Friedensgebet am 14. September
Wenn der Stephansdom fast bis auf den letzten Platz gefüllt ist

Viele Menschen berichten, dass das Friedensgebet einzigartige Stunden im Dom für sie sind.
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  • Viele Menschen berichten, dass das Friedensgebet einzigartige Stunden im Dom für sie sind.
  • Foto: friedensgebet.at
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Das alljährliche große „Friedensgebet“ ist inspiriert von den Ereignissen in Medjugorje. Tausende versammeln sich im Stephansdom zum Gebet, zum Lobpreis und zur Messe. Sie hören Zeugnisse von Menschen, die berichten, dass Gott auch heute handelt und wirkt.

Warum ein ehemaliger Flüchtling aus Albanien voll Freude in Wien erwartet wird und was die Atmosphäre des Friedensgebets am 14. September ab 16 Uhr ausmacht, erläutert Organisator Christian Stelzer gegenüber dem SONNTAG.

Warum kommen so viele Menschen jedes Jahr zum „Friedensgebet“?
CHRISTIAN STELZER:
Der Stephansdom ist ja wie das Herz von Wien. Und viele Menschen berichten uns, dass das Friedensgebet einzigartige Stunden im Dom für sie sind, auf die sie sich das ganze Jahr freuen. Was macht das Besondere aus? In Worten ist das schwer auszudrücken. Vielleicht ist es die Atmosphäre des hinhorchenden Betens in einer großen Gemeinschaft des Glaubens, der Lobpreis Gottes, der Rosenkranz, jeweils mit einem besonderen Gast aus Medjugorje und die Momente der Stille, die uns hoffentlich auch diesmal geschenkt werden und in denen ihnen, wie sie später berichten, die Gottesmutter erscheint, die Eucharistiefeier als Höhepunkt, die Kardinal Christoph Schönborn mit uns feiert. All das vermag das Herz zu öffnen und es mit Frieden und Freude zu füllen, wie die Menschen uns berichten, ein Friede, den sie weitergeben wollen an ihre Lieben, an die Menschen, mit denen sie leben.

Christian Stelzer © privat
Christan Stelzer: „Viele freuen sich das ganze Jahr über auf das Friedensgebet.“

Was ist die Botschaft des „Friedensgebetes“?
Ich denke, das Friedensgebet erinnert uns an eine Erfahrung nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich ins kollektive Bewusstsein der Österreicher eingeprägt hat: Durch das Gebet wird uns Friede geschenkt. Der Franziskaner-Pater Petrus Pavlicek hatte damals, inspiriert von den Erscheinungen in Fatima, den Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den Frieden in der Welt ins Leben gerufen. Das Friedensgebet im Stephansdom ist inspiriert von den Ereignissen in Medjugorje in Bosnien und Herzegowina, die vor 40 Jahren begonnen haben und noch andauern und die oft als Fortsetzung jener von Fatima bezeichnet werden. Die Gottesmutter zeigt sich den Sehern von Medjugorje als Königin des Friedens und ihre Grundbotschaft lautet: „Friede, Friede, Friede – und nur Friede! Zwischen Gott und den Menschen soll wieder Friede sein! Friede soll unter den Menschen sein!“ Bei all den politischen Bemühungen um Frieden, die wir heute durch die Medien mitverfolgen, wird vielen Menschen immer mehr bewusst, dass wirklicher Friede nicht so einfach machbar ist, sondern letztlich ein Geschenk ist, das sich jenem Herzen offenbart, das sich bittend und dankend Gott zuwendet.

Aus welchen Elementen setzt sich das „Friedensgebet“ zusammen?
Der Ablauf des Friedensgebets ist einfach: Musik, Glaubenszeugnisse, Gebet, Lobpreis, Heilige Messe und Eucharistische Anbetung, ähnlich wie in Medjugorje, jenem Ort, der vom Nationaldirektor von Missio Österreich, Pater Karl Wallner, kürzlich als „Missionshotspot für Europa“ bezeichnet wurde, an dem eine „zeitgemäße Charismatik über die Sakramente geht“. Hervorheben möchte ich die Zeugnisse gelebter christlicher Nächstenliebe beim Friedensgebet wie jene der Gemeinschaft Cenacolo, die durch Medjugorje nach Österreich gekommen ist und sich junger Menschen in Krisen, vor allem mit Drogen- und Alkoholproblemen und Depressionen, annimmt und die Ernährungsinitiative Mary’s Meals, die durch Medjugorje entstanden ist und derzeit an die zwei Millionen Kindern in 19 der ärmsten Ländern der Welt Schulmahlzeiten bereitstellt und ihnen damit den Schulbesuch ermöglicht. Besonders freuen wir uns, dass Arjan Dodaj aus Tirana sein Kommen zugesagt hat. Als 16-Jähriger gelangte er mit einem Schlauchboot von Albanien illegal nach Italien, wo er als Schweißer und Gärtner arbeitete und eine christliche Gemeinschaft kennenlernte, die durch Medjugorje entstanden war. Zehn Jahre später weihte Johannes Paul II. ihn zum Priester und am 9. April 2020 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof der Erzdiözese Tirana-Durrës.

Organisiert wird das Friedensgebet von der Gebetsgemeinschaft „Oase des Friedens“ und der Johannesgemeinschaft des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens in Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen religiösen Gemeinschaften unserer Erzdiözese.

Viele Menschen berichten, dass das Friedensgebet einzigartige Stunden im Dom für sie sind.
Christian Stelzer: „Viele freuen sich das ganze Jahr über auf das Friedensgebet.“
Autor:

Stefan Kronthaler aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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