Glaubenszeugnis
Die Welt braucht Menschen, die sich zeigen, wie sie sind

Mein Blick ist weiter geworden, sagt Maria Jungk über ihre Arbeit bei Young Missio.
  • Mein Blick ist weiter geworden, sagt Maria Jungk über ihre Arbeit bei Young Missio.
  • Foto: Missio
  • hochgeladen von Rosemarie Guttmann

Bei den Päpstlichen Missionswerken „Missio Österreich“ arbeitet Maria Jungk vor allem mit Kindern. Von ihnen, von den Menschen in den Ländern des globalen Südens und von Missionaren hat die 29-Jährige schon viel gelernt.

Education Advisor of Young Missio“: So steht es als Berufsbezeichnung in der Email-Signatur von Maria Jungk. Die 29-Jährige erklärt, was sich hinter dieser Formulierung verbirgt: „Ich bin bei den Päpstlichen Missionswerken für die Erstellung der Bildungsmaterialien zuständig. Außerdem entwickeln wir innovative Projekte für und mit Kindern und Jugendlichen rund um das Thema Weltkirche.“

  • Maria, Jesus selbst stellt uns Kinder als Vorbilder vor Augen. Was hast du denn schon alles bei Young Missio von den Kindern gelernt?

Am meisten lerne ich, was es heißt, Kind zu sein. Mich beeindruckt, dass Kinder sich zeigen, wie sie sind. Sie sind ehrlich und authentisch. Sie denken normalerweise nicht darüber nach, wie sie auf andere wirken. Für mich ist das jedes Mal ein großes Geschenk, weil es auch mich anregt, ehrlicher und authentischer zu leben. Ich denke, dass die Welt vor allem Menschen braucht, die nicht nur ihre Marmeladenseite zeigen, sondern die sich so zeigen, wie sie sind, auch in ihrem Gebrochen-Sein, in ihrer Verletzlichkeit.

  • Auf der Website von Missio und in den Videos sieht man dich als fröhliche junge Frau. Gibt es in deinem Leben Momente, in denen es dir nicht so gut geht. Wie gehst du damit um?

Sicher gibt es solche Momente. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Ich hatte vor zwölf Jahren einen Verkehrsunfall, mit dessen Folgen ich bis heute immer wieder kämpfe. Gerade in Momenten, in denen ich mich schwach fühle, merke ich, wie nahe mir Jesus ist. Er trägt mich, wie ein Hirte sein Schaf trägt. Ich habe den Eindruck, dass er zu mir sagt: Ich verstehe dich, es ist okay, dass du verzweifelt bist, aber wisse: Ich bin da. Der Blick auf das Kreuz und das Wort Gottes sind mir dabei eine wichtige Hilfe.

  • Hat dieser Blick über den eigenen Tellerrand hinaus in die Weltkirche deine Perspektive auf Kirche und Glauben verändert?

Auf jeden Fall. Mein Blick ist weiter geworden. Ich bin oft beeindruckt von den Menschen in den Ländern des globalen Südens. Mir fällt ein 14-jähriges Mädchen aus einem Mädchenheim ein, das ich auf einer Reise nach Kenia kennengelernt habe. Sie hat mich beim Abschied umarmt und gesagt: Bitte vergiss mich nicht, und bete für mich! Es hat mich sehr berührt, wie unvoreingenommen dieses Mädchen und die anderen Menschen, die wir getroffen haben, waren, wie groß ihr Gottvertrauen ist – und das, obwohl sie, meiner Meinung nach, oft vor viel herausfordernden Problemen und Nöten stehen.

Wenn ich wieder mal merke, dass ich zu viel um mich selbst kreise, um meine Sorgen und Probleme, hilft mir der Blick in die Weltkirche und vieles relativiert sich.

  • Du lernst bei deiner Arbeit viele Missionarinnen und Missionare kennen. Wer hat dich besonders beeindruckt?

Schwester Johanna Datzreiter zum Beispiel. Sie ist von ihrer Gestalt her eine kleine Frau, hat aber eine innere Größe, die mich zum Staunen bringt. Sie hat sich jahrelang in Liberia um die Ärmsten der Armen gekümmert, hat Ebola überstanden, musste dreimal fliehen. Dreimal alles zurücklassen müssen! Da wird mir bewusst, wie sehr ich mich an so viele Dinge klammere, wie schwer es mir oft fällt loszulassen und wirklich auf Gott zu vertrauen. Das lässt mich nicht kalt, sondern regt mich an, mein eigenes Leben zu hinterfragen.

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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