Glaubenszeugnis
Warum Alexander Albrecht an intellektuelle Grenzen stößt

Alexander Albrecht aus Wien-Rothneusiedl setzt sich viel mit Glaubensthemen auseinander und merkt, dass er allein mit dem Verstand an Grenzen stößt.
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  • hochgeladen von Sophie Lauringer

Katholisch sozialisiert wurde Alexander Albrecht in der Marianischen Kongregation im 19. Bezirk und später in einer katholischen Studentenverbindung. Heute engagiert sich der 48-Jährige im ländlich geprägten Süden Wiens in Rothneusiedl.

Herr Albrecht, eine der Hauptquellen für Ihren Glauben ist der Katechismus, eine andere die Heilige Schrift. Überhaupt lesen Sie viel und setzen sich mit Glaubensthemen auseinander. Ist Ihr Zugang zum Glauben eher ein intellektueller?
Ja, wobei ich auch einen Hang zur Mystik habe. Ich will vieles mit dem Verstand durchdringen, merke aber, dass ich dabei an meine Grenzen stoße. Je mehr ich mich Glaubensdingen mit dem Verstand nähere, desto größer wird die Wolke des Nichtwissens. Auch im Gespräch mit anderen stoße ich mit diesem Zugang manchmal auf Grenzen, weil mich manche als abgehoben oder besserwisserisch wahrnehmen.


Sonntag ist für mich der Tag des Herrn

Sie sprechen von einem Hang zur Mystik. Wie äußert sich dieser?
Mich faszinieren beispielsweise das Turiner Grabtuch oder Marienerscheinungen. Und ich bin ein Fan der Ikonostase, wie es sie in der orthodoxen Kirche gibt. Über viele dieser Dinge kann ich im Katechismus oder in anderen Büchern nachlesen, erklärbar werden sie dadurch aber nicht. Ich kann mich immer nur annähern. Das fasziniert mich.

Auch die Liturgie fasziniert Sie sehr. Was ist Ihnen dabei wichtig?
Liturgie muss choreografiert sein. Nehmen wir zum Beispiel die heiligen Geräte: Ob man diese rechts oder links hinstellt, ist nicht egal. Das hat alles eine Bedeutung. Selbst wenn man als Gottesdienstbesucher nicht genau weiß, warum das so ist, merkt man bei vielen Handlungen doch, dass es sich um etwas Besonderes handelt. Wichtig ist in der Heiligen Messe, dass alles, was passiert, auf den besonderen Moment der Wandlung hinarbeitet.

Ihr Anliegen in Ihrer Gemeinde in Rothneusiedl ist es, Liturgie würdevoll zu feiern. Wie kam es denn dazu, dass Sie sich so intensiv einbringen?

Ich wurde zuerst gefragt, ob ich nicht die Kollekte machen könnte. Irgendwann dann auch, ob ich die Lesungen lesen könnte. Heute bin ich Lektor, Mesner und immer wieder Ministrant.


Ich trage meinen Glauben nicht vor mir her, wenn es aber darauf ankommt, weiß ich ihn zu vertreten.

Wie bleiben Sie im Alltag mit Gott in Verbindung?
Er ist immer da. Die verschiedenen Devotionalien, orthodoxe Ikonen beispielsweise, die wir zu Hause in allen Zimmern haben, erinnern mich an ihn. Gott durchdringt alles und die Momente der Besinnung sind da, wenn sie da sind. Auch in den Diskussionen mit meiner Frau, die liturgisch manches anders sieht als ich. Bei meiner beruflichen Tätigkeit als Datenschutzbeauftragter basiert mein Handeln auf christlichen Werten. Ich trage meinen Glauben nicht vor mir her, wenn es aber darauf ankommt, weiß ich ihn zu vertreten.

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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