Pfarre Lunz
Millimetergenau wurde die Holzapfel-Kapelle nachgebaut

Pfarrer i. R. Norbert Burmettler mit Maria und Josef Reingruber.
  • Pfarrer i. R. Norbert Burmettler mit Maria und Josef Reingruber.
  • Foto: Wolfgang Zarl
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Das Ehepaar Maria und Josef Reingruber zeigt beim Besuch von „Kirche bunt“ auf vielen Bildern die große Einweihungsfeier ihrer Kapelle in der Rotte Holzapfel in der Pfarre Lunz am See im Jahr 1987. Viele Minis­tranten, Kameradschaftsbundvertreter und Dorfange­hörige waren damals dabei.

Die engagierten Lunzer Landwirte berichten, dass es bereits eine Vorgängerkapelle gegeben hatte, die 1880 geweiht wurde und auf Initiative der Urgroßeltern Josef Reingrubers errichtet worden war. Die alte Kapelle war baufällig geworden und so riss man diese ab und Oscar Schacher baute die jetzige neu. „Diese fertigte er detail- und millimetergenau nach“, erzählt das Ehepaar Reingruber.

Früher kam die Dorfgemeinschaft u. a. an den Bitttagen und bei Begräbnissen bei der Marienkapelle zusammen; jetzt wird das liebevoll betreute Kleindenkmal vor allem für Maiandachten genutzt; auch Mariazell-Pilger machen hier gerne Rast. In der Weihnachtszeit stellt das Ehepaar Reingruber eine Krippe in dem Gotteshäuslein auf – zur Freude der Enkelkinder.

Die Kapelle hat einen kleinen Glockenturm, an jedem Sonntag läuten die Reingrubers zu Mittag. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die alte Glocke abgenommen und für den Krieg eingezogen. Der Lunzer Soldat Rupert Köppel aus dem nahen Koth­bergtal gelobte damals im Krieg, dass er eine besonders gute Tat begehen wolle, wenn er dieses Grauen überlebt. Nach seiner Heimkehr löste er das Versprechen ein und kümmerte sich um eine neue Glocke, die 1955 feierlich in den Turm eingesetzt wurde. Seine Frau Rosa schrieb aus diesem Anlass ein Gedicht, darin heißt es: „Der Glocke Klang wird uns einst begleiten, hinein zur goldnen Himmelstür.“ Auch heute schwärmen die Bevölkerung vom Klang der kleinen Glocke, weiß Norbert Burmettler, Pfarrer i. R.

Die Kapelle ist ein Mahnmal für das Sterben im Krieg: Wer einen Blick hineinwirft, sieht anhand der Bilder wie viele Lunzer Männer im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallen sind.

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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