Traditionelle Europäische Medizin
Hildegards Herzwein & Co

Wein oder Traubensaft und Gewürze zählen zu den wichtigen Zutaten der Hildegard-Medizin.
  • Wein oder Traubensaft und Gewürze zählen zu den wichtigen Zutaten der Hildegard-Medizin.
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Wein kann sich – in Maßen genossen und richtig angewendet – positiv auf Herz, Kreislauf und die Verdauung auswirken. Auch Hildegard von Bingen (1098–1179) band den Wein in zahlreiche ihrer Heilbehandlungen ein.

  • Wir bringen einen Überblick über die wichtigsten Wein-Rezepturen der Kirchenlehrerin.

Die Umstellung auf die kalte Jahreszeit fällt uns nicht immer leicht: Kälte draußen, trockene Heizungsluft drinnen, dazu meist eine dicke Wolkendecke am Himmel und früh einsetzende Dunkelheit. Der Lockdown tut sein Übriges mit mangelnden Sozialkontakten. Wenn die Stimmung trüb wie das Wetter ist und sich vielleicht eine Erkältung anbahnt, hält die Gesundheitslehre nach Hildegard von Bingen einige Stärkungsmittel bereit, die wir leicht zu Hause anwenden können.

Papst Benedikt XVI. erhob Hildegard von Bingen 2012 zur Kirchenlehrerin. Ihre Gesundheitslehre gilt heute als Teil der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) und findet seit rund 30 Jahren breites Interesse.

Wein (wer keinen Alkohol mag, kann auch einen hochwertigen Traubensaft verwenden) spielt in Rezepten der Hildegard-Medizin eine wichtige Rolle.

Hildegards beste Wein-Rezepte

Am bekanntesten ist wohl der Hildegard-Herzwein.
„Er ist ein Frohmacher-Elixier, stärkt das Herz auf körperlicher und auf seelischer Ebene“, sagt die Hildegard-Expertin und Buchautorin Brigitte Pregenzer.
Rezept:
1 Liter Rotwein,
8–10 Stängel Petersilie und
2 EL Weinessig
5 Minuten kochen, 3 EL Honig dazugeben, nochmals 5 Minuten auf kleinem Feuer köcheln, abseihen und kühl lagern.
Pro Tag einen Schluck davon trinken, bei Problemen mehrmals täglich einnehmen.

Hat es uns einmal erwischt oder spüren wir, dass sich eine Grippe anbahnen könnte, gibt es in der Hildegard-Medizin einige Mittel auf Weinbasis. Diese können auch mit gutem Traubensaft anstelle von Wein zubereitet werden.

Für Grippewein nimmt man
Rezept:
einen Kaffeelöffel Pelargonienpulver (Reformhaus),
gibt es in 1/4 Liter Rotwein,
erhitzt diesen bis zum Siedepunkt und lässt ihn noch 3 bis 5 Minuten ziehen.

Das trinkt man schluckweise und geht dann sofort ins Bett. „Er hilft, dass wir die Giftstoffe ausschwitzen und die Grippe schon im Anfang bekämpfen“, so Brigitte Pregenzer.

Ebenfalls hilfreich ist der Stimmkräuterwein:
Rezept:
Man nimmt dafür 1/4 Liter Rotwein und 1 Esslöffel Stimmkräutermischung
(1 Teil Königskerze, 1 Teil Fenchel),
kocht ihn 4 Minuten lang, seiht ihn ab und gibt etwas Honig hinzu.

Es empfiehlt sich, den Stimmkräuterwein in eine Thermoskanne zu füllen und über den Tag verteilt zu trinken. Er hilft bei Heiserkeit, Erkältung, Stimmbandentzündungen und bei Husten im oberen Bereich.

Ein weiteres Mittel ist der Andornwein oder Husten­wein:
Rezept:
Hierfür wird 1/2 Liter Wein
mit 2 Esslöffeln Andornkräutermischung
(1 Teil Andornkraut, 3 Teile Fenchelkraut, 3 Teile Dillkraut)
4 Minuten lang gekocht.

„Er schmeckt bitter, hilft aber ausgezeichnet. Man kann ihn selber machen oder kaufen und trinkt drei bis viermal eine halbe Tasse warmen Hustenwein“, erläutert die Hildegard-Expertin.

Fühlen wir uns reif für den Winterschlaf, gibt Bertramwein neue Kraft.
Rezept:
1 gehäuften EL Bertramwurzeln über Nacht in 1 Liter Rotwein einweichen.
Am Morgen 10 Minuten kochen, filtern und 2–3 EL Honig dazu geben, in saubere Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Er stärkt die Abwehrkräfte, leitet Gifte aus und stärkt die Verdauung (nach Bedarf einen Schluck davon trinken).

Wir wünschen gutes Glingen und: Bleiben Sie gesund!

Autor:

Agathe Lauber-Gansterer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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