Thema Pfarrgemeinderatswahl
Zu den Menschen - Reden wir darüber

Leitsatz für die Pfarre: - Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft. Apg 2,44
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  • Leitsatz für die Pfarre: - Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft. Apg 2,44
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In Vorbereitung auf die Pfarrgemeinderatswahlen 2022 gibt es im Frühjahr einen vierteiligen österreichweiten Online-Pfarrgemeinderäte-Kongress.

Am Beginn stand die Frage: Wozu Pfarre?

Alle fünf Jahre haben österreichweit die rund 4,5 Millionen wahlberechtigten Katholikinnen und Katholiken die Möglichkeit, mit ihrer Stimme den Pfarrgemeinderat zu wählen. Rund 28.000 Männer und Frauen stellen sich der Verantwortung, eine Funktion in ihrer Pfarrgemeinde zu übernehmen. Das nächste Mal ist es am 20. März 2022 wieder so weit.

Als Vorbereitung darauf haben die Diözesanbischöfe gemeinsam mit den Pfarrgemeinderats-Referenten zu einem bundesweiten Austausch geladen.

Im Fokus der vier Online-Foren stehen Fragen nach gelingenden Praxismodellen und wie Beteiligung in den Pfarren gelingen kann. Im ersten Online-Forum am 12. April ging es um die Bedeutung des „Wozu“.

Denn wer sich in den Pfarren engagiert, will Klarheit über das Wozu der Pfarre haben. Besonders für die verantwortlichen Mitglieder im Pfarrgemeinderat ist es wichtig, dieses Wozu ihrer Pfarre zu kennen und gemeinsam immer wieder davon zu erzählen.

Impulsgeberin war Klara Csiszar, Professorin für Pastoraltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz. Sie plädierte an die Pfarren, „hinzugehen und hinzuschauen“, wo sie gebraucht werden. Sie will zum Engagement für „proaktive Pfarren“ und einen Abschied von „reaktiven Pfarren, die von ihrem Umfeld und äußeren Umständen getrieben werden“, motivieren. „Reaktive Pfarren werden von ihrem Umfeld und den äußeren Umständen getrieben: Wenn das Wetter gut ist, fühlen sie sich gut, wenn das Wetter schlecht ist, fühlen sie sich schlecht“, sagte Pastoraltheologin Csiszar. Eine solche Pfarre würde sich vor allem durch eine „defensive Schutzhaltung“ auszeichnen, so ihre Einschätzung. Proaktive Pfarren hingegen seien im Gegenzug von Werten geleitet und dem Wissen, was „sie gut können und wo sie unersetzlich sind“.

Den nächsten Schritt sehen
Pfarren hätten vor allem die Aufgabe, „auf die Menschen zuzugehen“ und auch die Kirche dürfe nicht nur um sich selbst kreisen, sagte Csiszar. Sie bezog sich hier auf den österreichischen Begründer der Logotherapie, Viktor Frankl, mit dem Begriff der Selbsttranszendenz und formulierte: „Arm sind die, die den nächsten Schritt des Lebens nicht sehen.“ Als aktuelle – auch Coronabedingte – Themen nannte die Theologin etwa Einsamkeit, familiäre Schwierigkeiten sowie finanzielle und existenzielle Unsicherheiten.

Im Chat und in Austauschgruppen gaben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Anliegen und Erfahrungen weiter. Beispielsweise den Hinweis, dass nach dem „Zwiebelschalen-Prinzip“ drei Fragen in Gemeinden wichtig seien: „Was tun wir?“, „Wie tun wir es?“ uns „Warum, wofür und wozu tun wir das?“.

Einblick in die Lebenswelt der Pfarrgemeinderätinnen und –räte gab ein Brainstorming zur Frage: „Worauf bin ich stolz, wenn ich an meine Pfarrgemeinde denke?“. Die Schlagwörter waren Gemeinschaft, der Blick auf Jesus, ein sinnvolles Leben, Angebote und schlicht Heimat.

Die „Konferenz der PGR-Referentinnen und -referenten der Diözesen Österreichs“ erhofft sich von den Online-Foren im Vorfeld der nächsten PGR-Wahlen einen Austausch über gelingende Praxismodelle, wie Partizipation in den Pfarrgemeinden gelingen kann. „Denn eine Kirche der Beteiligung entspricht nicht nur ihren neutestamentlichen Anfängen, sondern ist auch die Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen“, heißt es in der Kongress-Beschreibung.

An der digitalen Auftaktveranstaltung nahmen rund 300 Personen teil. Unter den größtenteils ehrenamtlichen Pfarrgemeinderats-Mitgliedern waren auch die Bischöfe Alois Schwarz von St. Pölten, Wilhelm Krautwaschl von Graz-Seckau und Josef Marketz aus Gurk-Klagenfurt.

Der Pfarrgemeinderatskongress geht weiter

  • Beim zweiten Termin des virtuellen PGR-Kongresses wird sich der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer am 20. April (18 bis 20 Uhr) mit dem Thema „Kirche an anderen Orten“ beschäftigen.

  • Der Wiener Pastoraltheologe Johann Pock liefert am 28. April (18 bis 20 Uhr) den Impuls zum dritten Forum zur Frage „Wie nutzen wir Freiräume?“.
  • Beim letzten Termin des Online-Kongresses am 6. Mai spricht Gabriele Viecens, Referentin für lokale Kirchenentwicklung der deutschen Diözese Hildesheim, zum Thema „Wie schaffen wir Platz für Talente und ermöglichen Beteiligung?“

Anmeldung

pfarrgemeinderat.at

Leitsatz für die Pfarre: - Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft. Apg 2,44
Autor:

Sophie Lauringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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