Priesterstudientagung
Sakramentenpastoral in Zeiten des Wandels
- Priesterstudientagung im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten
- Foto: Diözese St. Pölten/Martina Bender
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Unter dem Leitthema „Die vielfältigen Landschaften des Glaubens“ widmeten sich über 100 Priester, Diakone, Pastoralassistentinnen und -assistenten sowie weitere Mitarbeitende der Diözese bei der alljährlichen Priesterstudientagung der vielschichtigen Realität des Glaubens in der heutigen Gesellschaft. Die Veranstaltung fand im Beisein von Weihbischof Anton Leichtfried, Generalvikar Christoph Weiss und Bischofsvikar Antonio Sagardoy statt.
Vielfältige Glaubenssituationen
Nachdem man sich bei der Priesterstudientagung im Vorjahr dem Thema Taufpastoral gewidmet hatte, wollte man heuer insgesamt die Sakramentenpastoral in den Fokus nehmen, so Weihbischof Anton Leichtfried in seiner Begrüßung. In der Sakramentenpastoral stelle sich für die Priester oft die Frage: Wer sitzt mir gegenüber? Und wie kommt man zu einem guten Gespräch? Es gebe heute eine vielfältige Landschaft von Glaubenssituationen und -wegen. Gespräche in der Tauf-, Erstkommunion-, Firm- oder Ehepastoral seien mitunter herausfordernd. Heute, so der Weihbischof, kommen manchmal Eltern zum Taufgespräch und sagen: „Herr Pfarrer, ich bin gläubig, aber ich bin aus der Kirche ausgetreten, wenn das für Sie ein Problem ist, dann gehe ich halt woanders hin.“ Da gehe es dann für die Priester um die Frage, wie man mit solchen Situationen umgeht. Andererseits, so Leichtfried, erlebe er aber auch, dass der Glaube von Menschen viel größer ist, als sie denken oder zugeben wollen. Bei der Tagung wolle man sich daher von verschiedenen Seiten dem Thema nähern.
Den ersten Impulsvortrag hielt P. Jakob Deibl OSB, Benediktiner des Stiftes Melk und Assistenzprofessor für „Religion und Ästhetik“ an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Er betonte, dass es kein allgemeingültiges pastorales Rezept für die Sakramentenpastoral gebe, sondern dass es darum gehe, sich dem Thema auf reflektierte Weise zu nähern. In seinen Seminaren begegne er zunehmend jungen Menschen ohne religiösen Hintergrund, die dennoch ein offenes Interesse an Glaubensfragen zeigten. Auch im privaten Umfeld treffe er immer wieder auf Menschen, die sich selbst als „ungläubig“ bezeichneten, aber eine tief reflektierte und ethisch fundierte Lebenshaltung hätten. Dies verdeutliche, dass ein verantwortungsvolles Leben auch unabhängig von religiösen Überzeugungen möglich sei.
Keine homogene Gruppe
Eine der größten Herausforderungen in der Sakramentenpastoral sei es, die Individualität der Menschen anzuerkennen. „Pfarrer stehen keiner homogenen Gruppe gegenüber, sondern einzelnen Personen mit einzigartigen Lebens- und Glaubensgeschichten. Daraus lassen sich keine einfachen Verallgemeinerungen ableiten“, so Deibl. Vielmehr könne diese Vielfalt auch eine Chance sein, den Glauben in neuen Kontexten zu erschließen.
Weitere Vortragende waren Hochschuldozent Christoph Benke, der zum Thema „Die vielen Formen von Glauben und Nichtglauben“ sprach sowie Otto Neubauer von der Akademie für Dialog und Evangelisation Wien zum Thema „Alltägliches Zusammenleben in säkularer Zeit“.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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