18. Sonntag im JK: Kaplan Luca Fian
Reichtum einmal anders?
- Unser Wirtschaften ist in vielen Bereichen ganz auf die „Sorge für das Morgen“ ausgerichtet. Dabei gerät allzu leicht in Vergessenheit, dass Gott für uns einen Schatz bereitet hat, der auch nicht für alle Güter dieser Welt zu erwerben ist.
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Glauben Sie mir, ich bin total reich, ja ich strotze nur so vor Reichtum. Dabei meine ich aber nicht mein bescheidenes Kaplansgehalt. Nein, ich denke da an etwas anderes. Das Sonntagsevangelium dieser Woche lässt sich auf den ersten Blick ganz klar zusammenfassen: Binde dich nicht an den materiellen Reichtum, sondern binde dich an Gott.
Nun legen wir einmal den materiellen Reichtum beiseite und denken einfach mal quer. Die Felder des Mannes im Gleichnis dieses Evangeliums, das sind die Tage unseres Lebens. Die „gute“ Ernte auf diesen Feldern, das sind unsere Sünden und Schwächen. Jetzt werden Sie garantiert einwenden: Halt! Sünden und Fehler sind doch keine Reichtümer? Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich kann mir davon ja gar nichts kaufen. Wie gesagt, wir denken jetzt sehr quer. Aber ganz mit der Ruhe!
Gott wird uns eines Tages fragen: „Warum hast du diese Schuld und diese Sorgen nicht mir überlassen?“
Der wichtigste und größte Reichtum in unserem Leben ist Gott, das ist klar. Wenn ich Gott gefunden habe, dann habe ich alles, was ich brauche. Denn er schenkt mir alles, was ich brauche. Und wie macht er das? Dieser Gott wird in Jesus Christus Mensch, um uns durch seinen Tod und seine Auferstehung zu erlösen, um uns ewiges Leben zu schenken und uns sogar zu Kindern Gottes zu machen, aber nicht wegen unserer guten Leistungen, sondern wegen unserer Sünden und Schwächen, weil er uns aus reiner Liebe davon loskaufen möchte. Er macht das eben nicht, weil wir so super und so toll sind, sondern weil wir so arm und so hilfsbedürftig sind. In der Schrift steht: „Wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden“ (Röm 5,20). So wird plötzlich der „Reichtum“ unserer Sünden zum Quellgrund seiner Gnade und Barmherzigkeit.
Ein Trugschluss wäre es jetzt zu denken, man müsse dann eben extra viel sündigen, um viel Gnade zu bekommen. Da würde man allerdings wie der Mann im Evangelium dieses Sonntages handeln, der den Reichtum nur für sich behält. Wir haben oft so viele Schwächen, Sorgen, Fehler und Sünden, dass wir genau wie dieser Mann sogar eine eigene „Scheune“ dafür bauen; also uns flüchten in Ausreden, in Abhängigkeiten, wir spielen sie herunter, wir verschieben und verschleiern die Probleme und am schlimmsten, wir finden uns damit ab. Gott hingegen wird uns eines Tages fragen: „Warum hast du diese Sünden, diese Schuld und diese Sorgen nicht mir überlassen? Du weißt doch, genau deshalb bin ich für dich gestorben und auferstanden!“
Bereitschaft, uns auf seine Liebe auszurichten, macht reich
Gott will alles, Gott will unser ganzes Leben. Wenn wir diese Dinge zurückbehalten, können sie uns nicht retten. Das kann nur Jesus allein. Jedoch geht er nicht über unseren freien Willen hinaus, ja, er wartet wie ein Bettler auf die Sünden, die wir ihn auf sein Kreuz legen, um uns davon zu befreien. Das Hinhalten unseres ganzen Lebens und die Bereitschaft, uns auf seine Liebe auszurichten, dadurch macht er uns schließlich wirklich reich.
Ich persönlich erfahre es immer in der Beichte und im Mitopfern in der heiligen Messe. Dort gebe ich Jesus den Reichtum meiner Sünden, meiner Hartherzigkeit, meiner Abhängigkeiten, meiner Bosheit, meines Nichtvertrauens, ja, ich mache diese Dinge sozusagen zu meinem Kapital, damit seine Liebe in mein Herz eingegossen wird. Jetzt verstehen Sie vielleicht auch, warum ich anfangs geschrieben habe, ich strotze vor Reichtum, von dem Reichtum meiner Sünden. Sie auch? Denn die will Gott haben …
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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