Glaubenszeugnis
„Lehrer können Humor gut brauchen“

Stefan Haider will nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregen.
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  • Stefan Haider will nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregen.
  • Foto: Christoph Schramm
  • hochgeladen von Wolfgang Linhart

Der Kabarettist, Religionslehrer und Schuldirektor Stefan Haider übers Lustigsein im Unterricht und das Wirken des Heiligen Geistes im Kabarett.

Sein kabarettistisches Talent entdeckt Stefan Haider vor über zweieinhalb Jahrzehnten, als er zwischen den christlichen Liedern seiner Band moderiert. Seitdem verarbeitet der gebürtige Steirer in seinen Kabarettprogrammen unter anderem seine Erfahrungen als Religionslehrer. Mit großer Leidenschaft unterrichtet er Religion und ist seit diesem Schuljahr außerdem Schuldirektor an der Höheren Lehranstalt für Mode und der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Wiener Neustadt.

Herr Haider, Sie sind Religionslehrer und Kabarettist. Kann man bei dieser Berufskombination davon ausgehen, dass es bei Ihnen im Unterricht immer lustig zugeht?
Stefan Haider (lacht): Beim Unterrichten ist es nicht mein erstes Anliegen, lustig zu sein. Aber natürlich wird es das oft genug aus der Situation heraus. Ich denke, dass alle Lehrer Humor gut brauchen können, um Schwieriges gut zu meistern.

Was ist Ihnen im Religionsunterricht wichtig?
Ich bin sehr froh, dass es den konfessionellen Religionsunterricht gibt. Das sind Stunden, in denen es um die Schülerinnen und Schüler geht, um ihr Leben, um die großen Fragen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Und die Antworten, die sie dabei bekommen, werden auf der Basis des Evangeliums gegeben.

Wann erleben Sie beim Unterrichten Sternstunden?
Das sind die Stunden, die irrsinnig schnell vergehen. In denen wir in einen richtigen Flow kommen. Wenn wir diskutieren, zum Beispiel in letzter Zeit viel über Solidarität und Gerechtigkeit, darüber, an welchen Werten man sein Leben ausrichten soll. Im Onlineunterricht während der Lockdowns haben die Schülerinnen und Schüler dazu viele Kommentare in die Chats geschrieben.

Sie haben das Kabarett einmal als weltliche Form der Predigt bezeichnet. Was ‚predigen‘ Sie denn? Welche Botschaft soll bei Ihrem Publikum ankommen?

Ich habe das auf die Kommunikationsform beim Kabarett bezogen. Im Kabarett und beim Predigen redet einer, die anderen hören zu. Die Botschaft in meinem Kabarett…? Es geht da weniger um Antworten, eher um Fragen. Eigentlich geht es in allen meinen Nummern um die gleichen Themen: Die Frage nach dem Sinn, nach den wichtigsten Werten.

Und welche ‚Predigt‘ hören Sie selbst gern? Anders gefragt: Was oder wer inspiriert Sie in Ihrem persönlichen Glauben?
Ich lese gern, gerade das Buch von Peter Trummer ‚Den Herzschlag Jesu erspüren‘. Bücher über das Neue Testament mag ich sehr, dazu Autoren wie Anthony de Mello oder Henri Nouwen. Und ich höre ‚echte Predigten‘ am Sonntag in der Kirche. Ich setze mich mit dem Evangelium auseinander, manchmal täglich. Wahrscheinlich lese ich sogar jeden Tag in der Bibel. Und ich nehme mir Zeit fürs Gebet.

Wo erleben Sie Gott?
Hoffentlich überall! Das Gotteserlebnis sollte ein Alltagserlebnis sein. Im Nächsten begegnet man immer Jesus. Und als Lehrer habe ich jeden Tag eine Menge Begegnungen.

Sie nennen Ihr Programm ‚heiligengeistreiches Kabarett‘. Wo steckt da der Heilige Geist drinnen?
Wenn ich schreibe und mir Ideen hole, dann versuche ich immer, dass das inspiriert passiert. Dass ich in die eigene Tiefe komme. Bevor ich auf die Bühne gehe, bete ich auch ein kurzes Auftrittsgebet. Heiligengeistreich wird es dann, wenn es mir gelingt, im Kabarett zum Nachdenken anzuregen.

Siehe auch stefanhaider.com

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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