Zeit für meinen Glauben
Mein Vater hat mich gebraucht

Marcel Urban: „Mission bedeutet für mich, die Liebe unseres himmlischen Vaters zu den Menschen zu bringen. Ich wollte dazu in die große Mission, ins Ausland, doch der Herr hat mich zurück 
in meine eigene Familie gerufen.“
2Bilder
  • Marcel Urban: „Mission bedeutet für mich, die Liebe unseres himmlischen Vaters zu den Menschen zu bringen. Ich wollte dazu in die große Mission, ins Ausland, doch der Herr hat mich zurück
    in meine eigene Familie gerufen.“
  • Foto: Missio
  • hochgeladen von Der SONNTAG Redaktion

Marcel Urban will in die große, weite Welt hinaus, um anderen von der Liebe Gottes zu erzählen. Da erkrankt sein Vater an Krebs, und Marcel beschließt, die letzten Monate mit ihm zu verbringen und seine Mutter bei der Pflege zu unterstützen.

Marcel Urban hat große Pläne, als er im Sommer 2016 vom Weltjugendtag in Krakau nach Österreich zurückkehrt. Er ist inspiriert vom Treffen mit dem Papst, von den jungen Menschen, mit denen er unterwegs war, und hat vor, „das, was ich erlebt habe, auch anderen weiter zu geben.“ Den gebürtigen Deutschen treibt die Frage um, wie er missionarisch tätig sein kann, ob er vielleicht sogar ins Ausland gehen soll.

Mitten in seinen Überlegungen erreicht ihn ein Anruf seines Vaters. „Mein Vater hat gesagt, dass er mich braucht. Ich bin also am nächsten Tag nach Deutschland.“ Es stellt sich heraus, dass Marcels Vater zwei Gehirntumore hat. Marcel, der gerade Theologie in Heiligenkreuz studiert, beschließt, wieder zu seinen Eltern zu ziehen. „Ich habe im Herbst 2016 in Österreich alles liegen und stehen gelassen und mit meiner Mama meinen Vater gepflegt.“

Der Glaube des Vaters als Vorbild

Die Monate bis zum Tod seines Vaters im März 2017 sind für Marcel eine intensive und bereichernde Zeit. Der Glaube seines Vaters beeindruckt ihn sehr. „Mein Vater hatte einen kindlichen Glauben. Er hatte eine tiefe Herz-zu-Herz-Beziehung mit Jesus, und er hat mir gezeigt, dass man sich ganz fallen lassen kann. Dass man sich nicht durch das definieren muss, was man macht und erreicht, sondern dass man sich als Kind Gottes definieren darf“, sagt der 28-Jährige.

Marcel betet mit seinem Vater und lässt sich von ihm trösten. „Mein Vater – bereits halbseitig gelähmt und mit epileptischen Anfällen – hat zu mir gesagt: Sei nicht traurig! Es gibt so viele Menschen, denen es schlechter geht als mir.“

Die Zeit am Krankenbett zeigt Marcel, dass Mission überall möglich ist. „Mission bedeutet für mich, die Liebe unseres himmlischen Vaters zu den Menschen zu bringen. Ich wollte dazu in die große Mission, ins Ausland, doch der Herr hat mich zurück in meine eigene Familie gerufen.“

Ihr seid nicht allein
„Mission“ bleibt Marcels Thema: Seit 2019 arbeitet er bei Missio, den Päpstlichen Missionswerken, im Kinder- und Jugendbereich. „Als ich ein Kind und ein Jugendlicher war, bin ich mir vorgekommen wie der letzte Mohikaner, weil ich keine anderen gläubigen Gleichaltrigen kannte. Ich hätte mir gewünscht, mit anderen meinen Glauben zu teilen. Das motiviert mich jetzt bei meiner Arbeit: Ich möchte den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass sie nicht alleine sind, dass es noch viele andere wie sie gibt.“

Sein Job hat Marcel auch schon nach Afrika gebracht. Kurz vor Corona reiste er im Februar nach Kenia und hat dort, wie er sagt, Weltkirche erlebt. Er erinnert sich: „Wir fahren mit einem Priester durch die Savanne. Irgendwann bleibt er stehen, hupt 15 Minuten lang und von allen Richtungen kommen Leute und feiern die heilige Messe mit ihm.“

Marcel weiß: Mit anderen den Glauben zu teilen ist ein lebensveränderndes Abenteuer – ob am Sterbebett des eigenen Vaters oder in der Savanne Kenias.

Marcel Urban: „Mission bedeutet für mich, die Liebe unseres himmlischen Vaters zu den Menschen zu bringen. Ich wollte dazu in die große Mission, ins Ausland, doch der Herr hat mich zurück 
in meine eigene Familie gerufen.“
Marcel Urban: „Mein Vater – bereits halbseitig gelähmt und mit epileptischen Anfällen – hat zu mir gesagt: Sei nicht traurig! Es gibt so viele Menschen, denen es schlechter geht als mir.“
Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen