Schloss Tanzenberg: Eine Schule wird 80
Vom Knabenseminar zur UNESCO-Schule
- Bischof Josef Marketz beim Festgottesdienst in Tanzenberg
- Foto: Daniel Schöffmann
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Die Bildungseinrichtung Tanzenberg begeht ihr 80-jähriges Jubiläum. von pgk/Markus Golob
Am Samstag, dem 20. Juni 2026, feierte eine der traditionsreichsten Bildungseinrichtungen Kärntens Geburtstag. Das Marianum Tanzenberg und das Bundesgymnasium Tanzenberg luden zur Veranstaltung „Tanzenberg im Blick“, die anlässlich des 80. Jubiläums der Schule stattfand. Den Auftakt des Festes bildete ein Gottesdienst mit Diözesanbischof Josef Marketz und Marianum-Rektor Franjo Vidović OFM, der um 14 Uhr in der Seminarkirche abgehalten wurde.
- Ein Blick in den geschmückten Innenhof des Schlosses.
- Foto: Daniel Schöffmann
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Zeit vergeht - Liebe bleibt
„Ein Schriftgelehrter fragt Jesus nach dem wichtigsten Gebot für das Leben. Er fragt nach dem Wesentlichen, nach dem Kern von allem. Jesus antwortet: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben – mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Denken, mit ganzer Kraft. Und du sollst auch deine Mitmenschen lieben, so wie dich selbst.‘ Bemerkenswert? Jesus spricht beim wichtigsten Gebot nicht von Leistung, nicht von Noten, nicht von Erfolg, auch nicht von Karriere. Er spricht von Liebe! Das mag zunächst überraschen – gerade beim Jubiläum einer Schule. Aber vielleicht liegt genau darin die eigentliche Botschaft. Die Zeit vergeht, Generationen kommen und gehen, Lehrpläne ändern sich, Gebäude werden renoviert, Gesellschaften wandeln sich, aber die Liebe, die bleibt. Die Liebe zu Gott, die Liebe zum Menschen, die Liebe zur Wahrheit, die Liebe zum Lernen, die Liebe zur Verantwortung“, so Bischof Josef Marketz.
Eindrucksvolle Performance
Auf fantastische Weise musikalisch gestaltet wurde die hl. Messe vom Absolvent:innen-Chor und der Spielmusik des BG Tanzenberg (Leitung: Sylvia Steinkellner und Dominik Maringer) mit der „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Direkt im Anschluss an den Gottesdient fand der offizielle Festakt in der Seminarkirche statt.
Eine UNESCO-Schule ...
Derzeit besuchen 560 Schüler:innen die 23 Klassen des Bundesgymnasiums Tanzenberg unter der Leitung von Direktor Gerald Horn, das seit dem Jahr 2022 den Titel „UNESCO-Schule“ trägt. Diese Auszeichnung steht für das besondere Engagement in den Bereichen interkulturelles Verständnis, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und globale Verantwortung. „Von Anfang an stand in Tanzenberg ein Ziel im Vordergrund: Jungen Menschen unabhängig von Herkunft und Lebensumständen Zugang zu Bildung zu ermöglichen“, betonte Direktor Gerald Horn in seiner Ansprache.
... mit langer Geschichte
Das Bundesgymnasium und das Marianum Tanzenberg sind im Schloss Tanzenberg, einer über dem Zollfeld gelegenen und weithin sichtbaren Renaissance-Anlage, untergebracht. Der imposante Bau, um 1247 erstmals urkundlich erwähnt, wurde 1898 durch die Benediktiner vom Monte Oliveto zum Kloster umgebaut. Während des Ersten Weltkrieges war das Priesterseminar der Diözese in der Abtei untergebracht. Nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten 1940 kehrten die Mönche nach dem Zweiten Weltkrieg in das Kloster zurück. 1946 siedelte die Katholische Kirche das Marianum, das Knabenseminar der Diözese Gurk, in Tanzenberg an und setzte damit einen bildungspolitisch bedeutenden Schritt. Das Marianum wurde nicht als kirchliches Privatgymnasium etabliert, sondern als Expositur des Bundesgymnasiums Völkermarkter Ring in Klagenfurt, des heutigen Europa-Gymnasiums, eingerichtet. Damals wurde das Marianum ausschließlich von Internatsschülern besucht und das vorrangige Ziel lag in der Heranführung junger Männer zur Priesterausbildung. Seit dem Ende der 1960er-Jahre werden auch externe Schüler:innen in das Marianum aufgenommen. 1980 wurde die Expositur schließlich zum eigenständigen Gymnasium erhoben. 1986 errichtete die Diözese Gurk das Tagesheim. Mit Ende des Schuljahres 2008/2009 lief der Vollinternatsbetrieb im „Kleinen Seminar Marianum“ in Tanzenberg aus.
Autor:Sonntag Redaktion aus Kärnten | Sonntag |
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