Zeit für meinen Glauben
„Das hätte auch ganz anders ausgehen können“

Dem Nächsten dienen, sich für eine Sache und für andere einsetzen sind für Franz keine Floskeln.
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Franz Fritz hat als Feuerwehrmann viel erlebt. Das Ehrenamt bedeutet ihm sehr viel. Helfen zu können, sagt der Weinviertler, ist ein erhabenes Gefühl. Bei Unfällen mit Todesopfern bleibt ihm nur, den Verstorbenen Gott anzuvertrauen.

Es gibt Bilder, die kriegt man selbst als erfahrener, langjähriger Feuerwehrmann lange nicht aus dem Kopf. Einsätze, die einem tage- und nächtelang nachgehen. Franz Fritz blickt auf viel Erfahrung als Feuerwehrmann zurück und dementsprechend auch auf viele Einsätze.

Seit seinem 15. Lebensjahr ist der heute 63-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr. Neunzehn Jahre lang hat er in seinem Heimatort Staatz als Kommandant große Verantwortung getragen. „In Staatz gibt es eine relativ große Feuerwehr mit guter Ausrüstung, da haben wir oft schwerwiegende Einsätze, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen mit Todesfällen. Das berührt sehr.“ Wer so lange aktiv im Feuerwehrdienst ist, hat bei den Einsätzen eine gewisse Routine, sagt Franz. Über den Pager kommen erste Informationen, an der Unfallstelle selbst macht man sich zunächst ein Bild von der Lage. „Wenn die Unfallopfer ansprechbar sind, fragt man, wie es ihnen geht und spricht ihnen Trost zu. Sind sie eingeklemmt, erklärt man, dass sie bald befreit werden. Oft kommt dann auch schon der Notarzt und verabreicht Schmerzmittel.“

Menschen helfen beim Pannendienst

Es ist ein erhabenes Gefühl, zu helfen und Menschen zu retten, beschreibt Franz. Und es ist schwer, wenn man merkt, dass für manche die Hilfe zu spät kommt. „Manchmal ist es uns gelungen, einen Priester zu organisieren. Oft bete ich vor Ort ein kurzes Stoßgebet oder vertrau die Verstorbenen danach Gott an – mehr kann ich nicht machen.“

Bei manchen Einsätzen ist es für Franz besonders spürbar gewesen, dass Gott geholfen hat. „Oft habe ich mir gedacht, Gott hatte da seine Hände im Spiel. Denn das hätte auch ganz anders ausgehen können.“ Dem Nächsten dienen, sich für eine Sache und für andere einsetzen sind für Franz keine Floskeln. Auch in seinem Berufsleben ist er viele Jahrzehnte für andere unterwegs gewesen. Im Pannendienst beim ÖAMTC war er unzählige Male der rettende Helfer, der liegengebliebene Autos wieder fit gemacht hat.

Viele Ministranten

Mittlerweile ist Franz in Pension, viel als Opa im Einsatz und in der Pfarre engagiert. Seit über vierzig Jahren ist er im Pfarrgemeinderat, in den vergangenen Jahren hat sich sein Engagement verstärkt. „Die Pfarre steht für mich jetzt an vorderster Stelle. Lange habe ich mich gefragt, wie es in der Kirche weitergehen wird, weil so wenige Kinder und Jugendliche kommen. Aber seit unser jetziger Pfarrer da ist, hat sich das geändert. Es erfüllt mich, wenn ich sehe, dass bei der Heiligen Messe achtzehn bis vierundzwanzig Ministranten aufmarschieren.“

Engagement und Glaube gehören für Franz zusammen. Den Dienst in der Pfarre, sagt er, macht er zur Ehre Gottes. Sein Tun wird getragen von der Überzeugung, „dass es Gott gibt und dass er uns liebt, wir müssen ihm nur unser Herz öffnen.“

Dem Nächsten dienen, sich für eine Sache und für andere einsetzen sind für Franz keine Floskeln.
„Oft habe ich mir gedacht, Gott hatte da seine Hände im Spiel. Denn das hätte auch ganz anders ausgehen können.“
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Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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