Werke der Barmherzigkeit
Barmherzigkeit: eine Haltung des Herzens
- Sich dem anderen zuwenden, helfen, trösten, spenden ... – es gibt so viele Möglichkeiten, sein Mitgefühl und seine Barmherzigkeit zu zeigen.
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Es ist eine Tugend, die leise wirkt, aber wichtig ist: Mitgefühl. Die Werke der Barmherzigkeit zeigen, wie aus Glauben, Mitmenschlichkeit und Tatkraft gelebte Nächstenliebe entsteht.
Barmherzigkeit oder Mitgefühl – verstanden als tätige Anteilnahme am Leid anderer – ist eine leise Tugend, die für ein gelungenes menschliches Zusammenleben dringend notwendig ist und das Leben für alle besser macht.
Innerhalb der christlichen Tradition nimmt Barmherzigkeit einen zentralen Platz ein. Sie zeigt sich nicht allein in Worten oder Gefühlen, sondern in konkretem Tun. Schon in den sogenannten Werken der Barmherzigkeit, die Jesus Christus selbst laut biblischer Überlieferung auflistet, wird dies greifbar. Sie bilden eine Art moralische Landkarte, auf der Glaube und Menschlichkeit zusammentreffen. Sieben leibliche Tätigkeiten – Hungrige speisen, Durstigen helfen, Fremde aufnehmen, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten – spiegeln eine Praxis wider, die seit Anbeginn des Christentums mitten im Alltag verwurzelt ist.
Die Werke der Barmherzigkeit bilden eine Art moralische Landkarte,
auf der Glaube und Menschlichkeit zusammentreffen.
Ebenso entscheidend sind die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit: Zweifelnde und Unwissende lehren, Sünder zurechtweisen, Trauernde trösten, Nachsicht mit den Fehlern anderer haben, jenen verzeihen, die einen beleidigen, Lästige geduldig ertragen sowie für Lebende und Verstorbene beten.
Sowohl die geistlichen wie die leiblichen Werke der Barmherzigkeit verbinden Gerechtigkeit mit Zuwendung, Verantwortung mit Empathie. Die Aufzählung der verschiedenen Werke der Barmherzigkeit mag zunächst altmodisch klingen. Doch sie beschreibt eine Ethik, die sich in modernen Begriffen wie Empathie, Solidarität oder „Care“-Arbeit, also Pflege-Arbeit, wiederfindet. In Hospizen, bei Tafel-Initiativen, in der Pflege oder im Engagement für Geflüchtete leben diese Werke in neuer Gestalt fort. Sie tragen dazu bei, dass eine Gesellschaft menschlich bleibt und auch jene einbezieht, die eher am Rand stehen und meist wenig oder gar keine Aufmerksamkeit bekommen.
Barmherzigkeit bedeutet, dass man das Leid von anderen sieht, es annimmt und deswegen handelt. In diesem Sinn ist sie eine Haltung des Herzens, aber auch eine soziale Praxis.
Doch Barmherzigkeit ist oft nicht einfach zu leben. Sie fordert dazu heraus, den Blick nicht abzuwenden – von der Obdachlosen vor dem Supermarkt, vom Geflüchtetenboot im Mittelmeer, von den Bekannten, deren Kind verunglückt ist.Sie verlangt Zeit, Geduld und manchmal auch Mut, etwas zu tun, das jenseits der eigenen Komfortzone ist. Christiane Laudage/KNA/Red.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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