Impfstation in der Barbarakapelle
Hunderte lassen sich im Stephansdom impfen

COVID-Impfung unter dem Kreuz: Seit 12. 8. wird die Impfstation in der Barbarakapelle – unabhängig vom religiösen Bekenntnis – geradezu gestürmt.
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  • COVID-Impfung unter dem Kreuz: Seit 12. 8. wird die Impfstation in der Barbarakapelle – unabhängig vom religiösen Bekenntnis – geradezu gestürmt.
  • Foto: Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
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Covid-Impfung unter dem Kreuz:  Bis 3. Oktober kann man sich im Stephansdom ohne Voranmeldung gegen das Corona-Virus impfen lassen. Der Dom als Ort der seelischen Gesundheit wird dadurch – unabhängig vom religiösen Bekenntnis –auch zum Ort der körperlichen Gesundheit. Allein in den ersten drei Tagen haben mehr als 600 Menschen dieses Angebot im Herzen der Stadt angenommen.

Das religiöse Leben im Stephansdom wird durch die derzeit laufende Impfaktion nicht beeinflusst.“ Das betonte Dompfarrer Toni Faber in seiner wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung „Kurier“ am 15. August. Damit reagierte er auf Stimmen, die Kritik an der Impfaktion in Österreichs bekanntester Kirche geübt hatten. Er habe in Gesprächen erfahren, dass „nicht wenige diese Gelegenheit als Einladung und Anstoß verstanden haben“. Der große Ansturm der ersten Tage spreche zudem eine eigene Sprache, zeigte sich Faber vom Erfolg der Aktion überzeugt. Denn mit einem „überraschend großen Andrang von früh bis spät“ ist der erste Öffnungstag der Impfstation im Stephansdom allein am 12. August zu Ende gegangen. Knapp 200 Menschen nahmen das Angebot der Stadt Wien wahr und ließen sich spontan und ohne Anmeldung in der Barbarakapelle gegen das Coronavirus impfen. In Betrieb ist die Impfstation im Stephansdom jeweils von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 21 Uhr, Mittagspause ist von 15 bis 16 Uhr. Über 18-Jährigen wird im Stephansdom der Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht, Zwölf- bis 17-Jährige bekommen jenen von Biontech/Pfizer. Vorerst läuft die Aktion bis 22. August.

Impfen als Akt der Nächstenliebe

„Wir sind in einer Gesundheitskrise, die alle Menschen betrifft, da braucht es außergewöhnliche Maßnahmen“, begründete Wiens Gesundheits-Stadtrat Peter Hacker die Wahl des Doms als Impfstelle. Er hoffe, dass möglichst viele Menschen das Angebot annehmen werden, „sei es aus purem Egoismus oder aus Nächstenliebe“. Die Impfung ist nach den Worten von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig ein „Akt des Selbstschutzes, der Solidarität und der Nächstenliebe“: „Der Stephansdom ist ein kulturelles und spirituelles Zeichen, ein Zeichen des Wiederaufbaus“. „Der Stephansdom gehört allen Menschen der Stadt Wien. Er soll dem Inneren, Geistlichen dienen und auch der körperlichen Gesundheit“, unterstrich Dompfarrer Toni Faber. „Wer die Geschichte des Doms in Erinnerung hat, weiß, dass er ein gemeinsames Werk aller Menschen in Österreich ist“, betonte Kardinal Christoph Schönborn.

Impfangebot bis 3. Oktober verlängert
Aufgrund des Erfolgs der Impfstation im Wiener Stephansdom soll die Aktion nun bis 3. Oktober fortgesetzt werden. Bisher ließen sich knapp 600 Menschen im Stephansdom impfen. „Ich freue mich, wenn die Aktion verlängert wird“, sagte Dompfarrer Toni Faber. Der Dompfarrer hatte sich bereits zum Start der Aktion über den großen Andrang überrascht gezeigt. Er freue sich, wie gut das Angebot angenommen werde. Teilweise waren lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen, sodass die Stadt Wien zeitweise ein zweites Impfteam zum Einsatz in den Stephansdom schickte. Kritik an der Impfstraße hatte Faber mehrfach gekontert und betont, dass das religiöse Leben im Stephansdom durch die Impfaktion in keiner Weise beeinflusst werde.

Geimpft wird im Wiener Stephansdom von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 21 Uhr (mit einer Pause zwischen 15 und 16 Uhr). Personen über 18 Jahre erhalten demnach weiterhin den Impfstoff von Johnson & Johnson, 12- bis 17-Jähre bekommen Biontech/Pfizer. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, mitzunehmen ist lediglich ein Ausweis und wenn möglich die E-Card. Auch an den Impfzeiten soll sich nichts ändern.

Auch in der Steiermark Impfungen mit kirchlicher Unterstützung
Auch das Land Steiermark hatte in dieser Woche bekannt gegeben mit Unterstützung der Kirchen, die Impfaktion weiter voranzutreiben. So seien Pfarren und Seelsorgeräume eingeladen, eigene Impfaktionen in Abstimmung mit den Gemeinden durchzuführen. Unterstützt wird die Aktion von der katholischen und der evangelischen Kirche. Die Coronavirus-Impfung helfe „von Gott geschenktes Leben zu schützen. Das eigene und das andere“, betonte der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.

Autor:

Wolfgang Linhart aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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