ritter-Grepl (62) ist Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Die Tirolerin war Leiterin des Frauenreferats der Diözese Innsbruck.
  • Angelika Ritter-Grepl (62) ist Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Die Tirolerin war Leiterin des Frauenreferats der Diözese Innsbruck.
  • Foto: Katholische Frauenbewegung
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Die von Papst Franziskus geplante Bischofssynode in Rom als zweijährigen Prozess mit allen Mitgliedern der Kirche umzusetzen, ist ein großes Hoffnungszeichen für die Zukunft der katholischen Kirche.

Ein Prozess hat einen offenen Ausgang, viel kann sich in zwei Jahren entwickeln. Ich hoffe auf eine achtsame Kultur des aufeinander Hinhörens, sodass die Vielfalt der Menschen und Lebenslagen gut integrierbar ist. Es gibt die Chance, aus vielen Blickwinkeln zum Werden der Kirche beizutragen. Alle sind gleich wertvoll, unabhängig davon ob von Bischöfen, Priestern, Laien – Frauen, Männern, Kindern, Jugendlichen …

Ein solches Verfahren ist einmalig in der Welt, ich würde mir Ähnliches für die Welt-Politik wünschen. Das, was wir als katholische Kirche gemeinsam vorhaben, ist größer als jedes demokratische Verfahren. Synodalität ist nicht mit Demokratie gleichzusetzen, denn in einer Synode sind nicht nur Menschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es ist ein gemeinsamer Prozess zwischen uns und Gott. Entsprechende Methoden, dass diese Kommunikation gelingt, sind gefragt.

Das Repräsentationsprinzip und das Mehrheitsprinzip in der Demokratie sind wichtige Aspekte des vielschichtigen Gebildes Demokratie, aber zu wenig für eine Synode. Knappe Mehrheitsentscheidungen sind für die „Verliererinnen und Verlierer“ problematisch.

Frauen haben eine lange schmerzvolle Geschichte zur gleichberechtigten Teilhabe. Diese Erfahrungen im Kampf um Gleichberechtigung bringen wir mit und stellen sie zur Verfügung, damit der synodale Prozess besser gelingt.

Außerdem praktizieren wir in unseren Zusammenhängen, in der Katholischen Frauenbewegung, in den Frauenkommissionen Meinungsbildungsverfahren und Abstimmungsmethoden, die kontroverse Positionen zulassen und berücksichtigen, sodass keine Verliererinnen entstehen. Das können wir einbringen, wenn es darum geht, Synodalität zu entwerfen und auszuprobieren.

Am Ende braucht es stimmberechtigte Frauen in der Synodenversammlung der Bischöfe. Wir stehen bereit.

Der Kommentar drückt die persönliche Meinung der Autorin aus.

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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