Nach dem Terroranschlag
Religionsvertreter demonstrieren Zusammenhalt

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Mit einem Gedenkmarsch durch die Wiener Innenstadt zu den Tatorten des Terroranschlags vom Montag, 2. November, haben die Spitzenvertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften am Donnerstagmittag ihre Verbundenheit und ihren Zusammenhalt zum Ausdruck gebracht.

U.a. Kardinal Christoph Schönborn, Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka gedachten in Stille der Opfer des Anschlags.

Weiters nahmen auch Imame sowie muslimische Religionslehrerinnen und Religionslehrer, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, der Wiener evangelische Superintendent Matthias Geist, der Präsident der buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, und Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka an dem Gedenken teil.

Im Blick auf diesen Schulterschluss der Religionen sagte Kardinal Schönborn am Rande des Gedenkens gegenüber Medienvertretern: "Das ist Österreich. Wer Österreich liebt, der spaltet es nicht." Es gelte, sich gegen alle Tendenzen zur Wehr zu setzen, die versuchten, in die Bevölkerung einen Keil zu treiben. Die Menschen im Land seien dankbar für Wohlstand, Gerechtigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. All dies dürfe nicht gefährdet werden, so der Kardinal: "Wenn Einzelne ein Verbrechen begehen, dann muss man das auch als Verbrechen dieser Einzelnen sehen. Dann darf man nicht ganze Gruppen oder die Gesellschaft dafür verantwortlich machen. Es gibt keine Sippenhaft."

Die Initiative zu dem kurzen Gedenkmarsch ging von Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister aus. "Wenn Hass, Hetze und Gewalt im Namen von Religion ausgeübt werden, müssen wir die Ersten sein, die dagegen aufstehen und das verurteilen und klarstellen, dass es so etwas nicht gibt", sagte Hofmeister: "Es gibt keinen Hass und keine Gewalt im Namen Gottes." Die Vertreter der Religionen würden sich gegen jeden Missbrauch von Religion und religiösen Werten verwehren, die letztlich die Grundlage der westlichen Gesellschaft seien.

Auch der orthodoxe Metropolit Arsenios betonte die Notwendigkeit dieses Schulterschlusses der Religionen und die Dringlichkeit des gemeinsamen Auftretens gegen jede Instrumentalisierung von Religion.

"Der Marsch unterstreicht, wie wichtig die Verständigung der Religionen ist und dass das Gedenken der Opfer jetzt im Vordergrund zu stehen hat und dass die Trauer gemeinsam passiert." Das sagte Bischof Chalupka. Denn das Ziel des Terrors sei Spaltung und Hass. "Die Religionen beugen sich diesem Ziel nicht, sondern treten vereint auf", so der Bischof.

Für Landessuperintendent Hennefeld war der Marsch u.a. ein Zeichen dafür, "dass Religionen nicht gegeneinander stehen, sondern sich miteinander für das Wohl und den Frieden in dieser Stadt und diesem Land einsetzen". Superintendent Schröckenfuchs betonte: "Das Entscheidende ist, dass wir als Mitglieder verschiedener Religionen gehen und ein Zeichen setzen, dass wir nicht zulassen wollen, dass Religionen gegeneinander aufgewiegelt werden. Der Zusammenhalt ist das Entscheidende."

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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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