Fußballweltmeisterschaft 2026
Fußballfieber und Glaubenszeugnisse

Spieler der deutschen und curaçaoanischen Mannschaften beten nach ihrem Match. 

 | Foto: APA-Images / dpa Picture Alliance / Markus Ulmer
  • Spieler der deutschen und curaçaoanischen Mannschaften beten nach ihrem Match.

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Am 11. Juni begann die Fußball-WM 2026 mit einem Heimsieg der mexikanischen Mannschaft in Mexiko-Stadt. Am 14. Juni jubelte dann das deutsche Nationalteam nach seinem 7:1-Sieg gegen den kleinen Karibikstaat Curacao. Der Abend endete aber nicht mit Triumphalismus, sondern mit einem gemeinsamen Lobpreis beider Mannschaften. Am Mittelkreis des NRG-Stadions in Houston versammelten sich nach dem Match mehrere Spieler beider Mannschaften, um gemeinsam zu beten. Die DFB-Profis Felix Nmecha (25) und Jonathan Tah (30) bildeten mit fünf Spielern Curacaos einen Mittelkreis, legten die Arme umeinander und senkten die Köpfe. „Wir sind im Spiel Gegner. Nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder. Wir haben einfach ein kleines Gebet zusammen gemacht, weil wir alle sehr dankbar sind“, erklärte Nmecha später im Interview.

Das Beispiel zeigt: Religion ist ein präsentes Thema, auch bei der Fußball-WM. „Vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns“, freute sich Nmecha über den Sieg, „doch im Ganzen glauben wir, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird. Deshalb sind wir zusammengekommen und haben gebetet.“ Bereits vor dem Spiel war der Mittelfeldspieler mit einer Bibel in der Hand aus dem Mannschaftsbus zum Stadion gestiegen. Der öffentlich gelebte Glaube von Nmecha ist aber auch Gegenstand von Kontroversen. Denn der Fußballprofi gehört dem überkonfessionellen Netzwerk „Ballers in God“ an, das für konservative bis fundamentalistische Werte steht.

„Im Ganzen glauben wir,
dass Jesus durch das Spiel
verherrlicht wird.“

Das ein Spieler so offen über seinen Glauben sprechen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. In 14 der insgesamt 48 Teilnehmerländer ist die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit eingeschränkt. Darauf hat das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ aufmerksam gemacht. In drei Staaten – Iran, Saudi-Arabien und in der Demokratischen Republik Kongo – sei religiöse Verfolgung dokumentiert, teilte das Hilfswerk mit. In elf weiteren Ländern, darunter auch in den Heimatländern der österreichischen WM-Gruppengegner Algerien und Jordanien, gibt es laut dem jüngsten „Kirche in Not“-Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ schwere Formen der Diskriminierung.

Als besonders gravierend stuft das Hilfswerk die Situation im Iran und in Saudi-Arabien ein. Gesetzliche und gesellschaftliche Vorgaben würden dort die Religionsfreiheit erheblich einschränken. Konvertiten und Angehörigen religiöser Minderheiten drohten bei Verstößen Haftstrafen und teilweise sogar die Todesstrafe. Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibe die Lage, verschärft durch die Gewalt im Osten des Landes, angespannt. Auch im WM-Gastgeberland Mexiko setzten Kriminalität und Drogenkartelle kirchliche Mitarbeiter, Priester und Seelsorger zunehmend unter Druck.

In der Zusammensetzung des irakischen Fußball-Nationalteams sieht „Kirche in Not“ derweil ein „Zeichen der Hoffnung“. Die Mannschaft sei ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten können. Unter den Spielern befänden sich auch Christen, obwohl deren Bevölkerungsanteil im Irak unter einem Prozent liegt.

Archivare werden Vatikan-Meister

Während die Fußball-WM noch ganz am Anfang steht, steht der vatikanische Fußballmeister 2026 bereits fest: Mit einem deutlichen 4:0-Erfolg hat sich die Mannschaft „Archivio“ den Titel gesichert. Das Finale stellte den sportlichen Höhepunkt einer Saison dar, „in der die verschiedenen vatikanischen Institutionen nicht nur um Tore und Punkte, sondern auch um Fairness und Gemeinschaft wetteiferten“, wie „VaticanNews“ berichtete. KAP/Red.

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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