Kommentar: Die Kirche & ich
Mit Demut und Mut – ich und Sie?

„Christentum in der Politik“? Alle Christen sind aufgerufen. Die Aufgabe der Weltgestaltung dürfen wir nicht an die Bischöfe oder sonst wen delegieren.
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Letzten Sonntag ging es im Evangelium darum, dem Kaiser zu geben, was dem Kaiser gehört – und Gott, was Gott gehört. Der Papst nahm das zum Anlass, uns zu erinnern, wie wichtig auch die zweite Hälfte dieser Bibelstelle ist.

„Es ist notwendig, auch Gottes Vorrang im menschlichen Leben und in der Geschichte zu bekräftigen, und Gottes Recht über das, was ihm gehört, zu respektieren.“ Darum, so der Papst, müssen sich Christen in der Gesellschaft engagieren, „mit Demut und zugleich mit Mut, und auf diese Weise ihren Beitrag leisten zu einer Zivilisation der Liebe, wo Gerechtigkeit und Brüderlichkeit herrschen“.

Das hat mich erinnert an einen Workshop bei einer Sommerwoche für katholische Familien. Das Thema war „Christentum in der Politik“. Referent war ein Politiker einer Partei, die sich unter anderem auf ihr christliches Erbe beruft. Ich fürchtete, dass das Ganze für ihn ein Spießrutenlauf werden würde und er sich nun anhören müsste, wie seine Partei nicht genug, oder vielleicht sogar Antichristliches täte und vertrete. Er packte aber gleich den Stier bei den Hörnern und fragte die Workshop-Teilnehmer, wer von ihnen denn selber irgendwie in der Politik engagiert sei. Ein Einziger zeigte auf, er sei vor längerem einmal im Gemeinderat gesessen. Ein Einziger. Der Politiker: „Und deswegen ist die Politik so, wie sie eben ist.“

Alle Christen sind aufgerufen. Die Aufgabe der Weltgestaltung dürfen wir nicht an die Bischöfe oder sonst wen delegieren. Vorige Woche wurde ich gefragt, ob Kirchenvertreter öffentlich für einzelne Wahl-Kandidaten eintreten dürfen. Wie toll wäre es, wenn sie es deswegen nicht täten, weil sie sich zwischen den vielen wunderbaren christlichen Kandidaten gar nicht entscheiden können!

Autor:

Michael Prüller aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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